Asendorfer Jugendpfleger geht in den Ruhestand / Jugendhaus mit aufgebaut

Hans-Werner Weber hat sein Hobby zum Beruf gemacht

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Hans-Werner Weber am Kickertisch im Jugendhaus Asendorf, wo er viele Jahre gearbeitet hat.

Asendorf - Jugendpfleger Hans-Werner „Haschi“ Weber geht in den Ruhestand. Offiziell zwar erst am 31. Juli, doch bereits heute verabschieden Jugendliche und Gruppenleiter aus dem Jugendhaus in Asendorf den 65-Jährigen. Sein Nachfolger ist Sven Kracke aus Schwarme. Er wird, genau wie Weber, künftig neben dem Asendorfer Jugendhaus auch den Jugendtreff in Engeln betreuen.

„Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen“, sagt Hans-Werner Weber. „Die Zeit war intensiv, aber auch vielseitig.“ Im Jahr 2000 baute er das Jugendhaus in Asendorf mit auf, schon kurze Zeit später war er außerdem in Engeln tätig. Vorher hatte der Asendorfer in verschiedenen Jobs gearbeitet. „Angefangen habe ich mit einer Ausbildung zum Dekorateur, es folgten zwölf Jahre Bundeswehr und eine Umschulung zum Tischler.“

Weber erinnert sich noch gut an seine Anfänge in der Jugendarbeit: „Ab 1994 betreute ich ehrenamtlich regelmäßig 20, 25 Jugendliche. In einem viel zu kleinen Raum haben wir uns getroffen und auch noch Dart gespielt.“ Ende der 1990er-Jahre entschieden die Bruchhausen-Vilser Samtgemeindepolitiker, die Jugendarbeit zu dezentralisieren. Nun waren die Mitgliedsgemeinden gefordert, Angebote vor Ort zu schaffen. In Kooperation mit der Kirchengemeinde errichtete die Gemeinde Asendorf daraufhin das Jugendhaus neben dem Gemeindehaus und schuf die Stelle des Jugendpflegers. „2000 starteten wir in den neuen Räumen“, sagt Weber.

Sein vielfältiger beruflicher Hintergrund kam dem Asendorfer bei seiner Arbeit zugute. Mit den Jugendlichen hat er zum Beispiel Kanus und Seifenkisten gebaut: „Mit den Seifenkisten haben wir an einem Rennen in Syke teilgenommen.“ Ein weiteres Highlight war eine Deutschlandtour: Die Teilnehmer radelten vom Bodensee in den Norden. Weber ergänzt: „Ein halbes Jahr malten die Jugendlichen bei einem Kunstprojekt. Künstler Josef Korf unterstützte uns.“ Die entstandenen Bilder hängen immer noch im Jugendhaus Asendorf.

Ebenfalls viel Zeit nahm die Weser-Hunte-Filmklappe in Anspruch. Die Jugendhaus-Besucher schrieben ein Drehbuch für den Wettbewerb für Nachwuchs-Filmemacher, sie drehten und schnitten den Film selbst und gewannen in ihrer Kategorie den ersten Platz.

„Und die Kinder- und Jugendtage waren wichtig, weil andere Einrichtungen und Vereine mit ins Boot geholt wurden“, sagt „Haschi“.

Viele Erlebnisse zaubern dem Jugendpfleger bis heute ein Lächeln ins Gesicht. „Wettkämpfe sind bei den Jugendlichen angesagt.“ Regelmäßig standen Kicker- oder Billardturniere im Terminkalender. „Beim Snookerturnier herrschte eine ganz tolle Stimmung. Alle waren ganz leise und haben gespannt zugesehen, wie im Fernsehen“, sagt Weber.

Eine weitere Säule der erfolgreichen Jugendarbeit in Asendorf waren die Freizeiten. „Mindestens einmal im Jahr fuhren wir weg. Das Angebot reichte von Fahrrad- über Kanutouren bis zu Relax-Freizeiten“, sagt Weber. „Vom Gang über einen Baumwipfelpfad erzählen die Teilnehmer noch heute.“

Zusätzlich leistete er viel Arbeit, die auf den ersten Blick nicht sichtbar ist. So wurden einige Jugendliche motiviert, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht eine Ausbildung zu beginnen. Das Engagement für die Jugendlichen wird von Kracke fortgesetzt. „Viele Bürger hatten Angst, dass die offene Jugendarbeit nach meinem Abschied beendet wird“, berichtet Weber. Der Gemeinderat Asendorf beschloss jedoch am Dienstag, Sven Kracke als seinen Nachfolger einzustellen. Kracke wird in der kommenden Woche noch von Weber eingearbeitet, bevor er noch einige Urlaubstage abbummelt. „Und dann werde ich alles locker angehen lassen und mehr Fahrrad fahren“, sagt der Asendorfer. Mehr Zeit will er künftig auch seinem Hobby widmen: der Makrofotografie.

awt

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