Bilderausstellung zum Thema Flucht / Erfahrungsberichte von Betroffenen

„Die momentane Lage ist einfach schrecklich“

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Die Ausstellung im Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen greift auch das Thema „Flucht über das Mittelmeer in überfüllten Booten“ auf.

Br.-Vilsen - Von Anne Schmidtke. „Millionen Menschen sind aufgrund von Krieg, Gewalt, ihrer sexuellen Orientierung und politischer oder religiöser Verfolgung gezwungen, ihre Herkunftsländer zu verlassen“, erklärt Rahmi Tuncer von der Menschenrechtsorganisation „Pro Asyl“ im Landkreis Diepholz. Die Fotoausstellung „Flüchtlingsbewegungen vom Zweiten Weltkrieg bis heute – unter der besonderen Berücksichtigung Syriens“ greift das Thema Flucht auf.

„Pro Asyl“, der Bruchhausen-Vilser Verein „Lebenswege begleiten“ und der Arbeitskreis „Flüchtlinge“ im Landkreis präsentieren anlässlich der bundesweiten „Interkulturellen Woche“ in der Galerie der Mensa im Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen auf fünf Stellwänden ausgeschnittene, aussagekräftige Bilder aus Zeitungsartikeln. Darauf sind überfüllte, auf dem Mittelmeer schwimmende Boote, bombardierte syrische Städte und viele verzweifelte Personen zu sehen. Begleitend dazu gibt es schriftliche, emotionale Erfahrungsberichte von den Teilnehmern des Arbeitskreises „Flüchtlinge“. Unter anderem beschreiben Syrer, Iraker und Albaner ihre Flucht und ihre Ängste, wieder abgeschoben zu werden. Sie betonen, dass sie in Deutschland bleiben und sich integrieren wollen.

„Die momentane Lage ist einfach schrecklich“, erklärt Tuncer. Derzeit sind nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe weltweit mehr als 60 Millionen Frauen, Männer und Kinder auf der Flucht.

„Wir wollen über die aktuelle Situation aufklären und mit Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen aufräumen“, erklärt Tuncer. Ihn würde es freuen, wenn Lehrer zusammen mit ihren Schülern die Ausstellung besuchten und anschließend Vertriebene in ihre Klassen einlüden, damit diese den Schülern Fragen beantworten können. Weitere Informationen gibt er unter Telefon 01578/6064861.

Doch die Ausstellung greift nicht nur die aktuelle Flüchtlingssituation, sondern auch die der vergangenen 70 Jahre auf. Auf Plakaten des Flüchtlingswerkes der Vereinten Nationen (UNHCR) gibt es Eindrücke von der Entwicklung ab dem Ende des Zweiten Weltkriegs. „Es gibt kein Volk, das noch nicht von Verfolgung betroffen war. Auch die Deutschen mussten darunter leiden“, berichtet Tuncer. Er erinnert an die Vertreibung mehrerer Millionen Menschen aus Ostpreußen. „Solange auf der Welt Kriege herrschen, werden wir weiterhin mit Flüchtlingsbewegungen zu tun haben“, erklärt Tuncer.

Die Bilderausstellung ist noch bis zum 9. Oktober montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr in der Galerie der Mensa im Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen (Auf der Loge 5) zu sehen.

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