Musikalische Premiere in der Holzklasse

Die Bahn rattert, der Blues groovt

„Black Kat & Kittens“-Sängerin Lorraine Lowe und ihre Bandkollegen spielten Blues, Soul, Gospel und Spirituals.

Br.-Vilsen - Von Dagmar Voss. Eine Premiere auf echten Schienen und in einem echten Zug feierte am Wochenende das „Europe Blues Train Festival“. Schienen und Zug gehörten zur Museumseisenbahn, die für das ungewöhnliche musikalische Event beides zur Verfügung stellte. Und natürlich die Manpower, damit der „Blues Train“ und seine Gäste sicher vom Bahnhof Bruchhausen-Vilsen zum Heiligenberg und zurück fahren konnten.

Magda Piskorczyk (Zweite von links) ließ ihre wunderbar warm-sanfte Altstimme erklingen. - Fotos: Dagmar Voss

Das „Europe Blues Train Festival“ 2016 hielt auf seiner Reise durch Deutschland und Tschechien sechsmal in Berlin sowie je zweimal in Prag und Leipzig – allerdings spielten die beteiligten Blues-Ikonen aus Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Italien, Polen, England und den USA dort in festen Gebäuden. Erst in Bruchhausen-Vilsen wurde der Name tatsächlich Programm. Dorthin kam das in Berlin lebende britisch-polnisch-italienische Trio „Black Kat & Kittens“, bestehend aus Sängerin Lorraine Lowe, Adam Sikora (Mundharmonika, Trommeln) und Mauro Pandolfino (Gitarre). Außerdem musizierte Magda Piskorczyk (Gesang, Akustik-, Elektro- und Bass-Gitarre, Schlagzeug, Percussion und Arrangements) mit Urszula Stosio (Gitarre) und Bartosz Kazek (Drums, Percussion).

Zunächst hieß es in Bruchhausen-Vilsen: „Bitte einsteigen!“ in die Waggons der Museumsbahn, geschoben von der Krupp-Diesellok RK1. Auf der Fahrt übertönten die groovigen Klänge der Musiker das Rattern der alten Bahn. Jedes Trio enterte je einen Waggon und begeisterte die Mitfahrenden. „Black Kat & Kittens“ mit einer Melange aus Down Home Blues, Soul, Gospel und Spirituals. Währenddessen ließ in einem anderen Eisenbahnwagen, ebenfalls Holzklasse, Magda Piskorczyk ihre wunderbar warm-sanfte „six-string“-Altstimme erklingen, untermalt von ihren beiden Instrumentalisten.

Immer wieder bewies die gebürtige Polin, wie tief ihre Musik in der afroamerikanischen und afrikanischen Tradition verwurzelt ist. Aber auch Anleihen aus Blues und Funk, Soul und Gospel, Rock und Jazz begleiteten ihre Arrangements. Dazwischen improvisierte Piskorczyk schon mal frei und machte so auch ihren Wunsch nach geschlossenen Türen deutlich: „Close the door, please!“

Auf dem Heiligenberg wechselten die Ensembles die Waggons, damit auch die übrigen Mitfahrenden in den Genuss des jeweils anderen Trios kamen. „Black Kat & Kittens“ begleiteten die draußen anbrechende blaue Stunde bluesig mit Songs der neuen CD „Gipsy life“. Themen wie das Auf und Ab im Leben standen im Mittelpunkt.

European Blues Train

Nach der einstündigen Fahrt ging es im Alten Gaswerk nahe dem Bruchhausen-Vilser Bahnhof weiter mit einem Doppelkonzert, dann eher konventionell mit der Bühne auf der einen Seite und den Zuhörern gegenüber. Zuvor jedoch war reichlich Zeit, die einige Gäste für eine Zwischenmahlzeit im Restaurant „Alter Bahnhof“ nutzten.

Joachim Rosche von der Martfelder Kulturplattform, Mitorganisator der Konzertreise, freute sich, dass die Musiker und ihre Zuhörer nur klanglich in den Sümpfen von New Orleans gelandet sind. Er sprach von einem „gelungenen Schienenprojekt“.

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