Geschichte und Geschichten

Arbeitsgruppe bringt Wöpser Chronik mit mehr als 800 Seiten heraus

Die Arbeitsgruppe Wöpser Chronik bringt ein bebildertes Buch über den Ort Wöpse heraus. Das Bild entstand vor den Kontaktbeschränkungen durch das Coronavirus.
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Die Arbeitsgruppe Wöpser Chronik bringt ein bebildertes Buch über den Ort Wöpse heraus. Das Bild entstand vor den Kontaktbeschränkungen durch das Coronavirus.

Wöpse – 1 300 E-Mails, 586 Bilder, 830 Seiten und 145 709 Wörter. Das sind Kerndaten zur Wöpser Chronik, die die gleichnamige sechsköpfige Arbeitsgruppe jetzt nach ziemlich genau zweijähriger Bearbeitungszeit herausbringt. Noch befinde sich das Buch im Druck, aber „rechtzeitig zu Weihnachten ist sie da“, versichert Helga Schröder stellvertretend für die Gruppe. „Wir sind im Zeitplan“, ergänzt Fritz-Wilhelm Bröker. Die weiteren Mitglieder sind Heinrich Schröder, Dorit Scholing, Heinrich Bohlmann und Dieter Schütt.

Das Buch erscheint in einer Auflage von 400 Exemplaren. „Wir werden sie nicht alle los, das ist keine Frage“, schätzt Heinrich Schröder die Lage realistisch ein. Um die Kosten für den Druck zu decken, müssten allerdings 250 Chroniken verkauft werden. Heinrich Schröder sagt gelassen: „Eine Chronik wird nicht alt. Sie bleibt aktuell und kann auch in fünf Jahren noch verkauft werden.“

Den Grundstein für die Wöpser Chronik legten Albert und Heinrich Schröder sowie Friedrich Wohlers. „Mein Onkel und mein Vater haben in den 70er-Jahren schon Ahnenforschung betrieben“, sagt Heinrich Schröder über seine Verwandtschaft. „Als Rentner haben sie für alle Häuser im Dorf eine Ahnentafel erstellt“, meint er. Nach dem Tod dieser Personen sei die Ahnenforschung im Ort für eine gewisse Zeit eingeschlafen. „Dann kamen auch wir ins Rentenalter und hatten Zeit dafür“, meint Fritz-Wilhelm Bröker lachend. „Wir sind also die zweite Generation“, erklärt Heinrich Schröder schmunzelnd.

„Albert und Heinrich Schröder und Friedrich Wohlers hatten den größten Anteil an der Chronik“, gibt Fritz-Wilhelm Bröker unumwunden zu, „aber für uns war das besonders in den letzten Wochen und Monaten auch ein Full-Time-Job.“ Zeitlich setzte sich die Arbeitsgruppe unter Druck, weil der Ortsteil Riethausen, der zur Wöpser Chronik dazugehört, erstmals im Jahr 1220 urkundlich erwähnt worden sei. „Das ist ein guter Anlass sie jetzt – genau 800 Jahre später – herauszubringen“, sagt Fritz-Wilhelm Bröker.

Auch aus Gründen des Datenschutzes habe die Gruppe oft die Marke von zehn Arbeitsstunden am Tag pro Person erreicht. „Fritz-Wilhelm und ich haben alle Häuser in Wöpse besucht und haben uns Einwilligungserklärungen geholt“, erzählt Heinrich Schröder. „Besonders stressig war es, wenn Leute nicht erreichbar waren oder sie ihre Einwilligungserklärung erst spät an uns zurückgeschickt haben“, erinnert sich Fritz-Wilhelm Bröker. Dabei sei oft viel Zeit verloren gegangen. Das Überarbeiten von Listen und Karteien sei auch unheimlich zeitintensiv gewesen.

Insgesamt überwiegen aber die positiven Erinnerungen an die zweijährige Arbeit an der Chronik. „Man lernt das Dorf viel besser kennen. Ich bin mit Leuten zusammengekommen, die ich früher zwar gegrüßt habe, mit denen ich aber nie gesprochen hätte“, beschreibt Heinrich Schröder seine Erfahrungen. Auch die Resonanz der meisten Wöpser Bürger sei überwiegend positiv gewesen. „Die Leute haben oft gesagt, dass das, was wir machen, toll ist“, erzählt Fritz-Wilhelm Bröker. „Bei Fragen waren sie in der Regel sehr hilfsbereit.“

Inhaltlich habe die Wöpser Chronik eine Mischung aus harten Fakten und Anekdoten aus dem Ort zu bieten. „Das war uns wichtig“, sagt Fritz-Wilhelm Bröker. Besonders für Menschen, die keine Lust hätten, nur lange Listen durchzugehen. „Geschichte und Geschichten“, fasst Helga Schröder den Inhalt treffend zusammen. Als Beispiel nennt die Arbeitsgruppe Tagebucheinträge des Wöpsers Friedrich Wohlers, die er teilweise aus seiner Erinnerung aufgeschrieben haben soll. „Das sind Geschichten aus dem Ort, etwas ganz Tolles“, meint Helga Schröder. Und aus diesem Grund nehmen die Tagebucheinträge auch mehrere Seiten in der Chronik ein. Fritz-Wilhelm Bröker ergänzt: „So etwas ginge verloren, wenn wir es nicht festhalten würden. Das wäre irgendwann einfach weg gewesen.“

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