Leidenschaft für Ale

Waschechter Bier-Fan: Dietrich Wimmer braut sein eigenes Flüssigschnitzel 

Von fünf über zehn bis 50 Liter: Dietrich Wimmer aus Bruchhausen-Vilsen braut seit zwei Jahren sein eigenes Bier. Foto: Lisa-Marie Rumann
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Von fünf über zehn bis 50 Liter: Dietrich Wimmer aus Bruchhausen-Vilsen braut seit zwei Jahren sein eigenes Bier. 

Ein eigenes Bier brauen – das war ein Traum von Dietrich Wimmer aus Bruchhausen-Vilsen, den er hat wahr werden lassen. Quasi nur für sich. Und seine Frau. Verkaufen will er von seinen eigenen Kreationen nichts. „Das ist nur für den Eigengebrauch“, erzählt er mit einem Lachen. Er ist ein waschechter Bier-Fan. Und das, obwohl er ursprünglich aus einem Wein-Gebiet kommt – der Schwäbischen Alb.

Br.-Vilsen - Doch das eine schließt das andere nicht aus. Er erzählt, dass er sein Leben lang an Orten gewohnt habe, die mit einem Weinstock ausgestattet waren. Also sollte es auch in Bruchhausen-Vilsen so sein, wo er seit 1993 lebt. Als dann eines Tages die Traubenernte so üppig ausfiel, hat er einfach Wein daraus gemacht.

Nachdem er Cord Heidhoff, den Brauer des Vilsener Pilseners, auf dem Brokser Heiratsmarkt kennenlernte, motivierte dieser ihn dazu, sich auch ans Bierbrauen zu trauen. „Ich habe immer gedacht, Brauen ist fürchterlich kompliziert“, gibt Wimmer zu. Und ja, einige komplizierte Handgriffe gebe es tatsächlich zu bewältigen, kommt im weiteren Gespräch heraus. So müsse man beachten, dass jede Hopfensorte ihren eigenen Geschmack habe, beim Brauprozess eine bestimmte Temperatur über mehrere Stunden gehalten werden müsse und das abschließende Herunterkühlen der zeitaufwendigste Part bei der gesamten Prozedur sei.

Bis zu 200 Liter Bier darf Dietrich Wimmer brauen

Wimmer braut sein Bier auf einem Holzherd in seiner Küche. Legal sei das allemal. Bis zu 200 Liter Bier dürfe er produzieren, um die Biersteuer zu umgehen. Seit zwei Jahren geht er seinem Hobby nun nach und hat dabei schon ein paar Sachen ausprobiert. Manche gezielt, manche Ideen entstanden zufällig. Bei einer Reise ins „tiefste Sachsen“ sei ihm einmal aufgefallen, dass es im Bereich Elbe/Saale ein großes Hopfengebiet gebe. Bis dato habe er gedacht, dass Bayern der Vorreiter in Sachen Hopfen-Anbau sei. So sei ihm die Idee gekommen, ein sogenanntes Einheitsbier zu kreieren – also mit Hopfen aus dem Osten und Westen.

Von der Rezeptur her orientiere er sich am Atlantic Ale der Biermarke „Störtebecker“. Das sei sein Favorit. Er beschreibt es als „reines Bier ohne Zusätze“, dessen „fruchtiges Aroma“ durch die Hopfenzusammensetzung entstehe. Der Alkoholgehalt liegt bei rund fünf Prozent vol. – und so auch bei seinem „Einheitsbier“. Sein letzter Brautag fiel zufällig auf den 9. November vergangenen Jahres. Der Weg vom Brautopf in die Flasche dauere gut einen Monat, erklärt Wimmer. Ein halbes Jahr hätte er schon von seinem „Einheitsbier“ getrunken. Heute sind noch Restbestände da, abgefüllt in ehemalige „Störtebecker“-Flaschen.

Bierbrauen als Hobby: Dietrich Wimmer besitzt ein 50-Liter-Fass

Angefangen habe er mit Fünf-Liter-Chargen. Mittlerweile besitze er ein 50-Liter-Fass. „Doch das ist noch nie voll gewesen“, sagt der Hobby-Brauer. Seine Produktionsmenge pendele sich bei etwa 20 Litern Bier ein. „Dabei ist es egal, ob ich fünf oder 20 Liter braue“, sagt er lachend. Denn für eine Charge würde er so oder so den ganzen Tag in der Küche verbringen. Doch das sei egal, denn er beschreibt ein Gefühl von Seeligkeit, als er festgestellt habe, dass eigenes Bier zu brauen, tatsächlich funktioniere.

Sich und seine Frau beschreibt er als „mittelalteraffin“ und die „großen Selbermacher“. Daher würde er gerne mal für den Bassumer Bovelmarkt ein eigenes Bier brauen – vielleicht ein Dünnbier? Das sei im Mittelalter aufgrund von Verunreinigungen häufiger als Wasser getrunken oder als Suppe zubereitet worden.

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