Jubiläumsfestival im „Break Out“

Eberhard Schumann ist seit einem halbem Jahrhundert DJ

+
Die Anzeigen, Verträge und Plakate von „Magic Sound“ hat Eberhard Schumann aufgehoben.

Br.-Vilsen - Von Vivian Krause. Seine Mutter Else hatte im Radio gehört, es gebe Diskotheken, dort lege man auf, und das nenne sich dann DJ. Sie erzählte ihrem Sohn davon. Für Eberhard Schumann der Start der Ära DJ Eberhard. Das war vor 50 Jahren. Seitdem hat der Bruchhausen-Vilser sein großes Hobby nie ganz aufgegeben. Zu dem Jubiläum organisiert er gemeinsam mit dem „Break Out“ in Asendorf die Veranstaltung „Das Musikfestival“ am 29. und 30. Dezember.

Doch zunächst zu den Ursprüngen der Musik-Leidenschaft. Eberhard Schumann sammelte zwischen seinem 15. und 20. Lebensjahr Schallplatten. „Ich hatte erst nur Platten, keinen eigenen Spieler. Den habe ich mir zwischendurch geliehen“, sagt heute 70-Jährige. Und zwar unter anderem von seinem Chef während seiner Lehre zum Gärtner im Blumen- und Zierpflanzenbau beim Betrieb Kranz in Asendorf. Jede Mark investierte Schumann damals in Schallplatten. Eine kostete zwischen 3,50 und 5 D-Mark.

Mit Fahrrad, Plattenspieler, Boxen und 100 Platten zur Party

Damit er sich seine Sammelleidenschaft finanzieren konnte, fuhr Schumann während der Lehre bis zu 25 Kilometer mit dem Fahrrad auf verschiedene private Partys, um dort Musik zu machen. Mit dabei: ein Plattenspieler, Boxen und rund 100 Platten. Für einen Abend bekam Schumann 20 Mark, „die habe ich wieder in Platten investiert“. Teilweise habe er sich auch Geld geliehen. „Das war schon verrückt“, sagt er heute.

Weihnachten 1967 machte Eberhard Schumann zum ersten Mal im Saal des „Deutschen Hauses“ in Bruchhausen-Vilsen Musik. Damals war er 21 Jahre alt und legte als „Red River Discothek“ auf. Der Grund für den Namen: Er fand den Titel „Red River Rock“ von „Johnny And The Hurricanes“ unheimlich gut. „Das war der Einstand mit etwa 220 Leuten“, sagt Schumann mit Blick auf den ersten Abend im „Deutschen Haus“. Rund ein Jahr legte er alleine auf, dann formierte er sich gemeinsam mit zwei weiteren Musikbegeisterten – Bernd Kuhlencord und Hartmut Ziglowski (inzwischen verstorben) – neu und gründete „Magic Sound“. Das erste Mal legten sie gemeinsam am 1. Januar 1970 in Neubruchhausen auf, danach auch in Affinghausen und Asendorf.

DJ - voller Freude, aber immer nur nebenbei

„Ich war zuständig für die Lichtanlage und die Schallplatten und habe so vorgegeben, was gespielt wurde“, sagt Schumann. Nach rund drei Jahren trennten sich die Drei, und Eberhard Schumann machte alleine weiter, bis er 1978 sein vorläufiges Aus verkündete. Richtig aufgehört hat er aber nie: In unregelmäßigen Abständen steht er bis heute noch immer an den Plattentellern beziehungsweise mittlerweile am Laptop. Denn: Schleppte er früher Schallplatten von A nach B, so braucht er heutzutage nur noch den Laptop mit Musikdateien. Schumann habe sich besonders mit dem Wandel von der Schallplatte zur CD schwergetan.

„Ich hätte niemals gedacht, dass ich so lange auflege“, sagt Schumann. Doch auch heute noch habe er volle Säle. Bei seinen Auftritten erreiche er auch junge Leute.

DJ war Eberhard Schumann immer nur nebenbei. Er war 20 Jahre lang Landschaftsgärtner, arbeitete vier Jahre beim Bauamt, und dann machte sich der Hobbyfotograf in Bruchhausen-Vilsen selbstständig mit „Creative Fotografie“, später kam „Edition Schumann“ dazu, die laut eigenen Angaben hochwertige Papierprodukte wie Postkarten und Kalender fertigt.

