Wulmstorfer Theatergruppe bietet Comedy-Abend beim Schwarmer Erntefest

Auftakt zum Lachen und Loslasssen

Auf in den Urlaub – und dann steht man in Stau. Eine gute Gelegenheit, die Schwiegermutter loszuwerden.

Schwarme - Von Andree Wächter. Es war der Auftakt zum Erntefest in Schwarme: ein Sketchabend auf Plattdeutsch. Auf der Bühne im Zelt am Krähenkamp standen Mitglieder der Wulmstorfer Theatergruppe. Zwischen den Sketchen unterhielten „Schrottplatz Uschi“ und „Oma Erna“ das Publikum.

Sketche kommen meist ohne viele Requisiten aus. So war es auch am Samstag in Schwarme. Stühle kamen in fast jeder Darbietung der Wulmstorfer Theatergruppe vor. Dazu verkleideten sich die Mitglieder. Beim Auftaktsketch ging es um ein altes Ehepaar. Die Frau wollte unbedingt etwas „Verrücktes“ aus ihren jungen Jahren machen. Er zierte sich. Im Dialog entstand der Eindruck, dass sie mehr wollte als Küssen. Am Ende war es ein Hände-Klatsch-Spiel zum Lied „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“.

In der heutigen hektischen Zeit, in der alles dem Tempo untergeordnet ist, wirkten die Sketche als Entschleunigung. Sprache und Wörter setzten die Darsteller so ein, dass die Besucher häppchenweise auf die Pointe vorbereitet wurden. Der Abend diente auch zum Loslassen und Lachen. Letzteres haben die Besucher auch gemacht. Zu Beginn hatte Theaterspieler Helmut Lührs gesagt: „Heute wollen wir lachen und nicht über Krankheiten reden.“

Zwischen den Sketchen übernahmen „Schrottplatz Uschi“ und „Oma Erna“ das Kommando im Zelt. Beide waren auf der Suche nach einem Mann. Ihr Problem: Sie wären die Stars in jeder Geisterbahn. Entsprechend rüpelhaft waren auch ihre Methoden. So wurden die Haare des Auserwählten mit einem Frotteehandtuch abgerieben. „Ich muss wissen, ob die Haare auch echt sind“, sagte Oma Erna. Bei Glatzenträgern musste ein Pümpel halten. Die Saugglocke hatte noch eine weitere Funktion. Bei Männern, die „Oma Erna“ attraktiv fand, wurde der Pümpel an eine Pobacke gedrückt. So stellte Erna fest, ob das Hinterteil knackig war. An jedem Kerl hatten sie etwas auszusetzen und so gingen sie pöbelnd entlang der Tischreihen und an den Besuchern vorbei.

Hinter den beiden Charakteren steckten Katja Lutz und Sonja Böhm. Sie sind Scareactor, zu Deutsch: Erschrecker. Sie haben derzeit Hochsaison, denn eines ihrer Einsatzgebiete sind Horror-Maislabyrinthe. „Dort erschrecken wir die Leute, dann auch mit viel Theaterblut“, schilderten die beiden Frauen. In Schwarme aber war es weniger gruselig, sondern eher frech.

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