„Baumcircus Linnert“ besucht Waldkindergarten / „Angst haben wir nicht“

Kinder hängen in den Seilen

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Der sechsjährige Sönke kletterte eifrig über die Hängebrücke, und auch seine Kindergartenkameraden hatten gestern viel Spaß. Leiterin Ines Kaufmann freute sich über die Fortschritte der Kinder.

Schwarme - Sönke hangelt sich bäuchlings über eine Hängebrücke, seine Hände greifen von einem Querholz zum nächsten. Die Seile, die die Hölzer an beiden Seiten verbinden, schwanken stark. Plötzlich verliert der Sechsjährige den Halt – und fällt auf den weichen Waldboden. Er lacht und versucht es gleich noch einmal.

Klettern, springen, balancieren und spielen war gestern im Waldkindergarten in Schwarme angesagt. Neben Sönke versuchten sich rund 65 weitere Kinder an den verschiedenen Geräten, die der „Baumcircus Linnert“ aus Bassum mitgebracht hatte. Wer zwischendurch entspannen wollte, der machte es sich in einer Hängematte gemütlich.

„Nachdem die Bäckerei Orlamünde dem Waldkindergarten zur 800-Jahr-Feier von Schwarme im letzten Jahr 800 Euro gespendet hat, dachten wir, wir gönnen uns mal was“, erzählte Kindergartenleiterin Ines Kaufmann. Und so nutzte das Team der Einrichtung einen Teil des Geldes, um Bea Linnert zu verpflichten. Die Fachagrarwirtin für Baumpflege spannte Seile, hängte Trittleitern auf und installierte Kletterbalken.

Damit nicht nur die Mädchen und Jungen des Waldkindergartens auf Entdeckungstour gehen konnten, wurden zusätzlich die Gruppen aus dem örtlichen Kindergartengebäude am Mühlenweg eingeladen – also besuchten die „Raben“ und „Frösche“ die „Füchse“ in den Schwarmer Fuhren und tobten sich auf dem Seilspielplatz aus.

„Das physische Spielen steht im Mittelpunkt“, erklärte Bea Linnert. Sie freute sich, dass die Kids im Laufe des Vormittags immer mutiger wurden. „Sie entdecken, wie man welches Gerät nutzen kann. Regeln sind dafür nicht notwendig“, sagte die Fachagrarwirtin und ergänzte: „Es geht um die Motorik, und das ist auch was für Erwachsene.“

Kinder werden

immer mutiger

Das sah Ines Kaufmann genauso: Auch sie probierte – ebenso wie manche Erzieherin – das eine oder andere Gerät aus. Während die Frauen das Gleichgewicht mehr oder weniger gut hielten, plumpsten die drei- bis sechsjährigen Kinder immer mal wieder auf den Boden – und nahmen es gelassen. Aufstehen, Seil richten, weitermachen.

„Das ist ein guter Tag“, waren sich Kletter-Fan Sönke und der vierjährige Benjamin in einer kurzen Verschnaufpause einig. „Angst haben wir nicht“, versicherten sie. Sönke wünschte sich eine Wiederholung des Tages – doch dann fiel ihm ein, dass „ich da ja gar nicht hin kann. Ich komm nämlich bald schon in die Schule. Aber das ist ja auch gut.“ Und schon wandte er sich ein weiteres Mal der Hängebrücke zu.

„Das macht Spaß“, fanden auch Sonja und Til. „Ich will jetzt öfter klettern“, sagte der Junge. Einfach nur rumzulaufen und Stöcke zu sammeln, gefalle ihm aber auch ziemlich gut. Im Schwarmer Waldkindergarten war er somit gestern genau richtig.

mah

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