Akrobatik hoch oben in den Bäumen

Martfelder Jahrmarkt lockt viele Besucher auf den Echterkamp

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Tina Badenhop schwebte über Martfeld.

Martfeld - Von Regine Suling. In luftigen sechs Metern Höhe schwebte Tina Badenhop am Baum, elegant eingewickelt in ihre weißen Tücher, an denen sie sich zuvor Meter für Meter nach oben geschraubt hatte.

Ein von Hand angetriebenes Karussell durfte in Martfeld nicht fehlen.

Immer schneller zog sie ihre Kreise und hing kopfüber an den Tüchern, die sie oben hielten. „Veranstaltungen wie diese finde ich einfach schön“, erzählte die Tanzpädagogin und Artistin wenige Minuten später, zurück am Boden und noch immer sichtlich außer Atem. Die Künstlerin aus Völkersen, die auch Feuertanz macht und auf Straßenfestivals anzutreffen ist, war gestern eine der Attraktionen des zweiten Martfelder Jahrmarkts. Zu dem hatten Barbara Hache, Jutta Grabowski und Ulrike Brandstädter von der Kulturplattform auf den Echterkamp eingeladen. Zwischen den Bäumen entfaltete sich bei hochsommerlichen Temperaturen ein entspannter Jahrmarkt, bei dem es noch auf echte Handarbeit ankam. Und auf Geschick. Zum Beispiel bei Frank Grabowski. Besonders Kinder stellten hier ihre Fähigkeiten mit der Zwille und dem Blasrohr unter Beweis. Damit sollten sie kleine Schneemänner umpusten – kein leichtes Unterfangen. Konzentriert zielte auch der neunjährige Finn aus Süstedt immer wieder auf die Schneemänner. Der Ehrgeiz der Kinder war schnell geweckt, schnell gab er hier niemand auf. „Außerdem kann man auch Ringe und Hufeisen werfen“, erzählte Frank Grabowski. Wenige Schritte weiter lockte das mit menschlicher Kraft betriebene Karussell nicht nur die jüngsten Besucher, sondern auch eine Puppe an: „Mein Freund Federico reitet auf einem Schwein“, unkte Clownin Siba alias Sabine Voß, die auf dem lauschigen Platz gute Laune verbreitete. Die Pony AG dagegen bot einen Ritt auf einem leibhaftigen Pony an: Ein Angebot, das viele Kinder nutzten. Puppenschwester Barbara lud zum Verweilen vor ihrer Bühne ein, die Erwachsenen genossen derweil Bratwurst und Kartoffeln. Entspannt und ruhig, garniert mit Rhythmus- und Samba-Klängen, entführte der Martfelder Jahrmarkt zum zweiten Mal in längst vergessen geglaubte Zeiten. Das Wetter spielte mit, hochsommerliche Temperaturen machten Lust auf Erdbeer-Bowle und Eis. Wie viel Arbeit hinter der Organisation einer Veranstaltung wie dieser steckte, ließ sich nur erahnen. Die lockere Atmosphäre und der gute Zuspruch war indes großer Lohn für die Mühen und die Idee, die Jahrmarkt-Vergangenheit zu neuem Leben zu erwecken..

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