„Schule ohne Rassismus“-AG

Schüler in Bruchhausen-Vilsen gewinnen Preis für Konzert gegen Rechts

Laudator Patrick Siegele mit den Schülerinnen Finia Osterholz (Mitte) und Jana Bormann. - Foto: Gymnasium
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Laudator Patrick Siegele mit den Schülerinnen Finia Osterholz (Mitte) und Jana Bormann.

Br.-Vilsen - Die „Schule ohne Rassismus“-AG des Gymnasiums Bruchhausen-Vilsen hat im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ einen Preis gewonnen.

Im Ratssaal des Hildesheimer Rathauses wurde kürzlich – neben 76 weiteren Projekten aus Deutschland – „Turn Up 4 Tolerance“ als „vorbildlich und übertragbar“ gewürdigt. Die Arbeitsgemeinschaft erhielt ein Preisgeld von 1. 000 Euro vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt“.

„Turn Up 4 Tolerance“ hieß ein Konzert, das die Schülergruppe der AG eigenständig im Mai 2017 veranstaltete – mit mehreren Bands, knapp 500 Besuchern und einem informativen Rahmenprogramm.

Stellvertretend für die gesamte AG nahmen die Schüler Finia Osterholz, Jana Bormann und Leonard Bröker sowie die stellvertretende Schulleiterin Lisa Peitzmeier-Stoffregen und AG-Leiter Tim Schöning an der feierlichen Urkundenverleihung teil. Laudator Patrick Siegele vom Beirat des „Bündnisses für Demokratie und Toleranz“ lobte das Engagement der Schüler und wünschte sich eine Weiterführung ihrer Arbeit. 

Das von der Bundesregierung im Mai 2000 gegründete Bündnis hat zum Ziel, zivilgesellschaftliche Arbeit für Demokratie und Toleranz sichtbar zu machen und zu vernetzen.

Auszeichnung hat Schüler zu zweitem Konzert motiviert

Lobend erwähnte Siegele, der hauptberuflich Direktor des Anne-Frank-Zentrums in Berlin ist, in seiner Ansprache, dass die Gruppe nicht nur das Konzert organisiert hat, sondern sich auch für die Verlegung von Stolpersteinen in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen einsetzt.

Peitzmeier-Stoffregen zeigte sich erfreut über die Auszeichnung: „Wir sind stolz auf das Engagement unserer Schülerinnen und Schüler und freuen uns, dass unsere Schule dem Titel ,Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ durch die Aktionen der Arbeitsgemeinschaft Leben verleiht.“ 

„Als wir von der Auszeichnung hörten, haben wir uns natürlich riesig gefreut“, sagte Finia Osterholz, Schülerin des elften Jahrgangs. „Das hat uns nochmal motiviert, ein weiteres Konzert zu organisieren.“

Schüler empfinden Toleranz auch als bereichernd

Im Januar 2019 soll die zweite Auflage stattfinden. Damit sie so erfolgreich sein kann wie die Premiere, sucht die AG zurzeit Unterstützer und Sponsoren. „Die ersten Zusagen haben wir schon“, sagte Michelle Kestner, ebenfalls aus dem elften Jahrgang. Sie ist optimistisch, noch weitere Unternehmen von dem Projekt überzeugen zu können.

Die Motivation der AG-Mitglieder: „Mit einer Veranstaltung wie ,Turn Up 4 Tolerance‘ wollen wir zeigen, dass die Samtgemeinde kein Ort für rechtsextreme und fremdenfeindliche Umtriebe ist, sondern vor Ort eine Toleranz gelebt wird, die das Miteinander der hier lebenden Menschen trägt und bereichert. Offenheit und die Chance auf positive Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse sind dafür der Schlüssel. Gerade weil rechtsextreme Gruppierungen auch darauf zielen, für Jugendliche und junge Heranwachsende eine ,Erlebniswelt Rechtsextremismus‘ zu erschaffen, ist es wichtig, dass es Freizeitangebote gibt, die vom Geiste der freiheitlich-demokratischen Grundordnung getragen werden und ihre Werte vermitteln.“ 

Die Schüler sehen das Konzertmotto „Turn Up 4 Tolerance“ auch als Appell, sich nicht teilnahmslos ins Private zurückzuziehen, sondern sich für Demokratie einzusetzen: „Das Konzert möchte hierfür ein klares Zeichen setzen und eine lautstarke Aufforderung darstellen.“

Die AG ist erreichbar per E-Mail an turnup4tolerance@ gmail.com.

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