Die andere Partnerbörse

„Azubi-Finder“ soll Oberschüler und Arbeitgeber zusammenbringen

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Stolz präsentieren die Beteiligten den „Azubi-Finder“. Das Projekt der Oberschule und des Schulfördervereins unterstützen die Samtgemeinde, der Rotary Club, der Getränkehersteller „Vilsa-Brunnen“, die Volksbank, das Studio „Ihr Fotograf“, die Werbeagentur „KreativWerkbank“ sowie der Garten- und Landschaftsbau-Verband.

Br.-Vilsen - Er ist die Partnerbörse für Abschlussschüler und Arbeitgeber: Die Oberschule Bruchhausen-Vilsen hat erstmals einen „Azubi-Finder“ aufgelegt. In dem grünen Heft im Din-A5-Format stellen sich gut 80 Jugendliche aus vier Klassen vor, die voraussichtlich 2018 ihren Schulabschluss machen und eine Ausbildung anfangen möchten.

Firmen auf der Suche nach neuen Lehrlingen können durch den Prospekt blättern, sich über die Stärken und Interessen der Teenager informieren und Kontakt zu geeigneten Kandidaten aufnehmen.

Vom Fernsehen inspiriert

Die Idee entstand, als Angela Fischer vom Schulförderverein im Fernsehen einen Bericht über eine Schule mit einem ähnlichen Projekt sah. Das war 2015. Seitdem ist viel passiert. Der Förderverein sprach die Schule an, entwickelte ein Konzept und warb Sponsoren. Die Schulsozialarbeiterinnen Andrea Sordon und Anja Westers entwarfen Bögen, die die Schüler ausfüllen sollten, um sich aussagekräftig zu präsentieren. Und am Ende gestaltete Steffi Wolfermann von der „KreativWerkbank“ in Schwarme das Heft.

Vom „Azubi-Finder“ erhoffen sich die Beteiligten eine Win-win-Situation. In Zeiten von Fachkräftemangel sollen die Firmen leichter gute Auszubildende finden können. Und den Jugendlichen soll der Schritt ins Berufsleben erleichtert werden. „Einige Schüler aus Oberschulen können sich nicht so gut verkaufen, zum Teil haben sie auch das Gefühl, nichts zu verkaufen zu haben“, sagt Jörg Neddermann vom Schulförderverein.

Manche Schüler vergessen, was sie alles können

Dass das keineswegs stimmt, stellten viele Mädchen und Jungen bei den Vorbereitungen des Hefts fest. In Kleingruppen und gemeinsam mit den Sozialarbeiterinnen thematisierten sie die eigenen Fähigkeiten. In dem Heft hat jeder Schüler eine Seite Platz, um seine geistigen, körperlichen und sozialen Stärken, seine Lieblingsfächer, Hobbys, Sprach- und PC-Kenntnisse sowie berufspraktische Tätigkeiten aufzuzählen. Abgerundet werden die meisten Vorstellungen durch Porträtfotos, die Matthias Strohmeyer („Ihr Fotograf“ in Syke) gemacht hat. Lediglich ein paar Teenager präsentieren sich ohne Bild, weil sie beim Fototermin verhindert oder ihre Eltern damit nicht einverstanden waren.

„Es ist gut, wenn sich junge Menschen mit sich selbst und ihrer Berufswahl befassen müssen“, sagt Anja Westers. „Viele Schüler haben dabei festgestellt, dass sie doch einiges können.“ Ihre Kollegin Andrea Sordon ergänzt: „Manche haben erst ganz vergessen zu erwähnen, dass sie schon mal einen Rasenmäher komplett zusammengebaut oder einen Kaninchenstall selbst gezimmert haben.“

Es ist nicht leicht, die eigenen Stärken zu benennen – das haben die Schüler schnell festgestellt. „Ich dachte vorher, es dauert eine Viertelstunde, den Fragebogen auszufüllen. Aber wir saßen hier eine ganze Stunde“, sagt Paula Schulte. Sie möchte nach der Schule im sozialen Bereich arbeiten. Sie fand es hilfreich, über die beruflichen Möglichkeiten nachzudenken. „Erst mal denkt man ja, dass man hier nur im Kindergarten oder bei Rewe an der Kasse arbeiten kann. Aber es gibt in der Region so viel mehr.“

Ziel: Für jeden Jahrgang ein Heft herausgeben

Wer glaubt, dass alle Jungen Mechatroniker und alle Mädchen Erzieherinnen werden wollen, der täuscht sich. „Vom sozialen Bereich bis zum Handwerk ist alles drin“, sagt Neddermann.

Nach Schätzung der kommissarischen Schulleiterin Friederike Heyne hat etwa ein Drittel der Abschlussschüler des vergangenen Schuljahrs eine Lehre begonnen, der Rest besucht nun eine weiterführende Schule. „Zum Teil aus Verlegenheit“, sagt Heyne. „Weit mehr hätten gerne eine Ausbildung angefangen.“

Die Schulleiterin hofft ebenso wie alle anderen Beteiligten, dass sich im nächsten Sommer für mehr Schüler ihr Wunsch nach einer Lehrstelle erfüllt. Der „Azubi-Finder“ soll dabei helfen. Und das in Zukunft hoffentlich jedes Jahr: „Ziel ist es, das Heft zu etablieren und für jeden Jahrgang neu herauszubringen“, sagt Neddermann.

Die Erstauflage liegt bei 500 Exemplaren. Der Schulförderverein will die „Azubi-Finder“ in den nächsten Tagen an Firmen in der Region verteilen. Wer ebenfalls einen „Azubi-Finder“ haben möchte, sollte eine E-Mail an azubifinder @obs-bruvi.de senden.#

mah

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