Chefinitiator Heinrich Henke im Gespräch

„BIG Challenge“: Event im Kampf gegen Krebs

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Auch Cheforganisator Heinrich Henke geht bei der „BIG Challenge“ mit dem Fahrrad für den guten Zweck auf die Strecke. Das sportliche Outfit hat er sich extra für diesen Zweck zugelegt.

Bruchhausen-Vilsen - Von Ulf Kaack. Am Samstag, 23. Juni, findet die „BIG Challenge“ in Bruchhausen-Vilsen und umzu statt. Ein Benefizevent im Kampf gegen den Krebs. Wir sprachen mit Chefinitiator Heinrich Henke darüber, was sich dahinter verbirgt und was ihn ganz persönlich mit dieser Initiative verbindet:

„BIG Challenge“ – der Begriff scheint ja Riesiges zu verkünden. Worum geht’s dabei?

Dahinter steht ein von Landwirten gegründeter Verein, der sich bundesweit im Kampf gegen den Krebs engagiert. Bereits vier Mal wurde dieser sportliche Aktionstag in der Region am Niederrhein durchgeführt, am 23. Juni findet die „BIG Challenge“ erstmals in Bruchhausen-Vilsen statt. Mit diesem sozialen Sportevent sammeln wir Bauern überregional Spendengelder in durchaus ansehnlichen Größenordnungen ein, die ohne Umwege und Reibungsverluste krebskranken Menschen zugutekommen. Die Idee dazu wurde ursprünglich von niederländischen Bauern entwickelt und verbreitet sich gerade über ganz Europa.

Was bedeutet „BIG“ dabei?

Ehrlich gesagt: keine Ahnung. Das ist die internationale Markenbezeichnung. Das konkrete Motto hinter der „Challenge“ heißt „Aufgeben kommt nicht in Frage!“ – diese Symbolik gilt ganz sicher bei Krebserkrankungen, die im Zentrum aller Aktivitäten stehen. Aber natürlich auch für die „Challenge“ an sich. Auf der Strecke das Handtuch zu werfen, ist ein No-Go. Denn bei allem Spaß dabei: Der Hintergrund der Sache ist ernst.

Was motiviert Sie persönlich zu diesem Engagement?

Wie die meisten Menschen auch, bin ich schon häufig im Freundes- und Familienkreis mit dem Thema Krebserkrankungen konfrontiert worden. Oft mit gutem Ausgang, manchmal eben auch verbunden mit einem langen qualvollen Krankheitsprozess bis zum Ableben. In solchen Situationen kann man nichts mehr tun, aber eben im Vorfeld. Nicht nur darum habe ich die „BIG Challenge“ für mein Engagement gewählt. Auch weil hinter dieser Aktivität ein unabhängiger Verbund von Landwirten steht. Ich bin selber Bauer und finde es gut, dass wir gemeinsam für den guten Zweck einen Schulterschluss gefunden haben. Und erfahrungsgemäß generieren wir mit dem Benefizlauf auch eine größere Summe für die Deutsche Krebshilfe, nicht nur einen Tropfen auf den heißen Stein.

Was für einen Erlös erwarten Sie?

150.000 Euro sollten schon zusammenkommen, vielleicht auch noch ein Tick mehr.

Das klingt beeindruckend, aber wie funktioniert das?

Wir erwarten am 23. Juni etwa 300 Teilnehmer. Jeder davon ist aufgerufen, mindestens 500 Euro Sponsorengelder mitzubringen. Alles natürlich ohne Abzug für den guten Zweck, versteht sich. Und man muss auch kein Bauer sein, um daran teilzunehmen. Im Gegenteil: Jeder kann und soll mitmachen.

Und was verbirgt sich hinter dem Lauf an sich?

Wir haben eine insgesamt 40 Kilometer lange Strecke durch die Samtgemeinde, praktisch im Kreis rund um Bruchhausen-Vilsen festgelegt und als Parcours im Rathaus genehmigen lassen. Man kann als Läufer oder mit dem Fahrrad an den Start gehen. E-Bikes sind dabei nicht zugelassen, Fahrradhelme und Verkehrstüchtigkeit hingegen Pflicht. Anschließend absolviert jeder Teilnehmer sein ganz individuelles Pensum, wobei die Distanz für die Läufer natürlich kürzer bemessen ist. Es geht nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um das Herantasten an die eigenen Grenzen. Jeder versucht, eine Runde mehr zu schaffen, als er es für möglich hält. Genau wie Krebspatienten nicht aufgeben dürfen. Solidarisch zeigen wir ihnen an diesem Tag, dass wir alle an ihrer Seite kämpfen. Jeder Teilnehmer entrichtet vorab ein Startgeld in Höhe von 60 Euro. Dafür erhält er ein Startpaket mit Funktionsshirt und Verpflegung. Daraus decken wir als lokaler Veranstalter die ganzen Kosten zur Durchführung der „BIG Challenge“. Alles was überbleibt, fließt am Ende dem großen Spendenpott zu.

Für die Schlachtenbummler am Wegesrand: Wie läuft die Route?

Ganz grob vom Start- und Zielpunkt am Marktplatz aus über Wöpse nach Asendorf und Heiligenberg, anschließend durch den Norden der Samtgemeinde über Süstedt, Uenzen, Martfeld und Schwarme zurück nach Broksen. Ab fünf Uhr frühmorgens kann gestartet werden, bis 13 Uhr können Teilnehmer auf die Strecke gehen.

Was bekommt der Sieger?

Nichts. Rein gar nichts, denn wir werden keinen Sieger ermitteln. Gewinner sind bei uns ausschließlich die krebserkrankten Menschen. Allein darum geht es. Die Teilnehmer der „BIG Challenge“ treten auch nicht im Wettbewerb gegeneinander an, sondern kämpfen ausschließlich gegen sich selbst. Die Zeiten der Sportler werden zwar gemessen und dokumentiert, aber nur für deren eigene Leistungskontrolle.

Und wer managt das ganze Event?

Vornehmlich ein loser Verbund aus Kollegen und Freunden aus der landwirtschaftlichen Branche. Ehrenamtlich natürlich. Das Deutsche Rote Kreuz ist einsatzbereit für eventuelle medizinische Notfälle und die Ortsfeuerwehren kümmern sich um den reibungslosen Verkehrsfluss.

Kann man noch teilnehmen?

Klar, die Anmeldefrist endete zwar eigentlich am 1. Juni. Aber ich denke, auch jetzt geht noch was. Nach oben hin haben wir keine Begrenzung. Unterstützung könnten wir übrigens noch im organisatorischen Umfeld der „BIG Challenge“ gebrauchen, bei der Streckensicherung oder der Ausgabe von Starterpaketen oder Verpflegung …

Sind Sie selbst auch am Start?

Ja, sicher. Mir eilt zwar nicht unbedingt der Ruf einer Sportskanone voran, aber ich habe mir bereits vor einigen Monaten ein Rennrad und die dazugehörige Sportbekleidung zugelegt. Seitdem trainiere ich fleißig … na ja, ab und zu jedenfalls.

Mehr Informationen und Anmeldungen unter E-Mail info@bigchallenge-deutschland. de oder auf der Homepage

www.bigchallenge- deutschland.de

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