Björn Hombergs aus Uenzen gibt Wissen über Flora und Fauna weiter

Wildnispädagoge lebt in und mit der Natur

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Björn Hombergs

Uenzen - Von Anne Schmidtke. Wenn Björn Hombergs aus Uenzen auf einer einsamen Insel stranden würde, wüsste er sich zu helfen. Er könnte ohne Streichhölzer Feuer machen, einfache Gebrauchsgegenstände aus Holz herstellen, Spuren lesen und Vogellaute deuten. Wie man das macht, hat der 36-Jährige während einer einjährigen Ausbildung zum Wildnispädagogen gelernt.

Ursprünglich wollte Hombergs Verhaltensforscher werden. Aus diesem Grund studierte er nach dem Abitur an der Universität Bremen Biologie. „Dort liegt der Schwerpunkt auf dem streng wissenschaftlichen Arbeiten. Das ist nichts für mich.“ Deshalb brach er das Studium ab und studierte anschließend, ebenfalls in Bremen, Biologie und Musik auf Lehramt für die Sekundarstufe II. Er arbeitete danach einige Zeit an einer Privatschule in Dresden und später an einer Privatschule in Stolzenau.

„Das Arbeiten mit den Kindern und Jugendlichen macht mir sehr viel Spaß“, sagt der 36-Jährige. Allerdings sei er kein Freund des deutschen Schulsystems. Er finde es nicht gut, jemanden zu zwingen, etwas zu lernen. Darum habe er sich dazu entschieden, seinen Job als Lehrer aufzugeben

Bevor er seine Kündigung einreichte, schloss er noch seine Ausbildung als Wildnispädagoge in einer Wildnisschule ab, die mit der Volkshochschule zusammenarbeitet.

„Mit der Wildnispädagogik möchte ich in Zukunft Geld verdienen. Daher wagte ich im Sommer 2015 den Schritt und eröffnete meine Wildnis- und Survivalschule Schattenwolf in Uenzen“, berichtet Hombergs.

Als Wildnispädagoge sei er die meiste Zeit draußen. Er vermittle Interessierten grundsätzliche Fähigkeiten, in der Natur zu überleben. Jeder könne sich aus Ästen und Blättern einen Unterstand bauen, der vor Kälte, Wind und Regen schützt. Zudem könne sich jeder aus Wildpflanzen wie Brennnesseln oder Wegerich leckere Gerichte zaubern.

„Es geht bei mir nicht um die Überwindung von Ekel wie in der Fernsehsendung Dschungelcamp.“ Vielmehr wolle er Erwachsenen und Kindern beibringen, sich in der Natur zurechtzufinden. „Ich bin der Mentor. Das heißt, ich leite den Lernweg an“, erklärt Hombergs. Kindern zeige er im Schnee zum Beispiel Spuren und frage sie, von welchem Tier sie sein könnten. Anschließend fordere er die Mädchen und Jungen auf, selbst Fußabdrücke von Rehen, Hasen und Co. zu finden.

„In meinen Seminaren geht es vor allem um das Selbst-Entdecken. Dabei wird keiner gezwungen, etwas zu tun, was er nicht möchte“, informiert Hombergs. Er zeige den Teilnehmern zum Beispiel, wie sie durch Reibung von Holz auf Holz Wärme und mit Geduld Feuer erzeugen können. Zudem bringe er ihnen Kenntnisse über Flora und Fauna bei. „Unsere Vorfahren wussten sehr viel darüber. Sie lebten mehrere 1000 Jahre lang mit und in der Natur. Noch heute gibt es Kulturen, die sehr naturverbunden sind“, weiß Hombergs. Die Menschen würden sich gegenseitig helfen. Sie litten nicht wie viele Westeuropäer unter Vereinsamung, weil sie sich aufgrund vieler technischer Geräte nicht mehr miteinander befassen müssen.

„Das heißt nicht, dass wir auf das Internet verzichten sollten. Es ist ja praktisch. Meiner Meinung nach lässt sich die heutige Welt sehr gut mit der alten vereinbaren, wenn man gewissenhaft mit Natur und Technik umgeht“, sagt Hombergs. Da ihm sein Beruf sehr viel Spaß bereitet, bildet sich der Uenzer gerade weiter. Er absolviert eine dreijährige Ausbildung zum Wildnislehrer in einer Wildnisschule. Währenddessen lernt er unter anderem Bögen zu bauen und Felle zu gerben.

www.schattenwolf-wildnisschule.de

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