Vortrag von Bernd Kunze

„Tag des offenen Denkmals“: Familie Stubbemann aus Hollen zeigt ihren 300 Jahre alten Speicher

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Der alte Speicher ist sehr gut erhalten.

Hollen - Von Uwe Campe. Fast auf den Tag genau vor 300 Jahren, am 5. September 1718, ließen Hinrich Meincken und seine Frau Margrete Geidemans auf ihrem Hof in Hollen einen neuen großen Kornspeicher errichten. Dieses Datum wird durch die Inschrift auf dem Türriegel des Speichers bis heute dokumentiert. Die Familie Stubbemann, die auf dem Hof Hollen 43 heute Biolandwirtschaft betreibt, nahm dieses Ereignis am Sonntag, dem „Tag des offenen Denkmals“, zum Anlass, ihren Speicher der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und den runden Geburtstag mit einem Hoffest angemessen zu feiern.

Unterstützung erhielt die Gastgeberfamilie durch den passionierten Hausforscher und ehrenamtlichen Denkmalschützer Bernd Kunze aus Martfeld, der die interessierten Besucher fachkundig durch das sehr gut erhaltene und wenig veränderte Gebäude führte. 

Kunze erklärte dabei viele Details zur Bauweise und zur Geschichte und ging auch auf einige Besonderheiten ein. So besitzt der Speicher einen kleinen Keller, in dem noch das aus Findlingen gebildete Fundament zu erkennen ist. Man nimmt an, dass diese Steine von einem seinerzeit zerschlagenen Hünengrab stammen.

Eine weitere Besonderheit ist ein kleiner Raum mit einem Alkoven, der in früheren Zeiten vom Schäfer oder von einem Knecht bewohnt gewesen sein mag. Seine ursprüngliche Funktion, Korn zu lagern, hat der Speicher zwar schon lange verloren, dafür beherbergt er heute auf mehreren Stockwerken eine sehr liebevoll und übersichtlich arrangierte Sammlung bäuerlicher Gerätschaften und Gebrauchsgegenstände.

Die Inschrift des Speichers ist 1718 gefertigt worden.

In der Diele des Bauernhauses, dessen Innengerüst noch Teile des ersten dort 1539 errichteten Hauses enthält, ging Bernd Kunze dann in einem sehr interessanten und informativen Lichtbildvortrag unter dem Titel „Von Mali bis Martfeld“ auf Bedeutung und Wesen von Speichern ein. 

Anhand schöner, größtenteils von ihm selbst angefertigter Aufnahmen zeigte und erklärte er kenntnisreich Speicher etwa aus Afrika, Südeuropa und Skandinavien, aber auch aus der heimischen Region, um schließlich wieder zu dem „Dreihundertjährigen“ in Hollen zurückzukehren. Wenn man ein solches Gebäude richtig zu „lesen“ weiß, ist es weniger ein stummer, als vielmehr beredter Zeuge vergangener Zeiten, sagte der Hausforscher.

Bernd Kunze berichtete über Speicher „Von Mali bis Martfeld“.

Selbstgebackener, noch warmer Butter- und Apfelkuchen, Pizza vom Blech, musikalische Begleitung durch den Projektchor Martfeld, Ponyreiten für Kinder, eine großes Honigsortiment und vieles mehr trugen ebenso wie das schöne Spätsommerwetter zum Gelingen des Hoffests bei. Veranstalterin Anneliese Stubbemann freute sich denn auch trotz des an diesem Tag großen Konkurrenzangebots über einen sehr guten Besuch.

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