„Hier ist viel los“

Besuch bei den ersten Gästen der Saison auf dem Wohnmobilstellplatz in Bruchhausen-Vilsen

Frau und Mann an einem Tisch in einem Wohnmobil
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Sabine und Wolf-Peter Scholz aus Cloppenburg kommen zum Spazierengehen und Radfahren nach Bruchhausen-Vilsen.

Br.-Vilsen – „Wir waren die ersten hier auf dem Platz“, berichtet Annet Holst. Am Freitag vor Pfingsten, gleich morgens, hatte sie zusammen mit ihrem 22-jährigen Sohn und ihrem Mann ihr rollendes Domizil auf dem Wohnmobilstellplatz in Bruchhausen-Vilsen geparkt. Bis dahin war dieser coronabedingt geschlossen gewesen. Platzwart Wolfgang Wessels zählte am Freitag elf, am Samstag zehn und am Pfingstsonntag acht Wohnmobile.

„Vom überwiegend schlechten Wetter haben sich sicher einige abhalten lassen“, sagt er.

Derzeit dürfen 24 Wohnmobile gleichzeitig auf dem Platz an der Bollenstraße stehen, was einer Auslastung von 60 Prozent entspricht. Dort angekommen, registrieren sich die Bewohner auf Zeit mittels der „Luca“-App. „Das läuft super, so Wessels: „75 Prozent der Gäste hatten diese App zur Kontaktdatenübermittlung schon auf ihrem Handy.“

Auf den Neustart warteten neben Familie Holst auch andere Wohnmobilisten: Sie hatten es sich aufgrund des Regens meistens im Inneren gemütlich gemacht. So wie Annet Holst. Normalerweise zieht es sie aber nach draußen: „Wenn das Wetter gut ist, gehe ich hier gerne skaten“, sagt sie. „Zuhause im Alten Land kann ich nur davon träumen, das auf der Straße zu machen. Dafür ist dort während der Blütezeit einfach zu viel Betrieb“, findet der Gast aus dem Süden hamburgs. Im vergangenen Jahr war sie mit ihrer Familie alle zwei Wochen in Bruchhausen-Vilsen, da ihr Mann ehrenamtlich als Tischler beim Deutschen Eisenbahnverein (DEV) mitarbeitet. Schuld daran, im positiven Sinne, ist ihr bahnbegeisterter Sohn. Durch ihn entdeckte die Familie vor einigen Jahren den Luftkurort und die Museumseisenbahn. „Im DEV hat man uns gleich so herzlich aufgenommen“, freut sich Annet Holst. Sobald die Corona-Lage es wieder zulässt, engagiert auch sie sich im DEV: „Ich fahre dann im Büfettwagen mit“, sagt Annet Holst.

Seit 2013 hat Familie ein Wohnmobil, mit dem sie ihre Zelte regelmäßig auf dem Stellplatz aufschlägt. Den findet Annet Holst ideal: „Man kann die Einkaufsmöglichkeiten fußläufig gut erreichen. Und für eine Gemeinde dieser Größe ist hier viel los. Es ist attraktiv, hier herzukommen“, findet sie.

Zudem sei die Lage des Stellplatzes gerade für Familien perfekt, die mit ihren Kindern in den Luftkurort kämen. „Denn der Wasserspielplatz ist ja gleich nebenan.“ Und noch etwas spricht aus Sicht von Annet Holst für den Standort: „Das Gartenbahncafé nebenan. Da pilgert im Laufe des Nachmittags der ganze Platz hin“, freut sie sich.

Auch Heiko Kieselhorst, ihr Nachbar an diesem Wochenende auf dem Stellplatz, war bereits häufiger in Bruchhausen-Vilsen zu Gast. „Wir kommen aus Wilhelmshaven“, erzählt er. Er und seine Frau hätten den Luftkurort durch die Museumseisenbahn kennengelernt – und bei der Gelegenheit auch den Wasserspielplatz entdeckt. „Seitdem waren wir schon öfters hier“, sagt Heiko Kieselhorst, der an diesem Pfingst-Wochenende zusammen mit seiner Frau und der siebenjährigen Enkelin unterwegs ist. Die beiden toben gerade über den Wasserspielplatz. Der ist das entscheidende Argument dafür, immer wieder nach Bruchhausen-Vilsen zu kommen. „Unsere Enkel spielen da auch gerne“, sagt der vierfache Großvater. „Wir machen mal die Jungs- und mal die Mädchen-Tour“, schmunzelt der Wilhelmshavener.

In seinem Wohnmobil liest er gerne oder spielt Mundharmonika. „Außerdem kann man hier gut ausspannen. Der Platz ist schön, wir fühlen uns hier wohl. Und man trifft immer nette Leute“, erzählt Heiko Kieselhorst.

Zwei Wohnmobile weiter haben es sich Sabine und Wolf-Peter Scholz in ihrem Wohnmobil bequem gemacht. „Wir faulenzen“, sagt Sabine Scholz. Warum die Cloppenburger hier sind? „Die meisten anderen Plätze haben noch nicht geöffnet“, berichtet Wolf-Peter Scholz. Die beiden wollten aber raus und steuerten deshalb Bruchhausen-Vilsen an – und das nicht zum ersten Mal. Auch sie sind Wiederholungstäter. „Hier bekommt man meistens einen Platz“, sagt Wolf-Peter Scholz. Wenn das Wetter mitspielt, macht er mit seiner Frau und Hündin Lady ausgiebige Spaziergänge und Radtouren – letztere auch gerne ins nahe gelegene Hoya. Bereits seit 2006 kommen sie regelmäßig hierher. „Früher hatte ich ein Boot. Da hatte man noch mehr Freiheiten“, findet Wolf-Peter Scholz. Aber auch die Freiheit, mit einem Wohnmobil auf Tour zu sein, schätzt er sehr.

Am Pfingstsonntag wollten sie in Bruchhausen-Vilsen auschecken, aber noch nicht direkt nach Hause fahren: „Wir möchten noch nach Stolzenau weiter. Da steht man direkt an der Weser.“ Coronabedingt sei dort die Anzahl der Stellplätze jedoch auf zehn reduziert worden. „Wenn wir dort keinen Platz finden, fahren wir eben nach Minden weiter“, hat Wolf-Peter Scholz schon einen Plan B geschmiedet.

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