Ausschuss lobt inklusive Schwerpunktschule

Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen bemüht sich um Barrierefreiheit an Schulen

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Der Schulausschuss der Samtgemeinde will die inklusive Schwerpunktschule in Bruchhausen-Vilsen vorerst weiterführen.

Br.-Vilsen - Von Vivian Krause. Die Samtgemeinde sollte vorsorglich beim Land Niedersachsen einen Antrag auf Weiterführung einer inklusiven Schwerpunktschule für den Förderbedarf im Bereich körperliche und motorische Entwicklung (KME) an der Grundschule Bruchhausen-Vilsen bis zum 31. Juli 2024 stellen. Das hat der Schulausschuss der Samtgemeinde in seiner jüngsten Sitzung empfohlen.

Bis zu dem genannten Zeitpunkt wird laut Beschlussvorlage der Verwaltung der erforderliche Mindeststandard an Barrierefreiheit an allen Schulen gewährleistet sein. Für die Ausstattung ist die Samtgemeinde als Schulträgerin verantwortlich.

Hintergrund: Seit Schuljahresbeginn 2013/14 sollen alle Schulen in Niedersachsen grundsätzlich inklusiv sein, so auch jene in der Samtgemeinde. Doch nicht alle Schulen waren zu dem Startzeitpunkt bereits barrierefrei, sagte Cattrin Siemers, Ressortleiterin Bildung bei der Samtgemeinde. 

Daher hatte das Land beschlossen, dass es möglich ist, vorübergehend Schwerpunktschulen zu bilden, um den Inklusionsgedanken umzusetzen. Die Frist für deren Fortbestand kann nun letztmalig bis 2024 verlängert werden. Dazu muss der Schulträger einen Antrag stellen sowie einen Zeit- und Kostenplan vorlegen.

Oberschule und Gymnasium sollen ab Herbst barrierefrei sein

Für den Primarbereich ist die Grundschule in Bruchhausen-Vilsen als Schwerpunktschule benannt worden, für den Sekundarbereich (Oberschule und Gymnasium) wurde es im Rahmen einer Kooperation mit dem Landkreis ermöglicht, vorübergehend die Schwerpunktschulen des Kreises zu besuchen. 

Letzteres ist inzwischen nicht mehr notwendig. Für die Oberschule und das Gymnasium Bruchhausen-Vilsen wird laut Verwaltung die grundlegende Barrierefreiheit mit der Sanierung des Schulzentrums bis zu den Herbstferien 2018 gegeben sein. Kleine Maßnahmen würden nach Bedarf umgesetzt.

Wie sieht es an den anderen Schulen aus? Das erläuterte Siemers: Die Grundschule Bruchhausen-Vilsen besitzt den Mindeststandard an Barrierefreiheit, der Standort Schwarme der Grundschule Schwarme-Martfeld ist barrierefrei. In Schwarme und Bruchhausen-Vilsen wird je ein Schüler mit KME-Förderbedarf geschult. 

Insgesamt gibt es an den Grundschulen 53 Schüler mit verschiedenen Förderbedarfen wie Sprache oder Lernen. An der Oberschule sind es 35 Kinder, am Gymnasium derzeit keins.

Schulen in Asendorf und Martfeld hinken hinterher

An der Grundschule Asendorf und am Standort Martfeld der Grundschule Schwarme-Martfeld können keine Schüler beschult werden, die im KME-Bereich körperlich erheblich eingeschränkt sind oder für die ein pflegerischer Bedarf besteht. Für beide Standorte gibt es bereits ein Konzept zur barrierefreien Umgestaltung, das bis Ende 2022 (Martfeld) beziehungsweise bis zum Schuljahr 2021/22 (Asendorf) umgesetzt werden soll.

Laut Siemers sollen weitere Maßnahmen zur Barrierefreiheit bei Bedarf durchgeführt und individuell auf die Kinder abgestimmt werden. Es sei ja vorher absehbar, welche Kinder vom Kindergarten in die Schule wechseln werden. Problematisch werde es, wenn es um die Beschulung neu zugezogener Kinder gehe.

Marlies Plate (Grüne) sagte: „Ich finde, es sollte unser Ziel sein, dass wir alle Schulen zügig aufstocken.“ Die Ausschussvorsitzende Claudia Staiger (CDU) fügte hinzu, es sei politischer Wille, dass Barrierefreiheit zum Standard wird.

Die Samtgemeinde erhält vom Land jährlich Mittel in Höhe von rund 46.000 Euro für die Umsetzung inklusionsbedingter Baumaßnahmen. Nicht verbrauchte Gelder werden für größere Maßnahmen angespart. 

Wir funktioniert Inklusion?

Die Eltern können wählen, welche Schulform ihr beeinträchtigtes Kind besuchen soll. Es ist also ihre Entscheidung, ob ihr Sprössling an einer Förderschule oder einer allgemeinen Schule unterrichtet wird. Diese Idee steht hinter der 2013 eingeführten Inklusion. 

Gleichzeitig begann das Land Niedersachsen, die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen auslaufen zu lassen. Anders als ursprünglich geplant, hat die rot-schwarze Regierung jedoch Anfang dieses Jahres einen Aufschub für diese Schulen beschlossen. 

Demnach können die Kommunen als Schulträger beantragen, dass die Schulen noch bis zum Beginn des Schuljahrs 2022/23 Schüler der Klasse fünf aufnehmen dürfen. - mah

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