270 Besucher bei FFF-Vorträgen

„Zu vergeben ist ein Geschenk“

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Dorothee Erlbruch

Br.-Vilsen - Gleich zwei spannende Vorträge hörten die Besucher der beiden „Frühstückstreffen für Frauen“ (FFF) am Wochenende im Restaurant Dillertal in Bruchhausen-Vilsen.

Der erste Termin war für Frauen und Männer gedacht. Referentin Dorothee Erlbruch sprach vor rund 140 Gästen sehr anschaulich über das Thema „Frühe Verletzungen – lebenslange Folgen?“.

„Gott ist nicht immun gegen meinen und deinen Schmerz“, sagte die Diplom-Sozialarbeiterin. Und: „Wer selbst verletzt ist, verletzt oft andere Personen.“ Wer etwa durch Schicksalsschläge oder traumatische Erlebnisse verletzt worden sei, fühle sich oft „irgendwie falsch, anders“ und verdränge die Erinnerung.

Die Referentin machte den Anwesenden Hoffnung auf Heilung: „Die Folgen der Verletzungen müssen nicht bleiben, Gott will sie heilen. Er schickt so viele Erinnerungen, wie wir verkraften können.“ Erlbruch berichtete von ihren Erfahrungen als Beraterin in der Jugend- und Erwachsenenbildung beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM), im Weißen Kreuz in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung sowie in der Beratungsstelle „Aus-WEG?!“ für ungewollt schwangere Frauen in Pforzheim.

Der erste Schritt zur Heilung sei, sich Hilfe zu holen und zu wagen, sich dem Schmerz, den Verletzungen zu stellen, erklärte sie.

Der zweite Vortrag richtete sich ausschließlich an Frauen. Etwa 130 Besucherinnen wollten wissen, was Erlbruch zum Thema „Herausforderung Vergebung“ zu sagen hatte. „Verletzungen, die tief sitzen wie ein Stachel, werden durch das Leben getragen und beeinträchtigen unsere Lebensgeschichte“, sagte die Referentin. Jemandem etwas zu vergeben, sei schwierig, aber auch ein Geschenk, weil dadurch Freiheit entstehe: „Vergebung ist oft ein langsamer und schwieriger Prozess, aber wir sind dann nicht mehr Opfer der Verletzungen und erhalten unsere Würde zurück. Bei Vergebung geht es um die Zukunft.“ Es handele sich nicht um ein Gefühl, sondern um eine Willensentscheidung.

„Wir haben die Möglichkeit, unsere Verletzungen zum Rechtsanwalt Gott zu bringen, denn er nimmt sie auf seinen Schreibtisch“, fuhr die Expertin fort. „Wir dürfen bei Gott klagen, wie es schon in der Bibel bei den Psalmen zu lesen ist. Gott will unsere Klage hören.“ Wer nachtragend sei, habe viel zu schleppen, und Zorn und Groll sorgten für Verbitterung.

Bei beiden Veranstaltungen machten Christa und Andreas Schröder aus Burgwedel Musik.

Das „Frühstückstreffen für Frauen“-Team lädt zu einem Vertiefungsseminar ein: Die Nachlese unter dem Titel „Ein Platz an der Sonne“ findet am Donnerstag, 19. November, ab 19.30 Uhr im Restaurant Dillertal statt. Eine Anmeldung bei Regina Wicke, Telefon 04253/1882, ist erforderlich. Die Teilnehmer gestalten mit Sabine Goldstein Bodenbilder.

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