Angst vor der „Steinzeit“

Internetversorgung Thema im Martfelder Rat

Martfeld - Der Martfelder Gemeinderat ist dafür, dass der Landkreis Diepholz in seinem Gebiet ein Breitbandnetz als FTTB-Betreibermodell (Fibre to the building, also Glasfaserkabel bis ins Gebäude) ausbaut und an einen privaten Betreiber verpachtet. Einstimmig fassten die Kommunalpolitiker kürzlich einen entsprechenden Beschluss, der für den geplanten Breitbandausbau vonnöten ist.

Die Einwohner aus den „weißen Flecken“, deren Leitung bisher weniger als 30 Megabit pro Sekunde an Daten liefert, sollen in den nächsten Jahren schnelles Internet bekommen. Voraussetzung ist laut Martfelds Gemeindedirektor Bernd Bormann, dass die Samtgemeinde die Aufgabe an den Kreis überträgt. Vorher müssen allerdings die Mitgliedsgemeinden ihr Okay geben. Das tat nach Schwarme nun auch Martfeld.

Der Ausbau in den unterversorgten Bereichen ist für 2018 bis 2020 geplant. „Wann unsere Samtgemeinde dran ist, kann ich nicht sagen“, erklärte Bormann.

Bürger beschwert sich über langsame Leitung

Das Thema Internetversorgung kam auch in der Einwohnerfragestunde während der jüngsten Ratssitzung in Martfeld auf den Tisch. Ein Bürger, der In der Weide wohnt, beschwerte sich über den Internetanbieter Telekom: „Laut Vertrag habe ich eine 50er-Leitung, ich kriege aber nur 25 Mbit“, sagte er. „Das war bisher okay. Aber jetzt habe ich ein Schreiben erhalten, dass die Leistung sogar auf 16 MBit sinken soll.“ Der Martfelder ist gar nicht glücklich angesichts der Aussicht, sich „zurück in die Steinzeit“ begeben zu müssen. Er wollte von Rat und Verwaltung wissen, was er tun könne.

„Ich habe da leider keinen Einfluss“, sagte Bernd Bormann und empfahl dem Mann, sich bei einem anderen Anbieter über dessen Leistung zu informieren. Außerdem könne er auf der Internetseite des Landkreises (www.diepholz.de) nachsehen, ob sein Bereich vom geplanten Breitbandausbau profitieren wird.

Wer dabei ist, der hat Glück. Alle anderen müssen nach Bormanns Worten auf „das freie Spiel der Kräfte“ hoffen: „Sie sind darauf angewiesen, dass EWE oder Telekom investieren.“

Auf Nachfrage eines anderen Einwohners versicherte Bormann, dass der Landkreis beim Breitbandausbau nicht straßenweise vorgehe: „Da wird jeder Haushalt angeguckt.“ Auch wessen Internetzugang im Gegensatz zum Nachbarn auf weniger als 30 Megabit pro Sekunde komme, der dürfe auf eine Verbesserung hoffen.
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Rubriklistenbild: © dpa

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