Fünfköpfige chinesische Delegation informiert sich über Flurbereinigungsprojekte

Besuch aus Fernost

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Olaf Stührmann (links) vom Amt für regionale Landesentwicklung in Sulingen im Gespräch mit dem Dolmetscher der chinesischen Agrarfachleute.

Zum Auftakt gab es ein Lob, das sich bald sogar in China herumsprechen wird: „Die Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen ist kaum noch zu verbessern.“ Das erklärte Olaf Stührmann vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Leine-Weser einer chinesischen Reisegruppe jetzt zu Beginn einer Rundfahrt zum Thema Flurbereinigung vor der Klostermühle Heiligenberg. Adressat des Kompliments war Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann, der den Fachgästen aus Fernost insbesondere Aspekte der Naherholung und des Tourismus in Verbindung mit Flurbereinigungsmaßnahmen erläuterte.

Br.-Vilsen/Warpe - Anlass für die Rundreise durch die Samtgemeinde und die Gemeinde Warpe war der Besuch einer fünfköpfigen Delegation des Anhui Department of Land and Resources im Amtsbezirk der Sulinger Geschäftsstelle des ArL Leine-Weser. Die Agrarfachleute vom Department of Land and Resources (Anhui DLR) in der Partnerprovinz Anhui besichtigten Flurbereinigungsprojekte im Raum Bruchhausen-Vilsen und in Warpe im Rahmen der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) mit dem Chinesischen Ministry of Land and Resources (MLR) und tauschten mit den Anwesenden Erfahrungen auf diesem Gebiet aus.

Ziele und Maßnahmen von Flurbereinigungen in Niedersachsen waren das Thema entlang der Reiseroute, die durch das Gebiet der Verfahren Brebber-Graue, Homfeld-Wöpse, Ochtmannien-Weseloh, Scholen, Haendorf-Essen bis nach Warpe führte. Gemeinsam mit Olaf Stührmann gaben Stefanie Gröger-Timmen, zuständige Referatsleiterin im ML, und die neue Landesbeauftragte des ArL Leine-Weser, Dinah Stollwerck-Bauer, den Besuchern aus China ausführliche Informationen über die einzelnen Maßnahmen.

Beim ersten Stopp der Reisegruppe an der Klostermühle in Homfeld erläuterte Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann Einzelheiten des Flurbereinigungsverfahrens Homfeld-Wöpse, insbesondere in Hinblick auf die Förderung der Naherholung und des Tourismus. Überdies gab Bormann einen Überblick über die im Samtgemeindegebiet durchgeführten elf Flurbereinigungsverfahren: „Es werden rund 200 Kilometer ländliche Wege erneuert, 35 Kilometer nicht mehr benötigte Wege aufgehoben, etwa 120 Kilometer Baumreihen, Hecken, Saumstreifen und Gewässerrandstreifen angelegt sowie Flächen für Biotope, Gewässerentwicklung und Trinkwasserschutz im Umfang von rund 200 Hektar ausgewiesen.“

25 Millionen Euro für die Infrastruktur

Die Gesamtkosten der Maßnahmen zur Verbesserung der ländlichen Infrastruktur im Samtgemeindegebiet belaufen sich nach Bormanns Worten auf 25 Millionen Euro, wovon der Flecken Bruchhausen-Vilsen, die Gemeinden Asendorf, Schwarme und Martfeld und die am Verfahren beteiligten Grundstückseigentümer 6,2 Millionen Euro tragen. Mit 18,8 Millionen Euro beteiligen sich die Europäische Union, der Bund und das Land an den Kosten. Für freiwillige Maßnahmen zum Natur-, Landschafts- und Trinkwasserschutz werden rund 1,7 Millionen Euro aufgewendet. Bei diesen Maßnahmen tragen die Kommunen, der Trinkwasserverband, der Gewässerunterhaltungsverband und die Stiftung Naturschutz 25 Prozent der Kosten. Weitere zwei Flurbereinigungsverfahren sind aktuell im Samtgemeindegebiet in Vorbereitung.

Nächster Halt der Reisegruppe war das am Benser Weg gelegene Fuchsberg – Schlatt im Flurbereinigungsverfahren Ochtmannien-Weseloh. Dort erläuterte Jan Kanzelmeier der chinesischen Delegation die Ziele des Naturschutzes im Landkreis Diepholz und die Rolle, die die Stiftung Naturschutz dabei einnimmt. Am Beispiel des im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens wiederhergestellten Schlatts wurde die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und ArL Leine-Weser dargestellt.

16 Hektar für den Naturschutz

Ehler Meierhans, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft, informierte über die aus Sicht der Landwirtschaft im Jahr 2013 eingeleiteten und 1 600 Hektar großen Verfahren erzielten Ergebnisse. So wurden die Flächenzuschnitte und -größen verbessert, 20 Kilometer Wege erneuert, 15 Kilometer Baumreihen, Gehölz- und Saumstreifen und rund drei Kilometer Gewässerrandstreifen ausgewiesen. Dem Mittelweserverband, dem Wasser- und Bodenverband Hache-Hombach, der Stiftung Naturschutz, dem Flecken Bruchhausen-Vilsen und der Straßenbauverwaltung wurden 16 Hektar für Natur- und Gewässerschutz sowie zur Landschaftspflege übertragen.

Über neu ausgebaute Wege ging die Fahrt weiter ins benachbarte Verfahren Scholen, wo sich die Besuchergruppe anhand einer derzeit laufenden Rekultivierung eines Feldwegs einen Eindruck von sogenannten Planinstandsetzungsmaßnahmen verschaffen konnte.

Auf dem Hof Bünkemühle im Flurbereinigungsverfahren Warpe erläuterte Hermann Heuermann, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Warpe und zugleich Sprecher aller Teilnehmergemeinschaften in Niedersachsen, den Beitrag, den die Flurbereinigung bei der Erreichung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie leisten könne. Exemplarisch wurden die im Verfahren Warpe zusammen mit dem Unterhaltungsverband Meerbach-Führse durchgeführten Maßnahmen im Bereich Bünkemühle und Helzendorfer Mühle dargestellt.

Die Besichtigung fand im Verfahren Brebber-Graue ihren Abschluss. Dort überreichte Landesbeauftragte Dinah Stollwerck-Bauer den chinesischen Gästen eine kleine Auswahl von Fruchtaufstrichen des Hofs Bockhop in Graue.

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