Kirchen planen rechtzeitig

Alle Konfirmationen in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen verschoben

Konfirmanden lassen im Beisein vieler Zuschauer bunte Luftballons steigen
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Der blühende Tulpenbaum am Kirchplatz in Vilsen dient seit Jahrzehnten als schöne Kulisse für die Konfirmationen. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen werden die Einsegnungen aber auch in diesem Jahr in den Spätsommer verschoben. Dazu entschieden sich jetzt alle Kirchengemeinden in der Samtgemeinde. Archiv

Samtgemeinde – Alle Kirchengemeinden in der Samtgemeinde haben beschlossen, die Konfirmationen zu verschieben. „Wir wünschen den Jugendlichen eine schöne Konfer-Zeit, in der sie neben inhaltlichen Aufgaben auch Zeit haben zu einem fröhlichen Miteinander bei gemeinsamen Unternehmungen und Aktionen“, sagt Pastorin Meike Müller. Diese seien derzeit unter den Corona-Schutzmaßnahmen aber nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.

Wie schon 2020, finden die Konfirmationen erst nach den Sommerferien statt.

Ein Brief dazu mit den neuen Daten hat in den vergangenen Tagen alle Jugendlichen und deren Eltern erreicht. Rechtzeitig, wie viele Familien meinen. Im vergangenen Jahr, zu Beginn der Pandemie, mussten die Feiern kurzfristig, nur vier, fünf Wochen vor dem langgeplanten Termin abgesagt werden. Jetzt entschieden sich die Verantwortlichen etwa drei Monate vorher.

„Wir können uns in den Gruppen gar nicht treffen“, bedauert Pastor Karsten Damm-Wagenitz. Als Springer im Kirchenkreis hatte er die Konfirmanden-Jahrgänge in Broksen, Vilsen, Martfeld und Schwarme übernommen. Einige „seiner“ Konfirmanden konnte er im Spätsommer nur zweimal sehen, bevor die Schutzmaßnahmen ein Zusammenkommen unmöglich machten. Wie in der Schule, trafen und treffen sich die Jugendlichen auch für den kirchlichen Unterricht online. „Aber die Konfirmanden-Zeit soll eine schöne, erlebnisreiche Zeit sein“, ist er sich mit seinen Kollegen einig. Das reine Abarbeiten von Lernstoff ist seit vielen Jahren schon Vergangenheit.

Sich in Gruppen zu treffen und Themen zu erarbeiten – die Sorge, sich mit dem Virus anstecken zu können, ließ das schon kurz nach Beginn des Konfirmanden-Jahres für den Jahrgang acht nicht mehr zu. Pastor, Teamer und Konfirmanden hatten kaum Gelegenheit, sich überhaupt kennenzulernen. Karsten Damm-Wagenitz überraschte die Jugendlichen mit einer hier nie da gewesenen Aktion: Im Advent besuchte er jeden einzelnen nicht in, sondern an dessen Haus.

Nach einen ausgetüftelten Zeitplan reiste er von Adresse zu Adresse, brachte jeweils zehn Minuten Zeit mit, um sich mit den Konfirmanden kurz zu unterhalten. „Wie geht‘s?“, wollte er natürlich als erstes wissen. Vom Handy spielte er über einen tragbaren Lautsprecher ein Musikstück zum Zuhören ab, Singen war ja verboten. Nach einem gemeinsamen Gebet verabschiedete er sich auch schon wieder. Nicht, ohne eine Grußkarte und einen Schoko-Weihnachtsmann zu hinterlassen. „Eine tolle Aktion“, freuten sich viele Eltern. Die Jugendlichen selbst schienen überwiegend überrascht, dass der Pastor sich so um sie bemühte. Mit 14 Jahren ist einem so viel persönliche Aufmerksamkeit ja zumindest unangenehm.

Durch die Verschiebung der Konfirmationstermine sollen die künftigen mündigen Gemeindeglieder nun doch in den Genuss ihrer Konfer-Zeit kommen. In Broksen und Vilsen soll Ende April an einem gemeinsamen Wochenende in der Vilser Kirche und dessen Gemeindehaus vieles nachgeholt werden, was in den Wintermonaten nicht möglich ist. Nach Übernachtung, gemeinsamen Mahlzeiten, Lern- und Freizeit in der Gruppe stellen sich die Konfirmanden der Gemeinde am 25. April im Gottesdienst vor. So jedenfalls der Stand heute. „Wir leben in einer unsicheren Zeit und hoffen, dass unsere Planungen dem Pandemiegeschehen standhalten können“, teilt Pastor Damm-Wagenitz mit.

Geht man von einer ähnlichen Entwicklung wie im Vorjahr aus, dürften Konfirmationen im Spätsommer möglich sein. Für Anfang September steht daher für die Brokser und Vilser auch eine fünftägige Freizeit auf dem verlängerten Konfirmanden-Programm. So kommen alle hoffentlich zu der schönen Zeit, die die Konfer-Zeit sein soll, wünschen sich die Pastoren aus der Samtgemeinde. Für die Konfirmanden hoffen sie außerdem, dass es im September und Oktober möglichst keine Einschränkungen mehr geben muss, damit die Konfirmation ein Fest für die ganze Familie werden kann.

Wegen der anhaltenden Corona-Schutzmaßnahmen werden die Konfirmationen in der Samtgemeinde verschoben. Als neue Termine sind vorgesehen: Vilsen: 11. und 12. September, Bruchhausen: 19. September, Asendorf: 26. September, Schwarme: 3. Oktober, Martfeld: 10. Oktober.

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