Wahl zum Samtgemeindebürgermeister am 12. September 2021

Bernd Bormann kandidiert für zweite Amtszeit in Bruchhausen-Vilsen

„Der direkte Draht zum Bürger ist mir elementar wichtig“, sagt Bernd Bormann. Er kandidiert im nächsten Jahr zum zweiten Mal für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters. 
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„Der direkte Draht zum Bürger ist mir elementar wichtig“, sagt Bernd Bormann. Er kandidiert im nächsten Jahr zum zweiten Mal für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters. Archiv

Samtgemeinde – „Es gibt viele Themen, die wir angeschoben haben und die ich weiter mitgestalten möchte, daher habe ich mich entschieden, erneut für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters zu kandidieren.“ Das machte Amtsinhaber Bernd Bormann am Freitag auf Anfrage der Kreiszeitung öffentlich. Vorausgegangen waren Gespräche mit der Familie und engsten Kollegen. Nachdem ihm auch drei der vier Fraktionen im Samtgemeinderat signalisiert hätten, ihn weiterhin unterstützen zu wollen, trete er gern für mindestens weitere fünf Jahre an. Zur Wahl steht der Samtgemeindebürgermeister turnusgemäß gemeinsam mit den Kommunalparlamenten am 12. September 2021.

Mit jetzt 58 Jahren könnte der gebürtige Schwarmer auch schon an den Ruhestand denken. Aber: „Mein Beruf macht mir unheimlich viel Spaß“, sagt er stattdessen. Obwohl es in jüngster Vergangenheit ab und an zu knirschen schien im Verhältnis zwischen Rat und Verwaltung, empfinde er die Zusammenarbeit als „sehr gut“. Meinungsverschiedenheiten gehörten dazu, sagt der Verwaltungsprofi, der seit 1982 im Rathaus in Bruchhausen-Vilsen arbeitet. Nach Ausbildung und Fortbildung zum gehobenen Dienst übernahm er die Leitung des Bauamts und war gleichzeitig Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters. 2014 wünschten sich 85,7 Prozent der Wähler den Parteilosen ins höchste Amt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. „Da gibt es vereinzelt auch mal Probleme“, räumt Bernd Bormann im Gespräch ein.

Kontrovers diskutiert wurde zuletzt Bormanns Vorschlag, das Rathaus um einen Anbau zu erweitern, um allen Mitarbeitern einen ansprechenden Arbeitsplatz bieten zu können. Die Diskussion um die Notwendigkeit neuer Räume in Zeiten, in denen alle Welt von zu Hause aus zu arbeiten scheint, trugen die Unabhängigen Wähler, die Sozialdemokraten und die Grünen zeitweise mehr über Leserbriefe denn über direkte Gespräche aus (wir berichteten). Doch dieser Knacks im Vertrauensverhältnis scheint verheilt. Er habe große Lust, „die Samtgemeinde und ihre Mitgliedsgemeinden weiter nach vorn“ zu bringen, sagt Bormann gut gelaunt und voller Elan. Der Umgang zwischen Räten und Verwaltung sei von „großem Respekt und Zieldenken“ bestimmt und „sehr fair“, sagt er. „Das macht Spaß.“

„Aber als Chef ist man nur so gut wie sein Team“, wisse er. „Mein Team ist sehr gut“, bescheinigt er seinen Kollegen im Rathaus, aber auch den kommunalen Einrichtungen wie Bauhof, Bäder und Kindertagesstätten. Rückschlüsse, ob damit auch er seine Arbeit sehr gut mache, überlasse er im nächsten Jahr dem Wähler. Die Parteien haben sich ihr Urteil bereits gebildet: Drei der vier Fraktionen hätten ihn nicht nur angesprochen, ob er weitermachen werde, sie hätten ihm auch signalisiert, ihn weiter zu unterstützen. Wer nicht dazugehört, erwähne er ausdrücklich nicht. Von Zwist halte er nichts. Bevor er eine Anfrage der Kreiszeitung zu seiner beruflichen Zukunft beantwortete, informierte er nicht nur die Fraktionsvorsitzenden und Vorsitzenden der politischen Ortsverbände, sondern auch seine Kollegen. „Sie sollen über meine Entscheidung zuerst von mir persönlich erfahren“, sei ihm wichtig.

