Bergstraße: fast 60 Betten

Ambulanter Hauspflegeverbund Syke (AHS) betreibt Seniorenzentrum Bruchhausen-Vilsen

Außenansicht eines leerstehenden Pflegeheims.
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Aus dem bisherigen DRK-„Haus an der Bergstraße“ wird in diesem Jahr das AHS-„Seniorenzentrum Bruchhausen-Vilsen“.

Br.-Vilsen – Um fast 60 Plätze für die stationäre Betreuung von Alten und Pflegebedürftigen wird die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen reicher: In der zweiten Jahreshälfte wird der Ambulante Hauspflegeverbund Syke (AHS) ein Alten- und Pflegeheim in Betrieb nehmen. Aus dem bis vor einem Jahr vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betriebenen „Haus an der Bergstraße“ wird das „Seniorenzentrum Bruchhausen-Vilsen“, teilt AHS-Einrichtungsleiter Roland Arndt auf Nachfrage mit.

Die Werbetrommel für das Haus hätte er allerdings gern wohltönender gerührt. Statt der sprichwörtlichen Pauken und Trompeten waren es zuletzt wiederholt die Sirenen, die davon kündeten: An der Bergstraße tut sich etwas. „Durch Bauarbeiten löste die Brandmeldeanlage aus“, hieß es jeweils im Einsatzbericht der Feuerwehr, die in den vergangenen Wochen recht regelmäßig in die Bergstraße gerufen worden war.

„Wir sind dabei, das Gebäude zum Leben zu erwecken“, bestätigt Roland Arndt. 56 bis 58 Betten sollen dort frühestens ab September, jedoch spätestens bis Jahresende zur Verfügung stehen, kündigt er an. Ein genauerer Zeitplan entscheide sich kurzfristig, meint er. Derzeit finde neben Sanierungsarbeiten vor allem der Umbau der Zimmer statt. „Wir modernisieren das Mobiliar und es wird ausschließlich Einzelzimmer geben“, kündigt Arndt an.

Zuletzt hatte das DRK die Pflegeeinrichtung betrieben. Dass die Organisation ihren ablaufenden Pachtvertrag nicht verlängern werde, teilte sie Bewohnern und Mitarbeitern im Februar 2020 mit. „Dass wir schließen müssen, tut uns sehr leid, aber es gibt dafür wirtschaftliche Gründe“, hatte Ulrike Hirth-Schiller, Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes, seinerzeit erklärt. Zu dieser Zeit wohnten an der Bergstraße 50 Frauen und Männer, 58 Mitarbeiter waren dort beschäftigt. „Alle Mitarbeiter behalten ihre gültigen Arbeitsverträge, und die Bewohner bekommen ein Angebot, in eine unserer anderen Einrichtung nach Syke oder Barrien umzuziehen“, kündigte das DRK im Winter 2020 an.

Der AHS bietet in Syke neben verschiedenen stationären Wohnformen auch einen ambulanten Pflegedienst, hauswirtschaftlichen Service, Alltagsbetreuung, häusliche Krankenpflege, Verhinderungs- und Urlaubspflege, Pflege zu Hause und einen Hausnotruf an. Die roten Fahrzeuge des Hauspflegeverbunds sind im Stadtbild allgegenwärtig. In Syke arbeitet der AHS aber nicht nur mit älteren und pflegebedürftigen Menschen – an die Einrichtung an der Waldstraße ist ebenfalls die Kindertagesstätte Wirbelwind für bis zu fünf Kinder zwischen null und sechs Jahren angeschlossen, heißt es auf der Homepage des Unternehmens.

Nun also Bruchhausen-Vilsen. Der Luftkurort ist dem AHS offenbar in guter Erinnerung. Bei einem Großbrand im Syker Gebäudekomplex im vergangenen April konnten alle 62 Bewohner wohlbehalten ihre Zimmer und Wohnungen verlassen, doch es musste kurzfristig eine neue Bleibe her. Viele kamen noch am selben Abend in den bereits verlassenen Räumen des DRK im Luftkurort unter. Wie berichtet, hatte das Rote Kreuz das „Haus am Kurpark“ seinerzeit als Notunterkunft für hilfsbedürftige Menschen aus Heimen hergerichtet, die dort während der noch jungen Corona-Pandemie separiert von Erkrankten hätten betreut werden können. Für diesen Zweck musste der auftraggebende Landkreis Diepholz die Räume an der Homfelder Straße seitdem nicht einmal nutzen. Gleich zweimal aber wurde das „Haus am Kurpark“ zum Notquartier. Kurz nach dem Großbrand in Syke ging auch das Haus Barrien in Sulingen in Flammen auf. Im Mai 2020 bezogen in einer groß angelegten Evakuierungsaktion 22 Hilfsbedürftige die Notunterkunft.

Damit Brände in Senioreneinrichtungen möglichst nicht zur Katastrophe werden, sind die behördlichen Auflagen an die Brandmeldeanlagen in diesen Häusern groß. Lösen die Anlagen aus, wird automatisch ein Großaufgebot an Rettungskräften alarmiert. „Damit im Ernstfall so schnell wie möglich so viele helfende Hände wie nötig vor Ort sind“, hatte Feuerwehr-Pressesprecher Cord Brinker einst nach einem realen Einsatz in der Bergstraße erklärt. Dass die Brandmeldeanlage voll funktionstüchtig ist und sensibel sogar auf Baustaub reagiert, dürfte den künftigen Betreiber also freuen. Er kann sich darauf verlassen, dass die Feuerwehr aus Bruchhausen-Vilsen den schnellsten Weg zur Bergstraße jetzt in- und auswendig kennt. Man stehe in Sachen Brandschutz in engem Austausch mit dem Betreiber, heißt es aus Feuerwehrkreisen.

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