Autoträume und Traummänner

Funkelnde Nobelkarossen und Nino de Angelo locken 1 000 Gäste nach Schwarme

War am Sonntag Publikumsmagnet für Automobilfreunde aus ganz Norddeutschland: das „Autoträume“-Gelände. 

Schwarme - Von Ulf Kaack. Der kleine, mausgraue Lloyd Alexander mochte am Sonntag neben all den funkelnden Nobelkarossen erst auf den zweiten Blick so richtig ins Bild passen: Das Autohaus „Autoträume“ in Schwarme hatte zu einem Tag der offenen Tür eingeladen und rund drei Dutzend Old- und Youngtimer der Premiumklasse aufgefahren.

Ob der Lloyd-Alexander-Besitzer mit seinem perfekt restaurierten Kleinwagen aus dem bremischen Borgward-Konzern hier eigenen Träumen nachhing oder demonstrieren wollte, dass Träume auch im Kleinen stattfinden können, blieb unbeantwortet. Erst recht, als neben ihm ein Ferrari F 360 moderner Bauart einparkte, wurde die Vielfalt von Träumen plakativ.

Den ganzen Tag über herrschte rege Betriebsamkeit auf dem Gelände des etwas anderen Betriebs, den man eher in Düsseldorf oder Hamburg als im ländlichen Schwarme vermuten würde. „Das waren locker mehr als 1 000 Gäste den ganzen Tag über, schon eine halbe Stunde vor der Eröffnung standen die ersten weit gereisten Besucher vor der Tür“, bilanziert „Autoträume“-Geschäftsführer Francis Wehlers. „Es waren vor allem Oldtimerfreunde aus ganz Norddeutschland, die Schwarme mit ihrem Klassiker zum Ziel einer sonnigen Ausfahrt gewählt hatten. Und natürlich die Menschen hier aus der Region.“

Was es an automobilen Kostbarkeiten zu sehen gab, hinterließ Eindruck. Übermaßen präsent waren Sportwagen aus dem Hause Porsche mit nahezu allen Baureihen. Limousinen, Cabrios und Coupés von Mercedes zauberten Glanz in die Augen der Oldie-Enthusiasten. Im Showroom sorgte ein zwölfzylindriger Jaguar E-Type mit seiner sagenhaft langen Motorhaube für Aufsehen.

Vor allem weibliche Fans waren es, die Schlagersänger Nino de Angelo nahezu pausenlos umringten. Der genoss die Aufmerksamkeit dabei sichtlich.

Im Außenbereich war es ein urwüchsiger Hot Rod uramerikanischen Zuschnitts, der knallrot ins Auge stach. Vor allem aber beeindruckte ein auf alle erdenklichen Arten getunter VW Käfer namens Shaky Jake. Angetrieben von einem leistungsstarken 1,8 Liter-Boxermotor, der allein schon wegen seiner umfänglichen Verchromung eine Augenweide war, vereinte dieser Eigenbau die Karosserie des frühen Brezelkäfers mit Elementen aus allen Evolutionsstufen des kugeligen Wolfsburgers. Auch das Interieur des zum Zweisitzer abgespeckten VWs präsentierte sich hochwertig, dabei individuell gestaltet. Ein absolutes Einzelstück für Kenner.

Ein Fernsehteam von RTL ließ sich das Spektakel nicht entgehen und filmte einen TV-Beitrag. Mehrere Boulevardblätter und Oldtimer-Fachmagazine waren ebenfalls vor Ort. Wohl auch, weil Schlagersänger und Neu-Schwarmer Nino de Angelo („Jenseits von Eden“) dort den ganzen Tag über Flagge zeigte. Der bekennende Autofreak fühlte sich sichtlich wohl in den Menschenmassen, gab eifrig Autogramme und stand als Selfie-Model zur Verfügung. Da machte es Nino de Angelo auch nichts aus, dass er wegen des Ansturms vor allem der Damenwelt kaum dazu kam, ausführliche Benzingespräche mit den Gleichgesinnten zu führen. Denen war es offensichtlich weitgehend egal, konnten sie sich ob ihrer gut beschäftigten Gattinnen ganz den edlen und großformatigen Blechspielzeugen widmen.

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