Immer wieder erlebt man Bernd Bormann, wie er sich schützend vor sein Team stellt. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) hatte unlängst „Mitarbeiter aus dem Rathaus“ bezichtigt, die Geschäftsführung von Vilsa-Brunnen vorzeitig über einen geplanten Streik informiert und die Aktion damit vereitelt zu haben (wir berichteten). „Ich war es nicht“, wies Bormann die auch an ihn persönlich gerichteten Vorwürfe zurück. „Aber wenn die Info aus meinem Haus kam, halte ich natürlich den Kopf dafür hin“, sagte er seinerzeit ohne zu zögern. Die Gewerkschaft bleibt für ihre Behauptung bis heute jeden Beweis schuldig.

Das „eingespielte Team“ in der Verwaltung und ihren Einrichtungen sei ein wesentlicher Grund, warum er sich für eine erneute Kandidatur entschieden habe, führt Bernd Bormann aus. „Das macht es mir leicht, das Rathaus und die Verwaltung zu führen.“ Vieles habe er mit diesem Team angeschoben, was er weiter begleiten möchte.

Den Klimaschutz nennt er dabei als erstes Projekt. „Das Antragverfahren für einen Klimaschutzmanager läuft“, sagt er zum Klimaschutzbündnis, das die Samtgemeinde vor etwa einem Jahr auf den Weg gebracht hat.

Die ärztliche Versorgung in der Samtgemeinde folgt in der Liste der Themen, die Bormann umtreiben. Seit zwei Jahren befasse er sich intensiv damit und es werde bis weit in nächste Wahlperiode brauchen, um sie zufriedenstellend für alle Mitgliedsgemeinden aufzustellen.

Mit den Möglichkeiten der Städtebauförderung werden sich Martfeld und Schwarme in den nächsten vier, fünf Jahren für die Zukunft aufstellen, erinnert er an eines der jüngsten Projekte. „Das würde ich sehr gerne begleiten und als Gemeindedirektor beider Gemeinden mitgestalten“, wünsche er sich für das Vorhaben, für das die Verwaltung bereits viel Vorarbeit geleistet habe.

Noch in der Anfangsphase befinde sich das Unterfangen, die Finanzbeziehungen zwischen Samtgemeinde und Mitgliedsgemeinden verlässlich zu regeln. „Die bisherigen Ideen müssen nicht der Weisheit letzter Schluss sein; ich möchte mit dem Kämmerer und den Räten gemeinsam an einer Lösung arbeiten.“

Voranbringen möchte er die Flurbereinigung sowie die Entwicklung der Baugebiete. Für ein gesundes und nachhaltiges Wachstum sei es wichtig, die Bautätigkeit so zu lenken, dass die vorhandene Infrastruktur funktioniere, also beispielsweise sich dann junge Familien niederlassen können, wenn die Kindergärten den Nachwuchs verkraften können.

„Wir haben viel geschafft in den vergangenen sechs Jahren“, blickt er auf seine zu Ende gehende Wahlperiode zurück. Die Kindergartenlandschaft sei mit Ausnahme von Asendorf bereits neu und vielfältig aufgestellt worden, für Schulen, Gerätehäuser und Sportstätten greife eine sinnvolle Finanzplanung. „Das ist der wirklich guten Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung zu verdanken“, betont er. „Ich möchte meinen kleinen Teil dazu beitragen, dass sich die Samtgemeinde weiter so positiv entwickelt“, benennt er seine Motivation, zum zweiten Mal für das höchste Amt in er Samtgemeinde zu kandidieren.

Andere Kommunen haben Bormanns Qualifikation und Qualität durchaus auch erkannt. Als er noch Stellvertreter des Verwaltungs-Chefs war, habe es mehrere Anfragen gegeben, andernorts leitende Funktionen zu übernehmen.

Jemand, der sich beim Einkaufen auf Dienstliches ansprechen lässt, der seine Handynummer großzügig verteilt und Anrufe zu jeder halbwegs zumutbaren Uhrzeit auch annimmt, der nicht auf ein formales Sie besteht, sondern per Du mit vielen nicht nur von Bürgernähe spricht – so einen wünschten sich auch andere.

„Ich kann diesen Job aber nur hier in Bruchhausen-Vilsen mit so viel Herzblut machen, wie ich ihn mache. Hier ist meine Heimat“, betont er seine Wurzeln gern.

Einen Draht zu den Bürgern in allen Mitgliedsgemeinden zu haben, wie er betont, um ihre Bedürfnisse und Wünsche aus erster Hand zu wissen, sei „elementar wichtig“ für ihn. „Ich weiß, worauf ich mich einlasse“, sagt er zu seinen beruflichen Plänen.

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