Vorhaben als Modell im Rat vorgestellt

Asendorfer Bahnhof wird umgestaltet - ein Rübenkran soll kommen

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Ein Nachbau eines solchen Rüben-Verladekrans, hier ein Modell vom Asendorfer Bahnhof von circa 1950, könnte bald wieder zu sehen sein.

Asendorf - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Der Deutsche Eisenbahn-Verein (DEV) Bruchhausen-Vilsen möchte den Asendorfer Bahnhof für Besucher attraktiver gestalten und dadurch zum längeren Verweilen einladen. Wie das aussehen soll, stellte Wolf-Jobst Siedler, stellvertretender Vorsitzender des DEV, dem Asendorfer Rat während der Sitzung am Dienstagabend vor. Zur besseren Anschauung hatte Siedler ein Modell des Bahnhofs mitgebracht, wie er circa 1950 ausgesehen hatte.

Siedler zur Seite standen Christian Schröder und Harald Kindermann vom DEV, die das Modell erklärten. „Wir orientieren uns an dem, wie es früher einmal gewesen ist“, erklärte Siedler die Umbaupläne dem Rat. Erreichen möchte der DEV, dass vor allem Besucher aus Richtung Hannover nicht am Bahnhof bis Bruchhausen-Vilsen mit dem Auto vorbeifahren, und dann von dort mit der Bahn nach Asendorf zurückfahren. 

„Diese Besucher sollen direkt in Asendorf anhalten und hier über den Bahnhof geleitet werden. Außerdem möchten wir gerne, dass die Bahnfahrer aus Bruchhausen-Vilsen nicht auf ihren Sitzen kleben beim Halt in Asendorf, sondern dort auch Aussteigen und vielleicht erst den nächsten Zug zurücknehmen.“ Erreichen möchte der DEV dies durch eine bessere Sichtbarkeit und eine Attraktivitätssteigerung. 

„Wir müssen dem Besucher das Gefühl geben, dass man hier mindestens 90 Minuten oder besser noch zwei Stunden etwas angucken an“, sagte Siedler. Eine Idee seien Gütertransport-Vorführungen. „Asendorf war schon vor 118 Jahren ein wichtiger wirtschaftlicher Standort“, blickte Siedler zurück. 

In der Mitte des vorigen Jahrhunderts war der Gütertransport immer noch wichtig, allem voran landwirtschaftliche Güter. Deswegen gab es in Asendorf einen Zuckerrüben-Verladekran.  „Dazu legten die Landwirte ein Netz auf ihre Ackerwagen, darauf kamen die Rüben. Der Kran hob dann das Netz mitsamt der Rüben hoch und konnte diese dann über dem Waggon wieder fallen lassen.“

Bauzeichnung des Krans gefunden

Im Archiv der Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya habe man eine Bauzeichnung des Krans gefunden. „Und nun haben wir einen Gönner, der diesen Rübenkran wieder aufbauen würde. Eine einmalige Gelegenheit für uns.“ Stehen soll der Kran dann neben dem Lokschuppen, neue Gleise, die vorhanden sind, müssten an der von der Bundesstraße 6 abgewandten Seite des Schuppens verlegt werden. „Dazu käme noch eine gepflasterte Verladestraße. Das jetzige Dienstgebäude der Bahn müsste dann allerdings weg.“

Dafür plant der DEV die Bahnhofsgarage umzubauen und mit einem hölzernen Anbau zu versehen. In diesem Gebäude könnten Fahrkarten verkauft werden, und es wäre Platz für das Bahnhofsmodell sowie weitere Ausstellungsstücke. Die Garage befindet sich im Eigentum der Gemeinde, der Rat votierte im nächsten Tagesordnungspunkt einstimmig dafür, diese dem DEV zu überlassen. 

Für die Umgestaltung rechnet Siedler mit Kosten von rund 50.000 Euro. Der Kran sei gespendet, für das Fundament müsse man mit rund 10.000 Euro rechnen. „Es scheint auch so zu sein, dass es Zuschüsse gibt, wir sind im Gespräch mit Christa Gluschak vom Rathaus“, erklärte Siedler auf Nachfragen zur Finanzierung aus dem Rat.

Ziel der Fertigstellung aller geplanten Maßnahmen sei in rund drei Jahren. „Wir sind zwar die erste Museumseisenbahn in Deutschland, aber das entbindet uns nicht davon, attraktiv zu bleiben. Wir müssen etwas tun, um Gäste hierher zu holen und etwas anbieten, was andere Bahnen nicht anbieten“, erklärte Harald Kindermann.

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