Am Geschmack lässt sich das nicht immer erkennen

Ist es ein Apfel oder eine Ananas?

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Pomologin Ute Hoffmann-Deterding (rechts) erklärte den Besuchern Wissenswertes rund um den Apfel. 

Uepsen - Von Karin Neukirchen-Stratmann. „Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern.“ Dieses Sprichwort nehmen sich viele Menschen zu Herzen. Doch Apfel ist nicht gleich Apfel – davon überzeugten sich kürzlich zahlreiche Besucher auf dem Bioland-Hof der Pomologin, also Obstkundlerin, Dr. Ute Hoffmann-Deterding in Asendorf-Uepsen.

Über 600 Obstsorten, davon 350 Apfel-, 90 Birnen- und gut 100 Steinobstsorten, bietet Hoffmann-Deterding zusammen mit ihrem Mann Volker Deterding an. Vor allem die alten Obstsorten haben es ihr angetan: „Weil sie so viele unterschiedliche Aromen haben und ich viele aus meiner Kindheit kenne.“

Interessierte konnten sich bei der „Verköstigung und Sortenschau“ durch zahlreiche Sorten probieren und Unterschiede feststellen. So gibt es Äpfel, die nach Himbeere schmecken, wie der Himbeerapfel aus Colnrade – oder aber nach Ananas, wie die Ananas-Renette.

Etliche Gäste kamen mit konkreten Wünschen und Fragen nach Uepsen. Burkhard Schnadt, der mit Tochter Jana aus Stuhr zum Schautag gefahren war, hatte einen Apfel aus seinem Garten dabei. „Den wollen wir bestimmen lassen“, erklärte Jana Schnadt. Das gestaltete sich allerdings ein wenig schwierig. „Besser ist immer, wenn Sie mehrere Äpfel mitbringen, das hier ist nicht einfach“, sagte Fachfrau Hoffmann-Deterding. „Der Apfel ist sehr unreif“, stellte sie dann fest, obwohl Burkhard Schnadt der Überzeugung war, einen August-Apfelbaum im Garten zu haben. „Die werden auch sonst größer, dieser hier ist sehr klein“, warf Jana Schnadt ein. „Es könnte ein Signe Tillisch sein“, wagte Ute Hoffmann-Deterding eine Prognose. „Eine alte Apfelsorte, die aus Jütland stammt.“ Festlegen wollte sie sich aber nicht. „Es könnte auch in Richtung Boikenapfel gehen, der vor allem um Bremen herum angebaut wurde.“

Beratung inbegriffen 

Da Familie Schnadt einen weiteren Apfelbaum pflanzen möchte, erkundigte sie sich gleich nach der richtigen Pflege. „Wir haben einen hohen Grundwasserstand und sandigen Boden“, sagte Burkhard Schnadt. „Der Baum soll auch ein Schattenspender sein“, ergänzte Jana Schnadt. „Bei einem Sandboden ist ganz klar: Sie müssen wässern, wässern, wässern“, gab Ute Hoffmann-Deterding den Stuhrern mit auf den Weg. „Außerdem den Boden aufarbeiten, zum Beispiel mit Urgesteinsmehl, das eingegraben wird, und es muss Kompost auf die Baumscheibe.“

Bei einem Gang über die Obstbaumplantage kamen weitere Fragen auf. „Wann ist der optimale Zeitpunkt zum Pflanzen?“, wollte ein Mann wissen. „So lange der Boden nicht gefroren ist, geht es immer. Es muss nur über null Grad sein“, antwortete die Pomologin. „Geht es auch im März?“, lautete eine weitere Frage. Hoffmann-Deterding: „Theoretisch ja, aber wenn Sie dann ein trockenes Frühjahr bekommen, kann es schwierig werden. Ich würde, wenn es geht, immer im Herbst pflanzen.“

Keine Chemie

Eine Frau berichtete, dass bei ihren Bäumen in diesem Jahr alle Äpfel früh und krank heruntergefallen seien. „Von zwei Obstbäumen haben wir, weil wir keine Chemie einsetzen, nur rund 20 Prozent ernten können. Was kann man da tun?“ Auch da wusste die Pomologin Rat: „Das wird wohl der Apfelwickler gewesen sein, eine kleine Made, die sich von außen nach innen frisst, sich dann verpuppt und als Falter verschwindet. Es gibt Schlupfwespen, die können Sie im Internet bestellen, die helfen ganz gut.“ Ob auch Leimringe nützen könnten, wurde gefragt. Hoffmann-Deterding: „Die sind in erster Linie gegen den Frostspanner. Aber wenn Sie viele Blattläuse haben und dann Ameisen, die diese melken, dann hilft der Leimring gegen die Ameisen, und so verhindern Sie die Co-Existenz von Laus und Ameise.“

Beeindruckt von der Vielfalt auf dem Hof war auch Renate Enckhausen-Koelsch aus Fahrenhorst. Sie hatte sich ursprünglich für einen Volkshochschul-Kurs bei Ute Hoffmann-Deterding angemeldet, der mangels ausreichend Teilnehmern abgesagt wurde. „Deswegen bin ich heute hier“, sagte Enckhausen-Koelsch. Seit ihrer Kindheit liebe sie Apfelbäume und die Ernte. „Äpfel haben mich immer begleitet. Ich finde zum Beispiel die Alleebäume toll und will einfach mal wissen, was da so wächst.“ Auch für die Fahrenhorsterin hatte die Apfelexperin einige Tipps parat.

Die Obstbaumschule von Dr. Ute Hoffmann-Deterding befindet sich in Asendorf an der Uepser Heide 1, Telefon 04253/800622.

www.hoffmann-obstbaumschule.de

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