Avacon baut Stromnetz aus / Turmstationen anders nutzen

Zwei Millionen Euro für moderne Technik

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Die mehr als 40 Jahre alte Turmstation am Brokser Marktplatz (im Hintergrund) hat ausgedient: Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann (Zweiter von rechts) sowie die Avacon-Mitarbeiter Walter Oeckermann, Christian Leiding und Hermann Karnebogen (von links) stehen neben der neuen Station.

Samtgemeinde - Die Firma Avacon investiert rund zwei Millionen Euro in den Ausbau des Stromnetzes in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen. Der Netzbetreiber will in den nächsten zwei Jahren auf einer Länge von etwa 17 Kilometern 20-Kilovolt-Freileitungen demontieren und durch Erdkabel ersetzen. Außerdem stellt Avacon 20 neue Kompakt-Trafostationen auf. Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann freut sich über die Investition: „Ich bin hellauf begeistert“, sagte er gestern in einem Pressegespräch.

Avacon hat 2012 mit der Samtgemeinde vertraglich vereinbart, in den kommenden 20 Jahren ihr Stromnetz zu betreiben. „Jetzt setzen wir um, was wir nach Abschluss der Konzessionsverträge angekündigt haben: Wir betreiben kräftig Netzausbau“, sagt Kommunalreferent Hermann Karnebogen vom Syker Avacon-Standort.

Die Ergebnisse der ersten Arbeiten sind bereits sichtbar: So steht in Bruchhausen-Vilsen am Marktplatz seit Kurzem eine neue Trafostation; eine weitere ist für den Kirchplatz vorgesehen. In den neuen sogenannten Ortsnetzstationen, die wesentlich kleiner sind als ihre Vorgänger, laufen jeweils mehrere Mittelspannung-Leitungsabschnitte zusammen, die fernüberwacht und -gesteuert werden. „Die Stationen sind mit modernster Technik ausgestattet“, erklärt Projektleiter Walter Oeckermann. „Mit den neuen Erdkabeln erhöhen wir die Spannungsstabilität und die Versorgungssicherheit, die Störzeiten werden noch geringer“, ergänzt Christian Leiding, Betriebsleiter für Verteilernetze in Syke.

Auf der Strecke zwischen Scholen, Sünder und Voßberg demontiert die Firma 2,4 Kilometer Freileitung und verlegt dafür Erdkabel. Im Zuge der Arbeiten werden zwei neue Ortsnetzstationen aufgestellt. Zwischen Müggenburg, Behrelsen und Westernheide sollen auf rund sechs Kilometern neue Kabel die alten Freileitungen ersetzen, in diesem Bereich sind drei neue Trafostationen geplant. 2016 möchte das Unternehmen das Strom-Mittelspannungsnetz in Oerdinghausen, Bettinghausen, Ochtmannien und Bruchhausen-Vilsen ausbauen. „Die Stromversorgung der Anwohner wird während der Maßnahmen kaum beeinträchtigt“, sagt Oeckermann. „Wenn doch, bekommen die Kunden vorher bescheid.“

Was passiert mit den nicht mehr genutzten, oft turmähnlichen alten Stationen? Der politische Beschluss steht noch aus, aber Bernd Bormann will die Turmstation auf dem Bruchhausen-Vilser Marktplatz erhalten: „Immerhin ist sie ein Wahrzeichen des Brokser Markts und ein Anlaufpunkt.“ Sein Ziel sei es, für die schönen Stationen auch in den anderen Mitgliedsgemeinden eine neue Nutzung zu finden. „Der Schwarmer Heimatverein hat Interesse, andere Vereine sicher auch“, sagt Bormann. „Man könnte die Stationen zum Beispiel für Eulen oder andere Vögel herrichten.“ Eigentümer der alten Stationen ist Avacon, die Firma überträgt diese aber laut Oeckermann gerne an die Kommune.

Bei den insgesamt 37 Projekten in der Samtgemeinde hat der Energieversorger auch das Thema Breitband-Ausbau im Blick: Avacon lässt auf der gesamten Länge der Stromtrasse Kunststoff-Leerrohre mitverlegen. „So kann man später leichter und günstiger Glasfaserkabel für schnelleres Internet unter die Erde bringen“, sagt Leiding.

mah

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