Asendorfs Pastor wird am Sonntag verabschiedet / Stelle vakant

Für Lothar Dreyer zählt das Miteinander

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Pastor Lothar Dreyer hat 28 Jahre in Asendorf gewirkt.

Asendorf - Von Mareike Hahn. Das Miteinander ist für ihn das Wichtigste. „Das Highlight meiner Zeit in Asendorf war das Leben mit den Menschen in Freud und Leid“, sagt Lothar Dreyer. Seit 28 Jahren arbeitet er als Pastor in der Kirchengemeinde – aber damit ist nun Schluss. Am Sonntag, 3. Mai, wird Dreyer nicht nur in Asendorf verabschiedet, sondern auch als Springer im Kirchenkreis Syke-Hoya und als Altenheimseelsorger in Syke und Barrien eingeführt. Die Pastorenstelle in Asendorf bleibt bis auf Weiteres vakant, Pastorin Birgit Grohs aus Bruchhausen-Vilsen springt vorübergehend ein.

Als Lothar Dreyer 1987 in Asendorf seine erste Station als Pastor antritt, kann er sich noch nicht vorstellen, dort fast drei Jahrzehnte zu wirken. „Ich hatte keine große Wahl, und die Gemeinde auch nicht“, erinnert er sich lachend. Doch der Ort und die Gemeindeglieder wachsen dem frisch gebackenen Theologen, der aus Pattensen stammt, schnell ans Herz. Und dann „hat sich alles so ergeben. Es schien einfach logisch: Erst waren die Kinder klein und mussten nur einmal über die Straße gehen, um die Schule zu besuchen. Und als die Kinder größer wurden, fand meine Frau Arbeit beim Diakonischen Werk.“

Kein Wunder, dass ihn der berufliche Abschied aus Asendorf ein wenig traurig stimmt. Gerne denkt der 58-Jährige an viele schöne Erlebnisse zurück. Die Gründung des Jugendhauses in Asendorf durch Kirchen- und politische Gemeinde zum Beispiel. Die Anschaffung der Fotovoltaikanlage für das Dach des Gemeindehauses sowie der beiden neuen Glocken. Der Kontakt zur Partnergemeinde Frankenstein in Sachsen. Dennoch: „Das Miteinander war und ist das Wichtigste. Die Kunst ist, die Menschen zum Reden zu bringen. Wenn man ernsthaftes Interesse zeigt, löst das heilende Kräfte aus“, sagt Dreyer und ergänzt: „Das Klima in Asendorf ist gut. Ich habe nie Probleme gehabt, ehrenamtliche Helfer zu finden.“

Das sei schon immer so gewesen – wenngleich er in Asendorf auch einige Veränderungen miterlebt habe. „Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft sind viele Neubürger gekommen. Das ist ein Vorteil, weil man plötzlich ganz viele neue Gesichter sieht. Aber auch ein Nachteil, weil man viel Beziehungsarbeit leisten muss, um Kontakt aufzubauen.“ Und wieder spricht er von der Wichtigkeit des Miteinanders.

Im Mai wird sich Dreyer langsam umgewöhnen, noch den einen oder anderen Gottesdienst und alle Beerdigungen in Asendorf leiten. Doch danach „bin ich raus“, betont er. „Auch wenn es mir schwer fällt.“ Wann Asendorf mit einem neuen Pastor rechnen könne, sei noch nicht absehbar.

Gleichzeitig freut sich Dreyer auf seine neue Aufgabe: „So habe ich die Möglichkeit, noch mal in ein anderes Arbeitsgebiet intensiv einzutauchen“, sagt er. „Wichtig war mir dabei, in der Region zu bleiben, weil Asendorf meine Heimat geworden ist. Ich möchte weiter hier wohnen und mit den Menschen verbunden bleiben.“ 25 Prozent seiner Arbeitszeit wird er künftig als Seelsorger in Seniorenheimen verbringen, außerdem agiert er als Springer. Sein erster Einsatzort ist Seckenhausen, dort übernimmt Dreyer ab Mai eine Krankheitsvertretung. Besonders gespannt ist er indes auf die Arbeit mit den Altenheimbewohnern. „Ich habe gerade eine Schulung zu Andachten für Demente gemacht und erlebe solche Themen als Herausforderung.“

Die Asendorfer wollen ihren Pastor am Sonntag gebührend verabschieden. Der Gottesdienst inklusive offizieller Entpflichtung als Gemeindepastor beginnt um 15 Uhr in der St.-Marcellus-Kirche, anschließend folgt ein Empfang. Außerdem wird Dreyer am Sonntag – bereits um 11 Uhr – in der Syker Christuskirche in sein neues Amt eingeführt.

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