Ferienspaßaktion

Faszination Biene: Familie Ulbig bringt Kindern die Natur näher

Eine insektenfreundliche Familie: Bettina und Thorsten Ulbig kümmern sich gemeinsam mit ihren Kindern Ronja und Mattis um 13 Bienenvölker.
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Eine insektenfreundliche Familie: Bettina und Thorsten Ulbig kümmern sich gemeinsam mit ihren Kindern Ronja und Mattis um 13 Bienenvölker.

Asendorf –  13 Bienenvölker beheimaten die Ulbigs in Asendorf. Im Rahmen der „Hof Ackerdemie“ lädt die Familie jetzt auf ihren Resthof ein.

So richtig wollte das Gemüse im heimischen Garten einfach nicht wachsen. „Ich dachte, dass das womöglich an der geringen Bestäubungsleistung gelegen hat“, erklärt Bettina Ulbig und blickt damit auf einen Moment vor rund fünf Jahren zurück. Ein Bienenvolk sollte ihr von da an bei der Gartenarbeit helfen. Aber bei einem blieb es nicht lang.

Nachdem sie und ihr Mann Thorsten einen Imkerkurs absolviert hatten, zogen schon kurze Zeit später fünf weitere Völker auf ihren Resthof am Hardenborsteler Weg 3 in Asendorf. „Das Feuer hat uns gepackt“, versucht Bettina Ulbig ihre Faszination für die Insekten in Worte zu fassen.

Mittlerweile kümmert sich das Ehepaar gemeinsam mit ihren beiden Kindern Ronja und Mattis um 13 Völker. In den Sommermonaten kann sich die 40-Jährige so über knapp 650 000 fleißige Helferchen in ihrem Garten freuen. „Seitdem wir bei uns die Bienen beheimaten, hat sich unser Verständnis für die Natur verändert. Man macht sich mehr Gedanken, was die Insekten brauchen, und bekommt einen Blick dafür, wo etwas in Blüte steht“, erklären die beiden Hobbyimker. Und damit auch andere Kinder und Erwachsene den Zusammenhang zwischen den Insekten und der Natur deutlicher erkennen können, startet die Familie in diesem Jahr erstmalig im Rahmen der Aktion „Hof Ackerdemie“ des Landvolkes Diepholz mit Angeboten auf ihrem Resthof durch.

Bienen leben allein für ihr Volk. Sie haben stets das Überleben des Gesamtorganismus im Blick.

„Wir wollen den Teilnehmern beispielsweise mehr über die Arbeit eines Imkers erklären, denn ohne ihn würden die Bienen aktuell gar nicht den Winter überleben. Ihre Saison ist nun vorbei, und derzeit blüht nicht sehr viel, weswegen wir einen Teil des Honigs sowie biozertifizierten Zucker zufüttern müssen“, sagt Thorsten Ulbig. Unter anderem das Mähen der Wegeseitenränder an Seitenstraßen sowie das vermehrte Anlegen von Schottergärten trage zur schwierigen Situation der Insekten bei. „Es muss mehr Gefühl dafür entstehen, dass nicht immer alles ordentlich sein muss“, sind die beiden Hobbyimker überzeugt. Ihr Sohn Mattis habe dies schon früh verinnerlicht.

Er war es, der sich bei seinen Eltern dafür stark machte, die hochgewachsene rund 1 300 Quadratmeter große Wiese hinter dem Haus nicht zu mähen, da dies die Heimat vieler Insekten sei. „Schlussendlich haben wir das ganze Areal mit einer Sense bearbeitet“, meint Bettina Ulbig und lacht, als sie an den Moment zurückdenkt. Mit den Angeboten im Rahmen der „Hof Ackerdemie“ will das Ehepaar auch anderen Kindern und Erwachsenen zeigen, dass sie sich angesichts der Tagesnachrichten über den Klimawandel nicht hilflos fühlen müssen, denn jeder Einzelne könne etwas dagegen tun. Familie Ulbig hat daher beispielsweise einen Teil ihres Gartens der Natur zurückgegeben, zwar würden diese Bereiche – trotz farbenfroher Blütenpracht – etwas verwildert aussehen, doch auf diese Weise sei ein Nahrungsangebot für die Insekten geschaffen worden. „Es wäre sinnvoll, wenn man auch in der weiteren Umgebung einfach mal etwas stehen lässt, denn Bienen schaffen es nicht, kilometerweit zu fliegen“, rät die 40-Jährige.

Im Schaukasten vor dem Hof können Kinder die Bienen hinter einer Glasscheibe beobachten.

Die Arbeit eines Imkers sei zudem viel umfangreicher als so manch einer denke. „Es ist mehr als nur den Honig zu ernten“, weiß Thorsten Ulbig, der sich neben den Bienen auch um die Gartendeko kümmert und dafür als selbstständiger Handwerksmeister bereits eine Vielzahl von Metallskulpturen angefertigt hat. Hochsaison sei zwar von April bis Juli, doch auch in den Herbst- und Wintermonaten müsse man für die Insekten sorgen. „Dieses Jahr haben wir knapp 20 Kilo Honig pro Volk geerntet, wovon wir aber auch noch einen Teil zurückfüttern werden.“ Und selbstverständlich werde der gold-gelbe Saft nicht nur verkauft, sondern lande auch auf dem eigenen Frühstückstisch. Mittlerweile nutzt die Familie ihn, um Brot zu backen oder allgemein etwas zu süßen. Neben dem Honig schwören die Ulbigs aber auch auf Propolis, ihr „Allheilmittel“, eine von Bienen hergestellte, harzartige Masse, die antibakteriell sowie antimykotisch (gegen Pilzbefall) wirke. „Daraus machen wir beispielsweise Salben. Allerdings nur für den eigenen Gebrauch“, sagt Thorsten Ulbig.

Wie die Insekten Honig produzieren, wie sie sich ihre Waben bauen und wie aus einem Ei dann tatsächlich eine Biene wird – all das können Teilnehmer bei den Ferienspaßaktionen der „Hof Ackerdemie“ ganz genau unter die Lupe nehmen. Denn vor dem Eingangstor des Hofes in Asendorf steht ein mit einer Glasscheibe ausgestatteter Schaukasten, in dem das fleißige Treiben ganz ohne Furcht beobachtet werden könne. „Mit unserem Angebot wollen wir unter anderem auch versuchen, Ängste zu nehmen und mit Vorurteilen aufzuräumen. Viele fürchten sich vor Bienen und werden panisch. Aber dafür gibt es gar keinen Grund, denn Bienen sind nicht aggressiv und überhaupt nicht interessiert an uns Menschen“, erklärt Bettina Ulbig.

Statt der Angst wünscht sich die Familie, ihre Begeisterung und Faszination für die Tiere mit den Teilnehmern teilen zu können. „Sie sind wirklich faszinierend. Trotz dessen, dass eine gewöhnliche Biene nur knapp sechs Wochen lebt, kann ein Volk etliche Jahre alt werden“, erläutert Hobbyimker Thorsten Ulbig. Darüber hinaus lebe die Biene allein für ihr Volk. Sie habe nur das Überleben des Gesamtorganismus im Blick. „Ist eine von ihnen krank, verlässt sie das Volk, um die anderen zu schützen“, nennt Bettina Ulbig als Beispiel.

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