Ein Besuch im „Räuberhaus“

Gisela und Klaus Wilke zeigen ihre Kunstwerke

Gisela und Klaus Wilke begrüßen Interessierte am Pfingstmontag zum neunten Mal zu einer Ausstellung. Foto: Nala Harries
+
Gisela und Klaus Wilke begrüßen Interessierte am Pfingstmontag zum neunten Mal zu einer Ausstellung.

Nachdem ein riesiger Baum auf den Hof der Familie Wilke in Asendorf gestürzt ist, haben sie improvisiert. Anstatt das Holz wegzuschaffen, haben sie etwas kreiert.

Steinborn - Es war ein großer Schreck für die Wilkes: Vor acht Wochen stürzte ein riesiger Baum auf ihren Hof in Asendorf-Steinborn, direkt vor ihr Haus, das „Räuberhaus der vier Bremer Stadtmusikanten“. Der Baum liegt noch immer an Ort und Stelle – direkt neben einem kleinen Schuppen, in dem die 68-jährige Gisela Wilke Materialien für ihr Kunsthandwerk aufbewahrt. Daneben ragt der menschengroße, abgebrochene Stamm aus dem Boden. „Anstatt das Holz wegzuschaffen, haben wir improvisiert“, erzählt Gisela Wilke lächelnd. Auf dem Baum stehen nun verschiedene aus Metall gefertigte Figuren. Hinter dem abgebrochenen Stamm, den nun ein bunter Stuhl verziert, führt ein kleiner Weg entlang. Vorbei an aus Modelliermasse gefertigten, rot gepunkteten Pilzen und allerlei anderen Kunstwerken, führt dieser hinein in einen kleinen Waldabschnitt. Aus dem Grün der Büsche lugt eine Figur mit einem roten Filzhut hervor. Ein Stück weiter ragen mehrere Metallstäbe aus dem Boden. Auf ihnen stecken bunt bemalte Weinflaschen. „Wir haben so viele davon, da dachte ich mir, warum daraus nicht etwas machen?“, erzählt die Künstlerin. Vor acht Jahren sei das Wäldchen ein Urwald gewesen, die Sämlinge hätten so hochgestanden, dass man sich mit einem Buschmesser durch das Dickicht kämpfen musste.

Im hinteren Bereich des Areals ist zwischen den Bäumen ein Häuschen zu erkennen. Es ist eine hölzerne Verkaufsbude, mit der Gisela und ihr Mann Klaus Wilke vor 30 Jahren unter anderem auf dem historischen Markt in Bremen ausgestellt hatten. Die Seitenklappen sind geöffnet und Möbel stehen darin. Der Stand ist so gemütlich eingerichtet wie ein kleines Wohnzimmer. Auf einem der Sessel sitzen aus Stoff hergestellte Bremer Stadtmusikanten. Auf dem Verkaufstresen stehen weitere Kunstwerke, eins davon gehört zu den „Lieblingen“ der 68-Jährigen: Eine weiße Figur aus Modelliermasse, die an zwei, sich aneinanderschmiegende Frauen erinnert. Sie habe damit etwas schaffen wollen, was Zugehörigkeit, Freundschaft und Harmonie ausdrückt. Einen Namen gibt die Künstlerin ihren Werken allerdings nicht, da das dem Betrachter vorschreibe, was er in einer Figur zu sehen habe.

Ein Stück entlang des Wegs steht eine Buddha-Statue. „Einen religiösen Hintergrund hat das nicht. Buddha strahlt Ruhe und Harmonie aus und das passt doch wunderbar in unser Wäldchen“, erklärt die 68-Jährige. Daneben sind zwei bunt bemalte Säulen zu erkennen, die zu den ersten Kunstwerken gehörten, die zwischen den Bäumen aufgestellt wurden.

Fast am Ende des Rundgangs steht eine alte Holztür, deren Scharniere Gisela Wilke Gold lackiert hat. Auf einer Rundfahrt mit ihrem VW-Käfer hätten sie und ihr Mann diese gefunden. „Die Tür war schon auf dem Müll gelandet und dann haben wir bei dem Haus geklingelt und gefragt, ob wir sie haben dürfen“, sagt die Künstlerin und muss grinsen. Auch die Nachbarn der Wilkes bringen regelmäßig Dinge zu dem Ehepaar, für die sie selbst keine Verwendung mehr haben. „Die halten mich schon für verrückt, aber ich kann daraus immer noch etwas Besonderes machen.“

Zurück auf dem Hof präsentieren der 80-jährige Klaus Wilke und seine Frau Gisela ihr Carport. Dort parken nicht etwa Autos, dort hängen etliche Bilder aus Öl und Acryl an den Wänden. Die 68-Jährige malt bereits seit rund 50 Jahren, auch Klaus Wilke hatte mit dem Renteneintritt damit begonnen. „Er ist allerdings ein ,Schreibtischtäter‘“, sagt sie. Derzeit arbeitet er an einem Buch über Philosophie.

Aber es gibt noch mehr zu sehen: Vom Hof aus geht es in den Verkaufsraum und das Atelier der Wilkes. Neben Gemälden, Modellen, Schlüsselanhängern und Tassen sind verschiedene Schweißarbeiten zu finden. Eine steile Treppe führt durch eine Luke in das Obergeschoss. „Hier arbeite ich meist in den Wintermonaten, wenn es kalt ist. Viel lieber bin ich aber draußen in der Natur“, erklärt Gisela Wilke.

Die Vernissage

Das Ehepaar Wilke lädt für Pfingstmontag, 10. Juni, ab 11 Uhr zu einer Vernissage in ihr „Räuberhaus“ an der Vilser Straße 2/Ecke Steinerner Weg in Asendorf-Steinborn ein. Dann können Interessierte die Kunstwerke begutachten und käuflich erwerben. Zudem gibt es Getränke und Snacks. Zur Vereinbarung individueller Termine sind die Wilkes unter Telefon 04253/9097770 erreichbar.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Meistgelesene Artikel

CDU verliert in Diepholz zweistellig

CDU verliert in Diepholz zweistellig

CDU verliert in Diepholz zweistellig
Achtung: Vollsperrung der B51 ab Montag

Achtung: Vollsperrung der B51 ab Montag

Achtung: Vollsperrung der B51 ab Montag
Ergebnis der zweiten Wahl-Runde: Samtgemeinde Barnstorf bekommt neuen Bürgermeister

Ergebnis der zweiten Wahl-Runde: Samtgemeinde Barnstorf bekommt neuen Bürgermeister

Ergebnis der zweiten Wahl-Runde: Samtgemeinde Barnstorf bekommt neuen Bürgermeister
Nicht grinsen am Scheiterhaufen

Nicht grinsen am Scheiterhaufen

Nicht grinsen am Scheiterhaufen

Kommentare