Bauausschuss diskutiert mal wieder über die Entwicklung des Vilser Ortskerns

Das alte Lied

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Der Engelbergplatz gehört zu den Bereichen im Vilser Ortskern, die in den nächsten Jahren attraktiver gestaltet werden sollen – vorausgesetzt, die Kommunalpolitiker bleiben bei ihren Plänen.

Br.-Vilsen - Von Mareike Hahn. Wenn es um die Entwicklung des Vilser Ortskerns geht, ist der Bauausschuss des Fleckens immer für eine Überraschung gut. So auch während der Sitzung am Mittwochabend im Rathaus: Nachdem sie sich jahrelang Gedanken um die Gestaltung des Ortskerns gemacht und zuletzt im November über neue Ideen gesprochen hatten, waren mehrere Kommunalpolitiker jetzt unsicher, ob man sich nicht doch erst mal anderen Bereichen Bruchhausen-Vilsens zuwenden sollte.

Bei den Haushaltsberatungen 2015 hatte noch Konsens darüber geherrscht, jedes Jahr 60000 Euro für die weitere Entwicklung des Ortskerns in den Haushalt einzustellen. Doch diesmal sorgte der Posten für Unruhe in den Reihen der Politiker. Dabei ging es nicht um den Betrag, sondern um dessen Verwendung.

In einer Präsentation stellte Bauamtsleiter Torsten Beneke alle für den Ausschuss relevanten Haushalt-Zahlen dar und erwähnte auch eben jene 60000 Euro. Er erinnerte an die Bauausschuss-Sitzung im November, bei der Christina Stoffers vom Büro für Garten- und Landschaftsplanung in Petershagen Verbesserungsvorschläge für den Ortskern vorgestellt hatte – wohlgemerkt im Auftrag des Fleckens. Im Fokus standen dabei die Plätze vor dem Modegeschäft Bullenkamp und vor der Parfümerie Schuback sowie der Engelbergplatz. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit den 60000 Euro den einen oder anderen Bereich bearbeiten können“, sagte Beneke und riet, vor der Parfümerie anzufangen, um den Bereich Bahnhofstraße/Bollenstraße fertigzustellen. Wie berichtet, hatte der Flecken diese Einmündung 2015 zu einer „attraktiven Eingangspforte“ für den Ortskern umgestaltet.

Christdemokrat Heiko Albers meldete sich zu Wort: „Ich frage mich, was mit Ortskern gemeint ist“, sagte er. „Es gibt auch andere Ecken, an denen wir was machen sollten.“ Das sah Lars Bierfischer (SPD) anders: „Wir haben das Thema Bahnhofstraße/Bollenstraße noch nicht zu Ende gebracht. Das würde ich erst mal weiter vorantreiben wollen.“ Wolfgang Griese (CDU) forderte daraufhin, nicht nur von Jahr zu Jahr zu gucken, sondern schon jetzt den Blick auch auf Bruchhausen zu lenken.

Verwundert reagierte Walter Kreideweiß (Grüne) auf seine Vorredner. „Bei der Prioritätensetzung sind wir ja schon gewesen. Unser Schwerpunkt lag auf dem Ortskern, wir wollten erst mal die drei Plätze in Angriff nehmen. Natürlich darf man den Rest nicht vernachlässigen, aber wir haben nicht das Geld, um gleich alles zu machen.“ Auch Dietrich Wimmer (SPD) war der Meinung, dass erst mal der Ortskern dran sei. Ebenso wie Grünen-Politiker Bernd Schneider: „Wir müssen das Konzept von Frau Stoffers abarbeiten und dann weitersehen.“

Auf Albers‘ Vorschlag, das Wort „Ortskern“ aus der Bezeichnung des Postens im Haushalt zu streichen, entgegnete Bernd Prumbaum (SPD): „Das ist doch Wortklauberei!“ Beneke schlug daraufhin vor, den Posten einfach „Entwicklung des Orts“ zu nennen. Widerspruch erntete er nicht.