DJ Eberhard im Jahr 1968.

Schumann hatte in seiner Anfangszeit als DJ eine Vorliebe für Jazz und Modern Jazz zum Beispiel vom „Dave Brubeck Quartet“. Doch sein Musikgeschmack gehe auch mit der Zeit. So zeige sein Enkel Felix ihm Lieder beispielsweise von Techno-Musiker Paul Kalkbrenner. „Manchmal sind auch langweilige Sachen dabei“, sagt Schumann. „Was ich nicht mag, ist Rap-Musik.“

Schumann selbst spielt kein Instrument und sagt: „Ich habe keinen Rhythmus, ich kann auch nicht tanzen.“ Aber andere zum Tanzen bringen, das ist sein Ding. Die Musikbegeisterung teilt er mit seiner Frau Brigitte. Sie gehen gemeinsam zu Konzerten – von Pop über Klassik bis Rock. Wen er gerne mal live sehen würde? Chris Isaak. Ein amerikanischer Sänger, dessen wohl bekanntester Titel das Liebeslied „Wicked Game“ (1989) ist.

„Flying Buffet“ bietet Köstlichkeiten aus 13 Ländern

Schon jetzt freut Eberhard Schumann sich auf Freitag und Samstag, 29. und 30. Dezember, auf „Das Musikfestival“ im „Break Out“ in Asendorf an der Bundesstraße 6. Los geht es am Freitag um 20.30 Uhr mit den Tänzerinnen von „The Midnight Circus“ aus Nienburg, die unter anderem orientalischen Tanz zeigen. Ab 21.15 Uhr spielt die Beatles-Cover-Band „The Beatles Connection“, gebildet von vier Musiker aus Braunschweig. Ab 23.30 Uhr legt DJ Eberhard Kulthits der 60er-, 70er- und 80er-Jahre auf.

Der Samstag startet um 20.30 Uhr mit dem Percussion-Trio „Descara“. Es folgt um 21.15 Uhr die „CCR Revival Band“, deren vier Musiker den Sound der Rockband „Creedence Clearwater Revival“ präsentieren, und ab 23.30 Uhr legt DJ Eberhard auf.

An beiden Abenden gibt es ein „Flying Buffet“, zubereitet von den vier Köchen des „Break Out“, mit Köstlichkeiten aus 13 Ländern.

Tickets sind es im Vorverkauf erhältlich für 18 Euro je Abend oder als Kombi-Ticket für beide Tage für 29 Euro. An der Abendkasse kostet eine Karte 22 Euro. Einlass ist jeweils ab 20 Uhr. Wer nach 23.30 Uhr kommt, zahlt fünf Euro. In dem Preis ist das Büfett nicht enthalten, es kostet 19 Euro je Abend und Person und ist nur mit Anmeldung möglich. Einlass für Hungrige ist dann ab 17.30, Essen ab 18 Uhr.

Die Vorverkaufsstellen: die Volksbanken in Bruchhausen-Vilsen, Hoya und Sulingen, die Kreissparkasse in Syke, die Discothek „Break Out“ in Asendorf sowie online bei Edition Schumann.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Diese Promis bekennen sich zu Bitcoin - und sagen das voraus

Diese Promis bekennen sich zu Bitcoin - und sagen das voraus

China baut Militärstützpunkte im Südchinesischen Meer aus

China baut Militärstützpunkte im Südchinesischen Meer aus

Das sind die teuersten Promi-Flitzer aller Zeiten

Das sind die teuersten Promi-Flitzer aller Zeiten

Pferdestall-Großbrand in Hanstedt

Pferdestall-Großbrand in Hanstedt

Meistgelesene Artikel

Bundeswehr spendet Schutzhütten aus Flüchtlings-Projekt

Bundeswehr spendet Schutzhütten aus Flüchtlings-Projekt

Seit 50 Jahren „Gesund und fit für Frauen“ mit Doris Kuhn

Seit 50 Jahren „Gesund und fit für Frauen“ mit Doris Kuhn

Ende der Ära Landfrauenchor Sulingen

Ende der Ära Landfrauenchor Sulingen

Lisa Hermjohannes und Leonie Sander gewinnen

Lisa Hermjohannes und Leonie Sander gewinnen

Kommentare