Amerikanerin will hier bleiben

Aus Amerika nach Deutschland: „Das beste Jahr meines Lebens“

+
Kayla Larson hat in ihrer Zeit in Deutschland viele Buttons für ihre Jacke gesammelt. Traditionell tauschen die rotarischen Austauschschüler die Anstecker untereinander. 

Süstedt - Von Mareike Hahn. Das Urteil von Kayla Larson fällt eindeutig aus: „Das war das beste Jahr meines Lebens“, sagt die junge US-Amerikanerin. Umso trauriger ist sie, dass ihre Zeit in Deutschland schon fast vorbei ist. Doch wenn sie am 29. Juli zurück nach New Jersey fliegt, dann tröstet sie sich mit dem Gedanken: „Ich werde wiederkommen.“

Der Rotary Club Bruchhausen-Vilsen hat Kayla ihren Aufenthalt in der Samtgemeinde ermöglicht. Erst wohnte sie in zwei Gastfamilien in Schwarme, nun ist sie bei Süstedtern untergebracht. „Alle sind total lieb“, sagt die 16-Jährige. Insgesamt gefalle ihr Süstedt aber noch besser als Schwarme. Das liegt auch an den Kühen, die auf dem Hof nebenan leben. „Meine Lieblingstiere.“ Und die Dorfgemeinschaft hat Kayla nett aufgenommen.

In Amerika hatte sie zwei Jahre Deutsch in der Schule gelernt, ihre Lehrerin war einst auch als Austauschschülerin in Deutschland gewesen – so kam Kayla die Idee, die große Reise zu wagen. „Es war das erste Mal, dass ich in ein anderes Land geflogen bin. Ich war total aufgeregt“, sagt sie. Doch die Nervosität wich schnell einem guten Gefühl. Und was ihr an Sprachkenntnissen noch fehlte, hat sie längst aufgeholt: Kayla spricht mittlerweile fließend Deutsch.

„Alles besser als in Amerika“

Nicht nur die Sprache mag sie, sondern auch die Kultur, die Leute, das Essen. „Das gefällt mir in Deutschland alles besser als in Amerika“, sagt die 16-Jährige. Deshalb will sie im nächsten Sommer wiederkommen, wenn sie ihr Abschlussschuljahr im Bundesstaat New Jersey beendet hat. Ihr Ziel ist es, hierzulande Biochemie zu studieren. Kayla lobt die vielen Möglichkeiten für Schulabgänger in Deutschland: „Wenn man in den USA fertig mit der Schule ist, kann man nur studieren gehen oder bei McDonald‘s arbeiten.“

Kayla Larson (rechts) hat auch den Kölner Dom besucht.

Die Deutschen findet Kayla zwar „nicht so offen wie die Amerikaner, aber auch nicht so oberflächlich“. Sie habe hier viele Freunde gefunden. „Natürlich vermisse ich meine Familie in New Jersey, aber ich habe mir hier ein Leben aufgebaut“, sagt sie.

Außerdem schmecken ihr Kartoffeln, Wurst, Brot und Co. „In den USA gibt es immer nur Pasta, Gemüse und Hähnchen.“ Und Burger, aber die findet Kayla „ekelig“.

„Die Lehrer sind hier strenger“

Während ihres Jahrs in Deutschland hat die 16-Jährige das Gymnasium in Bruchhausen-Vilsen besucht. Der deutsche Unterrichtsmix sagt ihr mehr zu als der amerikanische. „Und die Lehrer sind hier strenger. In den USA sind sie weniger distanziert, man trifft sich auch am Wochenende mit ihnen. Aber in Deutschland ist es besser, hier lernt man mehr.“

In den vergangenen Monaten hat Kayla viele Ausflüge in die Umgebung, aber auch in verschiedene europäische Staaten gemacht. Sie mag das Land und die Stadt, die alten Häuser und die Landschaft. „Die Städte sind hier sicherer. In New Jersey kann ich nicht alleine mit dem Bus nach Atlantic City fahren. Zu gefährlich.“

Bei ihrem Wunsch, dauerhaft in Deutschland zu leben, spielt der umstrittene US-Präsident Donald Trump übrigens keine Rolle. Kayla fühlt sich hier einfach rundum wohl: „Deutschland passt zu mir.“

Wer sich für ein Austauschjahr mit den Rotariern interessiert, kann sich im Internet informieren:

www.rotary-jd.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Fünf mutmaßliche Terroristen südlich von Barcelona getötet

Fünf mutmaßliche Terroristen südlich von Barcelona getötet

Assistenzsysteme im Auto nachrüsten: Was ist sinnvoll?

Assistenzsysteme im Auto nachrüsten: Was ist sinnvoll?

IGS Rotenburg ist Partnerschule des DFB

IGS Rotenburg ist Partnerschule des DFB

Bilder: Tote und viele Verletzte nach Terrorattacke in Barcelona

Bilder: Tote und viele Verletzte nach Terrorattacke in Barcelona

Meistgelesene Artikel

Aus der Disco direkt gegen eine Laterne und in eine Schlägerei

Aus der Disco direkt gegen eine Laterne und in eine Schlägerei

Doppeltes Grün an der Ampel? Autos kollidieren auf der B214

Doppeltes Grün an der Ampel? Autos kollidieren auf der B214

Technischer Defekt setzt Keller komplett unter Wasser

Technischer Defekt setzt Keller komplett unter Wasser

Arbeiter befreien Kollegen aus vier Meter tiefer Baugrube

Arbeiter befreien Kollegen aus vier Meter tiefer Baugrube

Kommentare