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In Bruchhausen-Vilsen landeten 600 Kubikmeter Grünschnitt nicht auf dem Osterfeuer

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Von: Anne-Katrin Schwarze

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Mann wirft Grünschnitt auf Sammelstelle
Einwohner der Samtgemeinde können ihr Grüngut rund um Ostern kostenfrei zur Sammelstelle bringen. © Oliver Siedenberg

Samtgemeinde – In der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen können Bürger ihren Grünschnitt in den Wochen rund um Ostern kostenlos bei drei offiziellen Annahmestellen abgeben. Eine Alternative zu den Osterfeuern, die sich die Kommune im ersten Jahr 16 000 Euro kosten ließ.

Diese Summe auf 20 000 Euro im zweiten Jahr zu erhöhen, fiel der CDU-Fraktion im Samtgemeinderat schwer (wir berichteten). Fällig werden jetzt deutlich weniger.

„Nur“ 600 Kubikmeter Grüngut haben die Bürger an drei Samstagen vor und einem nach Ostern in diesem Jahr zu den Sammelstellen der Abfallwirtschaft (AWG) gebracht. Die Entsorgung werde die Kommune zwischen 6 000 und 8 000 Euro kosten, schätzt Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann. Die Aktion bleibt für ihn „ein voller Erfolg“, wie er auf Anfrage sagt.

Ziel sei es gewesen, die umweltgefährdende Feinstaubbelastung zu reduzieren, die beim Abbrennen der Osterfeuer entstehe. Das sei erreicht. „Es gab deutlich weniger Osterfeuer, bei denen außerdem deutlich weniger Schnittgut verbrannt wurde“, sagt er. Dass dennoch erheblich weniger Strauch- und Baumschnitt bei den Sammelstellen landete, habe am vergleichsweise späten Termin von Ostern gelegen. Viele Gärten seien Mitte April bereits aufgeräumt gewesen, erklärt er die Entwicklung.

Im Vorjahr hatten die Einwohner 2 300 Kubikmeter Gartenabfälle zu den Sammelstellen gebracht. Da durften pandemiebedingt keine Osterfeuer stattfinden.

Bis zu 80 Feuer loderten vor Corona am Osterwochenende in der Samtgemeinde. Viel zu viele, waren sich die Mitglieder des Samtgemeinderates einig und suchten nach Möglichkeiten, der Entwicklung Herr zu werden. Pro Gemeinde nur eine bestimmte Anzahl Osterfeuer zuzulassen, war im Gespräch. Bevor es aber zu einer Regelung kommen konnte, kam das Coronavirus. Und mit ihm ganz neue Anforderungen. Wohin mit dem Grüngut, wenn nicht zum Osterfeuer? So entstand die Idee, dem Bürger eine Alternative zu bieten, ebenso kostenfrei wie die gewohnte Anfahrt zum Osterfeuer. Drei Jahre lang sollte getestet werden, wie die Bürger das annehmen. „Wir haben einen Vertrag mit der AWG“, erinnert Bernd Bormann.

Ob dieses Angebot bestehen bleibt, hat der Samtgemeinderat zu entscheiden. Dort wird auch zu diskutieren sein, ob eine Regelung notwendig wird, die Anzahl der Osterfeuer zu reduzieren.

Die pandemiebedingte Zwangspause für diese den Menschen lieb gewonnene Tradition scheint dem Problem die Schärfe genommen zu haben. „Gegen Brauchtumsfeuer hat niemand etwas“, bekräftigt der Samtgemeindebürgermeister. Er macht aber kein Geheimnis daraus, dass er sich neue Formen der Brauchtumsfeiern vorstellen kann.

Die Aktion des Schützenvereins und des Jugendförderkreises Lila-Weiß in Bruchhausen-Vilsen habe ihm gut gefallen: Sie hatten gemeinsam eingeladen, sich an Feuerschalen zu treffen. Diese Atmosphäre habe ihm gut gefallen, sagt Bernd Bormann.

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