Bildhauer Alex Otterpohl aus Kuhlenkamp gründet Verein „artes asendorf“

Künstler schafft „schöne Dinge“

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Alex Otterpohl mit der „Stammesfürstin“.

Kuhlenkamp - Von Dagmar Voss. Das Spannungsfeld zwischen Holz und Metall fasziniert ihn, den Bildhauer Alex Otterpohl aus Kuhlenkamp. Schwingende Linien oder kompakte Stelen, meist versehen mit einem Clou aus Stahl, die es dem Betrachter überlassen, sich seine eigenen Fantasien dazu zu machen.

Bei manchen hilft eher der Titel, sich der Skulptur gedanklich zu nähern, zum Beispiel bei „Over the waves“. Bei dem Werk trägt eine geschwungene Holzform eine silberne Kugel über einem nicht geschlossenen Metallkreis. Der Betrachter kann wunderbar über Wellen – welche auch immer – in seine eigenen Welten schweben.

Auch seine „Stammesfürstin“, eine nackte, glänzende Frauenfigur, umrahmt von leuchtend braunem, alten Holz, verlockt zu Gedankenspielen. Dass dabei ein Türwinkel und ein einstiger Zaunpfahl Verwendung fanden, bleibt im Hintergrund, denn das Kunstwerk hat die spannende Eigenschaft, über Afrika und dortige Gegebenheiten nachsinnen zu lassen. Der studierte Grafik-Designer gibt zu, dass er vor der Vollendung des Werks noch öfter daran gearbeitet hat. „Da kommt dann das Fachwissen über Proportionen und Größenverhältnisse immer wieder durch, also musste ich bei der Figur noch eine Stahlplatte hinzufügen.“

Zur Bearbeitung des Winkels oder auch bei anderen Metallarbeiten kommen ihm seine Kenntnisse aus einem Schweißerlehrgang zugute. Und nicht zu vergessen die schöpferische Kreativität, die ihn schon beim Sammeln der Materialien anspricht. „Da haben die Eichenwurzeln vom Nachbarn schon einiges an Aussagen in sich, die ich aufspüren und herausarbeiten will.“ Er will schöne Dinge schaffen: „Am liebsten etwas anfassen und gestalten.“ Hatte er sich vor einigen Jahren zunächst beim freien Kunstschaffen mit Malerei beschäftigt, so legte er die Pinsel bald wieder weg. Er nimmt lieber die Kettensäge zur Hand fürs Grobe. Außerdem hat er spezielle australische Werkzeuge für Holz entdeckt, die das Glätten erheblich vereinfachen. Sichtbar wird das bei dem hölzernen „Ghost“, dessen Schwingen warm-glänzende Glätte aufweisen.

Der gebürtige Schleswig-Holsteiner hat sein Zuhause, drinnen wie draußen, zu einer lebendigen Galerie gestaltet. Auf den 5000 Quadratmetern lassen sich viele Objekte entdecken. Richtig spannend wird es, wenn Ende Mai der Skulpturengarten auf der ehemaligen Hofstelle Hille zum vierten Mal eröffnet wird. Dann werden Mitglieder seines neu gegründeten Vereins „artes asendorf“ sowie andere Künstler aus Nah und Fern ihre Werke präsentieren. „Das wird eine internationale Ausstellung, denn auch befreundete peruanische Kunstschaffende werden dabei sein.“

Für den Galeristen, Naturliebhaber und Jäger sowie dessen Ehefrau Marita war der Umzug von Delmenhorst in die ländliche Gegend vor ein paar Jahren ein inneres Bedürfnis. „Hier haben wir neben der Ruhe auch reichlich Raum, um solche Ausstellungen veranstalten zu können.“

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