Die Saison der Wintersalate

Bioland-Hof Meyer-Toms baut Kürbisse und Feldsalat an

Für Hermann Meyer-Toms beginnt in diesen Tagen die Saison des Feldsalates.
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Für Hermann Meyer-Toms beginnt in diesen Tagen die Saison des Feldsalates.

Schwarme – Wachwechsel im Gewächshaus: „Die Tomaten kommen so langsam raus“, sagt Hermann Meyer-Toms und deutet auf die letzten der verbliebenen und hoch gewachsenen Pflanzen, an denen noch rote Tomaten hängen. „Jetzt kommt nach und nach der Feldsalat rein“, sagt der ökologisch wirtschaftende Landwirt und hockt sich zwischen die ersten Reihen, die bereits in seinem Gewächshaus gepflanzt sind.

„Er braucht kaltes Wetter“, erzählt Hermann Meyer-Toms über den Feldsalat, dem Temperaturen von zehn bis zwölf Grad unter null am besten gefallen. Auf gut 3 000 Quadratmeter baut der Landwirt mit seinem Team den Salat an. Den Reihenabstand hat er vergrößert: „Dann kann der Wind da besser durch“, sagt Meyer-Toms. Das helfe gegen Mehltau. „Ab November kann man den Feldsalat gut verkaufen. Und zu Weihnachten hat er Hochsaison“, sagt er.

Die vorgezogenen Pflanzen bezieht er über eine Partnergärtnerei im nahegelegenen Einste. Auf diese Weise hat der Feldsalat bereits vier bis sechs Wochen Vorsprung, wenn er in die Erde von Meyer-Toms‘ Gewächshäusern gelangt – und fügt sich damit vom Ablauf her perfekt in das auslaufende Wachstum der Tomaten ein. „So mache ich es mittlerweile mit allen Pflanzen außer mit Zucchini und Hokkaido-Kürbissen“, sagt der Landwirt, der nach Bioland-Kriterien wirtschaftet.

Vor dem Gewächshaus liegen vorgezogene Postelein-Pflanzen, die darauf warten, in die Erde zu kommen. „Das ist auch ein Salat, der Frost vertragen kann und einen großen Kopf bekommt“, erläutert Hermann Meyer-Toms. Bis März werden Feldsalat und Postelein weiter geerntet und schließlich wieder von jungen Tomatenpflanzen abgelöst.

Für den Winter sind die Salate optimal, insbesondere auch im Hinblick auf die Ernte. „Hier ist es trocken, und es gibt keinen Wind. Das ist im Winter nicht die schlechteste Arbeit. Wenn du ernten musst, bist du im Gewächshaus schön geschützt“, meint der Landwirt, der seine Erzeugnisse über den eigenen Hofladen, aber auch über das Naturkost-Kontor in Bremen vermarktet, das wiederum Bioläden beliefert.

Während die Saison der Wintersalate gerade startet, geht die der Kürbisse jetzt zu Ende. Auf dem Bioland-Hof von Hermann Meyer-Toms stapeln sich vor allem leuchtende Hokkaidos, die während der Vegetationszeit vor allem Wärme brauchen. Die Pflanzen zieht der Landwirt mit seinem Team vor und pflanzt sie Ende Mai aus. Bekommen sie Temperaturen von mehr als 30 Grad, „dann wachsen sie wie Teufel“, sagt Meyer-Toms. Das sei seines Erachtens kein Wunder, „immerhin stecken da Melone und Gurke drin“, weiß der Fachmann. „Bei der Ernte muss man allerdings aufpassen, dass der Hokkaido keinen Nachtfrost abbekommt. Dann bekommt er kleine Haarrisse, knallrote Stellen und Pilze können eindringen“, erläutert der Landwirt, der in diesem Jahr auf rund zwei Hektar Fläche Kürbisse angebaut hat. Am besten wachsen die leuchtend bunten Exemplare auf dem Komposthaufen. „Der Kürbis liebt die Nährstoffe.“ Auch ein Hochbeet sei ideal, sagt der Landwirt. „Da hat man dann seinen Spaß dran.“

Seinen Betrieb bewirtschaftet Hermann Meyer-Toms mit mehreren Mitarbeitern. Zum Team gehören auch immer wieder Praktikanten, beispielsweise aus osteuropäischen Ländern, die über mehrere Monate anpacken. Auch Kevin, Praktikant der Gutenbergschule aus Hoya, fasst mit an, als es darum geht, die Hokkaidos ansprechend zu stapeln.

Die Kürbisse profitieren übrigens bei ihrem Wachstum von lokal erzeugtem Humus: Auf dem Hof von Hermann Meyer-Toms gibt es eine offizielle Grünschnittannahme der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG). „Das läuft wie verrückt. Und den Kompost verwerten wir dann auf unseren Flächen“, sagt Hermann Meyer-Toms freudig über diesen besonderen Kreislauf.

Von Regine Suling-williges

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