Renaturierung 

Asendorf bekommt ein „grünes Band“

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Der größere der vier Teiche, die renaturiert wurden, hat derzeit wenig Wasser. Die Insel in der Mitte soll noch vergrößert werden. 

Asendorf - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Der Naturschutzbund (Nabu) Syke und Umland hat zusammen mit dem Heimatverein Asendorf in den vergangenen drei Jahren im Niemannsbruch in Asendorf vier Fischteiche renaturiert. Beim Monatstreff des Nabu erklärte Dr. Hartmut Zacharias im Eichenhof Zempel vor rund 40 Anwesenden die Maßnahmen.

„Vor 30 Jahren wurden im Niemannsbruch drei kleine und ein größerer Teich auf einer Fläche von rund 5 000 Quadratmetern zur Fischzucht angelegt. Das ging ein bis zwei Jahre gut, dann wurde die Fischzucht schon wieder aufgegeben. Die Teiche wurden sich selbst überlassen und fielen in einen Dornröschenschlaf.“

Anhand von Fotos zeigte Nabu-Mitglied Zacharias, wie die Gewässer vor Beginn der Renaturierungsmaßnahmen ausgesehen hatten. „Im Laufe der Zeit bildete sich um die Teiche ein enges Dickicht aus Bäumen und Sträuchern. In den Teichen entstand eine 80 Zentimeter dicke Schlammschicht, aufsteigende Faulgase machten ein Leben im Wasser zunehmend unmöglich.“

Das sollte sich ändern. Der Nabu und der Heimatverein nahmen sich der Fischteiche an. „Wir danken dem Eigentümer der Flächen und der Pächterin, dass wir dort aktiv werden konnten“, sagte Zacharias. „Um Fröschen, Molchen, Libellen und anderen an und im Wasser lebenden Tieren und Pflanzen einen neuen Lebensraum zu geben, wurden zunächst die Bäume und Sträucher zum größten Teil entfernt und dann die Teiche ausgebaggert.“ Mit schwerem Gerät entfernten die ehrenamtlichen Helfer dann die Stubben vom Ufer und flachten die Uferbereiche ab.

Im Frühjahr dieses Jahres, wie Zacharias auf weiteren Bildern zeigte, gab es plötzlich sehr viele Algen auf den Teichen. Dazu nahm der Nabu-Teichexperte Klaus de Beek Stellung: „Es handelt sich um Fadenalgen, die Sauerstoff bilden und Nährstoffe binden. Eine Wasserprobe von unterhalb der Algen hat gezeigt, dass das Wasser von guter Qualität ist. Der Zustand mit dem Algenbewuchs wird nach meiner Erfahrung nur von kurzer Dauer sein.“

Neben der Renaturierung der vier Teiche hat sich der Nabu auch die durch den Niemannsbruch fließende Calle vorgenommen. „Es ist jetzt ein mäandernder Bach auf fast 400 Metern Länge geworden“, sagte der Asendorfer Zacharias. Die Calle und die Graue fließen in den Bücker Mühlbach, der wiederum in die Weser fließt.

„Es wird nur noch eine Frage der Zeit sein, bis wir in Asendorf wieder Bachforellen haben“, prophezeite Zacharias. Schon jetzt habe Asendorf ein „grünes Band“. Es ziehe sich vom Pastorengarten im Dorf bis hin zum Niemannsbruch.

Nabu-Vorsitzender Heinfried Köster freute sich über die Förderung des Projekts: „Ermöglicht wurde das Ganze durch die finanzielle Unterstützung der niedersächsischen Bingo-Stiftung und der Nabu-eigenen Stiftung Naturerbe des Nabu-Kreisverbands Landkreis Diepholz.“ In die Renaturierung der Teiche seien 31 000 Euro geflossen, in die der Calle 15 000 Euro. „Und natürlich sehr, sehr viele ehrenamtliche Stunden.“ 

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