Außenstellen-Leiterin tritt zurück

Gunda Manke verlässt die Volkshochschule

Nach zwölf Jahren ist Schluss: Gunda Manke schließt die Tür des VHS-Gebäudes in Bruchhausen-Vilsen ab.
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Nach zwölf Jahren ist Schluss: Gunda Manke schließt die Tür des VHS-Gebäudes in Bruchhausen-Vilsen ab.

Br.-Vilsen - Von Mareike Hahn. Gunda Manke arbeitet ab dem 1. September nicht mehr für die Volkshochschule (VHS) des Landkreises Diepholz. Nach zwölf Jahren im Amt tritt die Leiterin der Außenstelle Bruchhausen-Vilsen zurück. Als einen Grund nennt sie die Arbeitsbedingungen: „Das, was ich hier mache, ist kein Ehrenamt im klassischen Sinne, sondern mindestens eine Vollzeitstelle.“

Rückblick: Anfang vergangenen Jahres reichte Belinda Schomann, nicht festangestellte Leiterin der VHS-Außenstelle Brinkum, Klage gegen den Landkreis als Träger der Volkshochschule ein. Das Arbeitsgericht Nienburg gab ihr in erster Instanz Recht, dass es sich bei ihrer Tätigkeit um ein Arbeitsverhältnis und nicht um ein Ehrenamt handelt. Der Kreis legte daraufhin Widerspruch ein, der am Landesarbeitsgericht Niedersachsen verhandelt wurde und mit einem Vergleich endete: Schomann verließ die VHS mit einer Abfindung.

Für die ebenfalls ehrenamtlich tätige Gunda Manke war der Fall Schomann ein Anstoß, ihre eigene Arbeit zu reflektieren: „Ich habe einfach mal meine Stunden aufgeschrieben, und da ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen.“ Sie habe von vornherein hinter der Kollegin Schomann gestanden. „Das kam weder im Ort noch in den politischen Gremien gut an. Die landläufige Meinung ist, dass man für die VHS ehrenamtlich arbeitet.“

Eine Einstellung, die Manke nicht teilt. Sie bekommt nach eigenen Angaben neben einer festen Aufwandsentschädigung von 100 Euro im Monat zusätzliche Beträge für die stattfindenden Veranstaltungen. Keinen Cent gibt es hingegen für die Vorbereitung jener VHS-Angebote, die wegen zu geringer Anmeldezahlen ausfallen. „Ich arbeite im Herbst 60 Stunden die Woche, sonst mindestens 35. Nur in den Sommerferien ist weniger zu tun, aber selbst da ist kein Tag ohne Arbeit. Den größten Teil machen Verwaltungstätigkeiten aus. Dazu gehört zweimal jährlich das Erstellen des örtlichen Veranstaltungsprogramms.“

Ein Nachteil sei für sie auch, dass sie kein Büro im VHS-Haus in Bruchhausen-Vilsen habe, sondern von zu Hause arbeiten müsse – und somit ständig für die Bürger und Dozenten erreichbar sei: „Feste Bürozeiten wären eine große Erleichterung.“

Die 54-Jährige entschied sich, einen Schlussstrich zu ziehen. „Für mich war abzusehen, dass die Wege der VHS hinsichtlich der Umstrukturierung der Einrichtung hin zu einer neuen Aufgabenverteilung nicht die Wege sind, die ich zu gehen bereit bin“, fasst Manke zusammen. Sie deutet an, dass sie sich mehr Wertschätzung gewünscht hätte: „Gerne hätte ich zu den Überlegungen zur Zukunft der VHS meine Vorstellungen eingebracht und mir Unterstützung durch die Geschäftsstelle sowie durch den politischen Raum erhofft.“

Der Zeitpunkt für ihren Abschied sei günstig. Das neue Programm fürs Herbst-/Wintersemester stehe, sodass ihr Nachfolger einen nahtlosen Übergang finden könnte, sagt Manke. „Jemand anders hat neue Ideen und kann neue Schwerpunkte setzen.“

„Ich mache das

ganz oder gar nicht“

Ein bisschen Wehmut verspürt die 54-Jährige schon, immerhin ist sie bereits seit dem 1. September 2002 für die VHS in Bruchhausen-Vilsen tätig. Seitdem sei sie sehr vielen freundlichen und aufgeschlossenen Menschen begegnet. „Viele echte Freundschaften haben sich entwickelt“, sagt Manke. „In erster Linie ziehe ich ein positives Fazit. Es war eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Die positiven Reaktionen und die Wertschätzung meiner Arbeit durch die Dozenten und Teilnehmer haben mich immer wieder motiviert, ein interessantes Programm auf die Beine zu stellen. Ich kann mir keine schönere Arbeit vorstellen. Aber die äußeren Umstände stimmen einfach nicht mehr.“

Manke hat in den jüngsten Semestern im Vergleich zu den anderen Außenstellen im Kreis die meisten VHS-Angebote organisiert – freiwillig: Sicher könnte sie ihr Programm reduzieren, um Zeit zu sparen, bestätigt sie. „Aber das entspricht nicht meiner Art. Ich mache das ganz oder gar nicht. In der VHS stecken so viele Steuergelder drin, da muss das auch laufen.“

Würde Gunda Manke auch dann zurücktreten, wenn man ihr eine Vollzeitstelle angeboten hätte? „Nein“, antwortet sie. „Bei einer Vollzeitstelle hätte ich ja gesagt.“ Gleichwohl sei die schlechte Bezahlung nicht der Hauptgrund für ihre Entscheidung.

Der VHS in Bruchhausen-Vilsen wünscht die 54-Jährige, „dass sie gut aufgefangen wird und weiterläuft. Mein Herz hängt daran.“ Und so wird Manke in Zukunft nicht nur mehr Zeit mit ihrer Familie sowie mit dem neugeborenen Enkel in Neuss verbringen, sondern sich auch weiterbilden – und das sicher auch als Gast bei VHS-Veranstaltungen.

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