Bis Montag verlängert

Blechlawine wie auf der Autobahn: Vollsperrung sorgt für Chaos

Parkende Autos am Wasserspielplatz, Gegenverkehr auf der schmalen Nebenstraße. Eine enge Sache.
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Parkende Autos am Wasserspielplatz, Gegenverkehr auf der schmalen Nebenstraße. Eine enge Sache.

Br.-Vilsen – Bruchhausen-Vilsen steht vor dem Verkehrskollaps. So scheint es, durchquert man den Luftkurort auf der Ost-West-Achse. Statt der Umleitung zu folgen, suchen sich Ortskundige wie -unkundige auf eigene Faust die kürzeste Umfahrung der Vollsperrung. Das Ergebnis: Auf der Straße Am Gaswerk geht es nicht vor und nicht zurück. „Das können wir nicht ganz verhindern“, bedauert Andine Sielung.

Die Leiterin der Straßenmeisterei Vilsen weiß aus erster Hand, was auf der Straße Am Gaswerk los ist. Ihr Dienstsitz liegt an der schmalen Straßen, die weder Markierungen noch Bürgersteige hat. Aus ihrem Bürofenster sieht sie von morgens bis abends, wie sich Auto an Auto reiht seitdem die Kreuzung Lange Straße/Am Bahnhof vergangene Woche gesperrt werden musste, sogar in beide Richtungen. Eine Blechlawine wie auf der Autobahn zu Ferienbeginn.

Theoretisch muss es zu diesem Gedränge nicht kommen. Die offizielle Umleitung führt nur einige Hundert Meter weiter über die Straße Alte Drift. Obwohl dort die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer begrenzt ist, ist diese Umgehung am Betriebsgelände von Vilsa vorbei nicht nur auf viel, sondern auch auf schweren Verkehr eingestellt. „Die Leute halten sich aber nicht an die Regeln“, beobachtet Andine Sieling. Stattdessen quälen sie sich Am Gaswerk an Museumsbahn und Wasserspielplatz, an Feuerwehrhaus und Skaterbahn sowie am zentralen Lager der Großbaustelle vorbei.

Viele Verkehrsteilnehmer teilen sich eine Nebenstrecke

Der Linienverkehr muss diese Route nehmen, um Fahrgäste an Ersatzhaltestellen in Bahnhofsnähe aufnehmen zu können. Baustellenfahrzeuge müssen diese Route nehmen, um an Material zu kommen. Dazwischen Fußgänger und Fahrradfahrer, die vom Wohnmobilstellplatz aus den Ort und die Umgebung erkunden, Menschen mit Rollatoren und Kinderwagen, die diese Straße als ruhige Spazierstrecke kennen und sich jetzt im unbefestigten Seitenstreifen wiederfinden. Und ungezählte Pkw mit Kennzeichen, deren Herkunft man googeln müsste, so wenig haben sie mit der Region zu tun.

Was tun? Die Straße sperren? Dann würde der Verkehr wohl durch die Bollenstraße schieben. Noch bekommen die Anlieger in dieser verkehrsberuhigten 30er-Zone nur einen Teil dieses Stroms ab. „Aber darüber beschweren sich bereits viele Anlieger“, berichtet Andine Sieling. An der Straße Am Gaswerk liegen keine Wohnhäuser. Deren Einwohner wären wohl längst auf die Barrikaden gegangen.

Die Straße zu sperren, davon sehe die zuständige Behörde bisher ab, sagt Andine Sieling. Neu sei allerdings eine Tonnenbeschränkung. Lkw, die sich bisher ebenfalls auf die zum Teil Kopfstein-gepflasterte Straße verirrt hatten, weil die Stimme aus dem Navi das ansagte, dürfen das jetzt nicht mehr. „Das sollte die Lage verbessern“, meint die Leiterin.

Situation am Bahnhof: „Wir bessern laufend nach“

Neu ist auch, dass der Sperrbock auf der Straße Am Bahnhof auf Höhe der Einmündung zum Gaswerk abgebaut werden soll. Wer dort aus Richtung Gaswerk nach links zu den Verbrauchermärkten oder zur Tankstelle abbiegen wollte, verhielt sich nicht falsch, störte in aller Regel aber den Verkehrsfluss erheblich. „Wir bessern laufend nach“, begründet Andine Sieling die jüngsten Maßnahmen. Denn diese Situation bleibt Einheimischen wie Durchfahrenden noch erhalten.

Nicht wie ursprünglich geplant Mitte dieser Woche, sondern voraussichtlich erst am Montag kann die Kreuzung Lange Straße/Am Bahnhof zumindest wieder einspurig befahren werden, teilt Andine Sieling im Gespräch mit der Kreiszeitung mit. Die Befürchtung der Straßenbaubehörde habe sich bewahrheitet: In der Tiefe lauerten Überraschungen, die den Ablauf verzögern. Kanal, Leitung und die entsprechenden Hausanschlüsse herzustellen, sei aufwändiger als zu vermuten gewesen sei.

Bis die L 202 in diesem Abschnitt vollständig saniert sein wird, werden noch Monate vergehen. Geplant war die Fertigstellung zum Jahresende. Bisher sei man diesem Zeitplan leicht voraus, heißt die gute Nachricht. Für Anfang September rechne die Meisterei mit der Asphaltierung der Lange Straße, blickt Andine Sieling in den jüngsten Zeitplan. „Und dann kommt irgendwann der Kreisel“, bringt sie in Erinnerung, dass auch dieser Knotenpunkt mit seinen fünf Ausfahrten zum Projekt gehört.

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