Der Beginn einer Fangemeinde

Luchian-Quartett überzeugt in Schwarme

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Die Familie Luchian in der Kirche Schwarme (von links): David, Tatjana, Romeo und Mihaela. 

Schwarme - Von Horst Friedrichs. Es ist die Mundpropaganda, die diese Musiker immer bekannter macht: Das Luchian-Quartett aus Moldawien ist unter Kennern schon seit Langem mehr als ein Geheimtipp. Zugleich sind die inzwischen in Rumänien beheimateten Virtuosen eine Familie. Am Mittwochabend gastierten die Luchians zum ersten Mal in Schwarme.

In der Kirche stießen sie auf ein begeistertes Publikum, dem Werner Bartsch (Bremen), Entdecker und Förderer der Musikerfamilie, auf anrührende Weise schilderte, wie er Familienoberhaupt Romeo Luchian vor 18 Jahren in der Hansestadt kennenlernte und wie sich daraus über die Entfernung von 2000 Kilometern eine enge Freundschaft entwickelte.

Vielseitigkeit ist Programm

Mit bestechender Musikalität und instrumentalem Können überzeugten die Luchians ihre Zuhörer in Schwarme auf Anhieb – wie zuvor schon die in mehreren anderen Konzerten in Kirchen und Konzertsälen der Region. Weitere Auftritte werden folgen.

Für die Schwarmer Konzertbesucher gab es vor Beginn eine Liste mit den Terminen. Werner Bartsch: „Ein Höhepunkt wird mit Sicherheit das Konzert in der Felicianuskirche in Weyhe am 25. August.“ Dort und in anderen Orten haben die Luchians bereits eine große Fangemeinde. In Schwarme kann nach dem bereits gut besuchten ersten Konzertabend nun eine ähnliche Entwicklung beginnen. Pastorin Meike Müller zeigte sich entsprechend zuversichtlich.

Vielseitigkeit ist Programm, wenn Romeo Luchian und seine Familie die ganze Bandbreite ihres von viel Gefühl geprägten Könnens entfalten. In Schwarme demonstrierten sie in unterschiedlichen Formationen, vom Solo bis hin zum kompletten Quartett, welche feingewirkten Klangbilder sie dank meisterhafter Beherrschung ihrer Instrumente zu erzeugen vermögen. Romeo Luchian verblüffte dabei mit seinem Akkordeon, dem er sakrale, orgelhafte Töne ebenso zu entlocken vermochte wie beschwingte Wiener Walzerreminiszenzen. Als Pianist tritt der neunjährige David in die Fußstapfen seines Vaters, während das Hauptinstrument des begabten Jungen derzeit die Holzflöte ist.

In seinem Heimatland gewann David Luchian mit diesem Instrument erst kürzlich zwei bedeutende Musikwettbewerbe. Seine Eltern, Romeo und Tatjana, sind beide Musikprofessoren. Tatjana und ihre Tochter Mihaela leisten mit ihren Violinen einen überragenden Beitrag zum Repertoire, das auch in Schwarme für anhaltenden Applaus sorgte. Tochter Daniela (Quer- und Panflöte) konnte nicht dabei sein, weil sie in ihrem Medizinstudium kurz vor dem Abschluss steht.

Teil des Erlöses geht an Waisenhäuser

Von klassischer und kirchlicher Musik wechselten die Familienmitglieder mit Leichtigkeit in die weniger „ernsten“ Sphären der Unterhaltungsmusik und der Folklore aus ihren heimischen Breiten. Bedeutungsvoll der Zugabe-Titel „Limelight“, mit dem sich für Romeo Luchian und Werner Bartsch eine besondere Erinnerung verbindet. Es war 1999, als Bartsch im Bremer Stadtzentrum einen Straßenmusiker hörte, der ihn auf der Stelle faszinierte: Romeo Luchian spielte „Limelight“ vor dem Bremer Rathaus. Weil Werner Bartsch für das 75-jährige Jubiläum seiner Firma – Ernst Bartsch in Dreye – Musiker suchte, verpflichtete er den mitreißenden Akkordeonspieler und Pianisten vom Fleck weg. „Daraus entwickelte sich eine wunderbare Freundschaft“, berichtete Werner Bartsch am Mittwoch in Schwarme. Zum 90-jährigen Firmenjubiläum spielte dann bereits die ganze Familie Luchian. Seither fahren Romeo Luchian und seine Familie jedes Jahr die 2 000 Kilometer nach Bremen; in diesem Jahr mussten sie auch noch einen Getriebeschaden an ihrem Auto verkraften. Für ihre Konzerte verlangen sie keinen Eintritt. Von dem Spendenerlös geben sie einen Teil an Waisenhäuser in Rumänien weiter.

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