Ab 20. Mai

Autokino in Bruchhausen-Vilsen startet durch - Premiere steht bevor

Die Betreiber des Autokinos stehen vor der Statik der Leinwand. Beate Möller-Dumschat (links), Manuel Recker und Elke Brümmer wollen Filme anbieten, die andere Autokinos nicht im Programm haben. Foto: Jannick Ripking
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Die Betreiber des Autokinos stehen vor der Statik der Leinwand. Beate Möller-Dumschat (links), Manuel Recker und Elke Brümmer wollen Filme anbieten, die andere Autokinos nicht im Programm haben.

Br.-Vilsen - Nostalgie für Bruchhausen-Vilsen: Es gibt wieder ein Autokino im Flecken. Mit dem Autokino, das von 1977 bis 1992 auf dem Gelände einer alten Sandgrube in Betrieb war, habe das jetzige – bis auf die räumliche Nähe – aber wenig gemein, meint Beate Möller-Dumschat, eine der zwei Betreiberinnen des Filmhofs Hoya.

Gemeinsam mit Elke Brümmer, auch Betreiberin des Kinos, und Manuel Recker, einem Osnabrücker Schausteller, hat sie das neue Bruchhausen-Vilser Autokino ins Leben gerufen. Aus Gesprächen mit Einwohnern sei deutlich geworden, dass sich gerade ältere Menschen an das frühere Autokino zurückerinnern. „Jetzt können sie ihren Enkelkindern so etwas zeigen“, meint Möller-Dumschat.

Autokino in Bruchhausen-Vilsen: Premiere am 20. Mai

Die Idee des Freiluftkinos hatte Manuel Recker. „Ich lag abends im Bett und auf einmal kam mir der Gedanke“, erinnert er sich. Am nächsten Morgen habe er sich dann auf den Weg gemacht und alles eingekauft, was für das Betreiben eines Autokinos notwendig sei – auf eigene Kosten. „Dann hat er uns einfach angerufen und uns seine Idee mitgeteilt“, sagt Beate Möller-Dumschat. Aus seiner Idee ist jetzt Wirklichkeit geworden. Am Mittwoch, 20. Mai, feiert das Autokino Premiere. Es ist längst nicht mehr das einzige Autokino in Niedersachsen.

Den Standort in Bruchhausen-Vilsen habe der Osnabrücker Schausteller nicht zufällig gewählt: „Meine Frau kommt von hier“, erzählt er. Im Vergleich zum Autokino von früher sei der Standort auf dem Marktplatz idyllischer, meint die Betreiberin des Filmhofs: „Früher war das Autokino mit seinen Betonwänden um die Leinwand herum sehr trist.“

Autokino in Broksen: Neue Technik - Ton über Radio empfangbar 

Das Brokser Autokino befinde sich demnach zwischen Nostalgie und Neuem. Denn auch die Technik sei fortschrittlicher als vor 28 Jahren. Damals seien die Lautsprecher über ein langes Kabel ins Auto gekommen. „Die Fenster mussten immer mindestens einen Spalt offenstehen. Manchmal wurde es dann echt kalt“, meint Beate Möller-Dumschat. Jetzt komme der Ton über eine UKW-Frequenz in die Autos. Für die nötige Statik der Leinwand, die noch nicht aufgebaut ist, sorge die Wand des Laufgeschäftes „Die verrückte Farm“, die man sonst auf Vergnügungsmärkten findet.

Normalerweise betreibt Manuel Recker auch auf dem Brokser Heiratsmarkt verschiedene Buden. Diese sonst fest eingeplanten Einnahmen brechen durch die Absage des Marktes weg. Deshalb erhofft er sich, dass sich das Autokino wirtschaftlich für ihn lohnt. Für den Filmhof Hoya sei das Kino auf dem Marktplatzgelände ein Projekt aus Leidenschaft. „Uns geht es in erster Linie darum, zu zeigen, dass es uns noch gibt“, erklärt Elke Brümmer, „Wir sind froh, dass wir dabei sind und unseren Beitrag für Manuel Recker leisten können“, sagt sie.

Autokino in Bruchhausen-Vilsen: Filmhof liefert die Filme

Der Filmhof kümmert sich bei diesem Projekt nur um die Filme. „Wir wollen Filme zeigen, die die umliegenden Autokinos nicht im Programm haben“, sagt Elke Brümmer. Allerdings sei es nur möglich Filme zu zeigen, die es schon auf Blu-Ray gibt. Dazu gehört zum Beispiel die deutsche Tragikkomödie „25 km/h“, die der Filmhof am Sonntag in Bruchhausen-Vilsen zeigen wird. Auch der französische Film „Ziemlich beste Freunde“ gehört zum Programm des Autokinos. „Der wird von den wenigsten Autokinos gezeigt“, sagt Elke Brümmer.

Um alles andere kümmere sich Manuel Recker. Dazu gehört auch die Versorgung der Gäste. „Wir bieten einen Imbiss mit Pommes, Bratwurst und Burgern“, erklärt er. Aber auch Crêpes und Zuckerwatte für Kinder soll es geben. „Das ist eine schöne Mischung aus Kino und Vergnügungsmarkt“, meint Möller-Dumschat, während sie auf die Premiere hinfiebert.

Infos zum Autokino in Bruchhausen-Vilsen

Die Filme werden über einen Projektor an die Leinwand geworfen. Die PVC-Leinwand ist wetterfest. Vorführungen auch bei schlechtem Wetter. Zu- und Abfahrt sind getrennt. Es können pro Vorführung 100 Autos "zugucken". Freie Platzwahl, aber der Betreiber achtet darauf, dass große Autos hinten stehen und kleine vorne. Hauptfilm beginnt erst, wenn es dunkel genug ist. Vorher gibt es unter anderem technische Anweisungen. Autos nur im Notfall verlassen. Maximal zwei Haushalte pro Auto. Kosten: 14 Euro pro erste Person (mit Auto), jede zusätzliche erwachsene Person acht Euro, Kinder zahlen sechs Euro.

Tickets für das Autokino in Bruchhausen-Vilsen sind online erhältlich.

Autokino Bruchhausen-Vilsen: Das Programm

Mittwoch: „Das perfekte Geheimnis“, 21 Uhr 

Donnerstag: „Joker“, 21 Uhr

Freitag: „A Star is Born“, 21 Uhr

Samstag: „Zombieland: Doppelt hält besser“, 21 Uhr

Sonntag, 24. Mai: „25 km/h“, 21 Uhr

Montag, 25. Mai: „Ziemlich beste Freunde“, 21 Uhr

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