177 Sportler trotzen dem Wetter und nehmen an „Mensch gegen Maschine“ teil

Bahn verliert gegen Läufer

Trotz des regnerischen Wetters hatten die Teilnehmer der Laufveranstaltung „Mensch gegen Maschine“ sichtlich Spaß.

Br.-Vilsen - Von Regine Suling. Es goss wie aus Eimern. Sonja Göbel vom TSV Lemke hatte sich Sonntagmittag noch einen Platz im Trockenen gesucht, unter dem Vordach des Tourismusbüros am Bahnhof in Bruchhausen-Vilsen. Zumindest bis zum Start. Denn die Läuferin aus Binnen im Landkreis Nienburg wollte es wie viele andere mit der Museumseisenbahn aufnehmen, beim Wettkampf „Mensch gegen Maschine“.

„Ich habe mich heute Morgen spontan dazu entschlossen“, erzählte Sonja Göbel, warum sie mitmachen wollte. Sie läuft regelmäßig zehn Kilometer pro Woche, deswegen hielt sie die 7,8 Kilometer lange Distanz von Bruchhausen-Vilsen bis nach Asendorf für machbar. „Ganz entspannt“ wollte sie das Rennen angehen, beneidete ihre Familie aber doch ein Stück weit. „Die sitzt jetzt im Zug und trinkt Kakao.“

Fleckenbürgermeister Peter Schmitz schickte um 13.30 Uhr die erste Runde beim AOK-Wettlauf für Freizeitläufer und Familien auf die Reise, um 15 Uhr folgte dann der Speedy-Wettlauf für ambitionierte Läufer. Zeitgleich dampften die Loks „Hoya“ und „Hermann“ ebenfalls los. Wer würde als erster im Ziel in Asendorf ankommen, der Mensch oder die Maschine?

Bevor dieses Rätsel gelöst wurde, ging es für die Läufer auf die Strecke. Die führte vom Bahnhof Bruchhausen-Vilsen unter anderem auf Waldwegen durch das Vilser Holz bis zum Heiligenberg. Entlang der Bundesstraße 6 liefen Mensch und Bahn dann nebeneinander bis nach Asendorf. Dort im Ziel hielten die Schaulustigen Ausschau nach dem Zug. „Immer noch keine Maschine in Sicht“, sagte der Moderator. Dafür näherte sich, fast unbemerkt, der erste Läufer. Nach 35.35 Minuten lief Helge Rackebrandt, Sieger des AOK-Laufs, durchs Ziel. Wie der Lauf war, trotz des Regens? „Das fühlte sich gut an“, verriet der Bremer. Zwei Mal in der Woche läuft er. Nicht viel, nach eigenen Angaben. „Nur 20 Kilometer.“ Über Verwandte in Bruchhausen-Vilsen hatte er von dem Wettlauf Mensch gegen Maschine erfahren. Und meldete sich spontan an. So wie 176 andere Läufer, die in zwei Rennen gegen die Museumsbahnen antraten.

Im ersten Rennen war lange Zeit von der Bahn keine Spur. Als zweiter kam Niklas Leder vom TSV Süstedt nach 35.45 Minuten ins Ziel. „Bleib‘ doch mal stehen und sag mir, wie du heißt“, wollte der Moderator wissen und Niklas Leder noch vor dem Zieleinlauf mitten auf der Strecke interviewen. Der indes ließ sich nicht beirren und marschierte weiter. Teilnehmer um Teilnehmer kam ins Ziel, aber wo war die Maschine? Sie dampfte schließlich heran und rollte in den Bahnhof Asendorf, 41.23 Minuten nach dem Start im Luftkurort. „Platz 21, mehr ist es nicht geworden“, war Bernd Furch, Pressesprecher des organisierenden Deutschen Eisenbahn-Vereins (DEV) dann auch ein bisschen enttäuscht. Ein Grund für das nicht so gute Abschneiden: „Durch den starken Regen sind die Schienen etwas rutschiger gewesen.“ Was der guten Stimmung keinen Abbruch tat. Die Idee für den besonderen Wettlauf kam an.

Wettlauf Mensch gegen Maschine in Br.-Vilsen

„Das ist der erste dieser Art in Norddeutschland“, erzählte Viktoria Leu von der Geschäftsstelle des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbands (NLV). Der NLV war der Kooperationspartner des DEV für den Wettlauf und konnte auf viele Streckenposten und Helfer zählen: „Da ist der Lauftreff Bruchhausen-Vilsen um Dieter Michaelis ganz aktiv“, freute sich Viktoria Leu über die starke ehrenamtliche Unterstützung. Die Idee für den Wettlauf stammt aus Australien, anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums in diesem Jahr importierte der DEV diese nach Deutschland – mit Erfolg.

Auch Starterin Sonja Göbel hatte auf der Strecke ihren Spaß und fand Gefallen daran, durch die Pfützen zu springen. „Das war ein schöner Lauf“, strahlte die junge Frau aus Binnen im Ziel.

www.wettlauf-mensch-maschine.de

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