Band Trialog gestaltet einen fröhlichen Abend / Norddeutsche tanzen nicht

Auf Lipper reimt sich Tripper

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Die humorvollen Musiker (von links) Wanja Frehle, Rudl Hillebrand und Gerd Hermann überzeugten ihr Publikum am Freitagabend in der Martfelder Mühle.

Martfeld - Von Dagmar Voss. Tangos und Polkas, Walzer und Rock’n‘Roll, Volksweisen und viele noch ganz andere Klänge füllten am Freitagabend die Fehsenfeldsche Mühle in Martfeld und begeisterten die Zuhörer. Die Urheber des ungewöhnlichen Konzerts waren die aus dem Lippeschen kommenden Musiker der Band Trialog mit ihren wahrlich lebenslustigen Stücken.

Der immer wieder auf seine masurischen Wurzeln verweisende Gerd Hermann (Akkordeon), Wanja Frehle (Kontrabass) und Rudl Hillebrand (Schlagzeug) feuerten ihr Publikum gleich mit dem ersten Ton ihrer temperamentvollen Musik an. Füße und Schultern wippten mit; nur zum Tanzen – wozu eigentlich dieses Konzert ideal gewesen wäre – reichte es trotz des warmen Abends und der heißen Klänge nicht ganz. Aber das lag nicht an der Musik, sondern eher an der zurückhaltenden Art der Norddeutschen.

Die drei Musiker sangen masurische Volksweisen und polnische Liebeslieder, von Hermann augenzwinkernd als „Masurenschmalz“ bezeichnet, altbekannte Rock-Stücke und viele eigene Songs mit manchmal komisch-skurrilen Texten: „Männer in der Nacht, die sind so einsam, so allein mit ihrer Sehnsucht…“ oder „Weiße Haare sind vom Huren, das sind die Masuren…“ Auch die „Lipper“ wurden auf die Schippe genommen – mit dem „Tripper“, der sich bestens darauf reimt.

Klassiker erklangen ebenfalls, zum Beispiel das wunderbare Fats-Domino-Lied „Be my guest“, das in die Ära des Rock‘n‘Roll der 1950er-Jahre gehört. Ebenso „I like the way you walk“ und herrlicher Louisiana-Mississippi-Blues.

Demenz-Dur mit

jungem Betreuer

Zu den Stücken und zur Band selbst gaben die drei immer mal wieder amüsante Kommentare ab: „Wir haben überlegt, ob wir uns nicht umbenennen in Gicht-Moll-Trio oder Demenz-Dur, aber wir haben ja unseren jungen Betreuer dabei, also wird’s nicht so schlimm.“ Gemeint war Wanja Frehle, der das lächelnd mit Gelassenheit nahm – passend für einen Bassisten.

Einfach klasse, wie manch ein Stück durch geniale Improvisationen und gekonnte Soli zu einem einmaligen Musikerlebnis wurde. Schräge Klänge, die das „Hohelied auf eine MZ“ („Roadrunner oder ich bin ein Hochspanner heut Nacht“) zu einer Reise auf dem Blecheimer machten, wurden ebenso mit langem Beifall belohnt wie ein gefühlvoller Tango und das Lied mit Ohrwurmqualität über einen verregneten Sommer.

„Eigenwillig, aber toll, die hätte ich gern mal bei mir“, lautete der begeisterte Kommentar von Zuhörerin Gaby von der Thüsen. Andere klangen ähnlich: „Einfach klasse“ oder „Schöne Musik“.

Eine gute Idee hatte der Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) Martfeld da gehabt, diese Band einzuladen. Auch nach mehr als zweieinhalb Stunden spielte das Trio noch mit unverminderter Lebensfreude. Nichts mit Demenz-Dur oder Gicht-Moll, es war einfach ein vergnüglicher Abend – auch wenn nicht getanzt wurde.

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