Pflaster-Reparaturen

und Straßenbeleuchtung

In seiner Präsentation der Haushaltszahlen nannte der Bauamtsleiter auch mehrere Posten, die noch nicht im Haushalt 2016 enthalten, aber irgendwann fällig seien: Pflaster-Reparaturen an der Sulinger Straße (Kosten: circa 40000 Euro), der Bruchhöfener Straße (20000 Euro) und am Fußweg am Amtshof (15000 Euro) sowie die Sanierung des Brunnens am Engelbergplatz (35000 Euro). Wann diese Maßnahmen in Angriff genommen werden könnten, besprach der Ausschuss nicht.

Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED soll 2016 fortgesetzt werden, dafür sind 90000 Euro eingeplant. „60000 Euro davon stammen aber aus dem Haushalt 2015. Wir haben sie noch nicht verwendet, weil absehbar war, dass ein Förderprogramm aufgelegt wird“, erklärte Beneke. „Ein Zuschuss in Höhe von 15000 Euro ist möglich und wird beantragt.“

Mit 120000 Euro schlagen verschiedene Maßnahmen im Zuge der Flurbereinigung zu Buche. Beneke schlug vor, zusätzlich 40000 bis 50000 Euro auszugeben, um auch einen nicht förderfähigen 400-Meter-Abschnitt der Straße Müggenburg in Behlmer herzurichten. Bierfischer bat, stattdessen zu prüfen, ob man dafür Zuschüsse von anderer Seite gewinnen könne.

Thema war auch ein Teilbereich der Straße Klövinghausen. „Sie ist breiter als drei Meter, im Rahmen der Flurbereinigung wird aber nur ein Drei-Meter-Ausbau bezuschusst“, erläuterte Beneke. „Da die Straße stark befahren wird, schlage ich ein anschließendes Anspritzen der Seitenstreifen auf beiden Seiten vor, sodass wir auf eine Breite von insgesamt vier Metern kommen.“ Das würde etwa 15000 Euro kosten, die bisher ebenfalls nicht im Haushalt eingeplant sind. Bierfischer sagte dazu: „Wir sollten das im Blick behalten, es ist wichtiger als die Müggenburg. Wenn es noch reinpasst, ist es gut, wenn nicht, dann nicht.“

Schneider wollte wissen, ob Geld für die geplante Überprüfung der bestehenden Bebauungspläne (B-Pläne) bereitgestellt sei. Schließlich wolle man „Fehlentwicklungen“ wie den Neubau des Aldi-Markts in Bruchhausen-Vilsen künftig vermeiden. Der Bau war zwar im Vorfeld auf Kritik gestoßen, der aktuelle B-Plan gab den Politikern aber keine Handhabe, um ihn zu verhindern. „Geld ist erst mal nicht im Haushalt eingestellt“, sagte Bauamtsmitarbeiter Michael Matheja und versprach: „Wir haben sie aber auf der Liste.“

Einstimmig empfahl der Ausschuss die Haushaltssatzung. Das letzte Wort hat der Fleckenrat.

Kommentar:

Bitte nicht schon wieder!

Von Mareike Hahn

Eine ganze Weile war es ruhig im Bauausschuss: Nachdem sich das Gremium vor rund einem Jahr auf die Details für die Umgestaltung Bahnhofstraße/Bollenstraße geeinigt und diese im Frühling umgesetzt hatte, gerieten die vielen vorherigen Richtungsänderungen langsam in Vergessenheit. Und als Landschaftsplanerin Christina Stoffers im November neue Ideen für eine Attraktivitätssteigerung des Ortskerns vortrug, reagierten die Politiker nicht nur positiv, sondern sparten sich auch lange Debatten. Aufatmen im Zuschauerraum – bis Mittwochabend. Hoffentlich gibt die neue Diskussion über die Prioritäten bei der weiteren Ortsgestaltung keinen Vorgeschmack auf die nächsten Sitzungen.

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