Künstler wollen der Klostermühle treu bleiben

Abwarten lautet die Devise beim Kunstverein Art-Projekt

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Zwölf Jahre lang war die Klostermühle Heiligenberg das Domizil des Kunstvereins Art-Projekt. Auch nach den Umbauarbeiten soll das so bleiben, nur das Wie und Wann ist momentan noch offen.

Heiligenberg - Von Ulf Kaack. Mit der vorübergehenden Schließung der Klostermühle Heiligenberg ging dem Kunstverein Art-Projekt – zumindest zeitweise – sein Stammdomizil verloren. Wie geht es jetzt weiter mit den ambitionierten Kulturschaffenden?

2003 wurde Art-Projekt als eine Vereinigung bildender Künstler ins Leben gerufen. Wichtigstes Standbein war dabei die Galerie im Obergeschoss der Klostermühle. Sechs Ausstellungen fanden hier jährlich statt, einmal im Monat ein Künstlertreffen, und auch die postalische Vereinsadresse war bei dem historischen Wasserbauwerk beheimatet. Seit Jahresbeginn gehört das denkmalgeschützte Objekt der Familie Brüning, die auch das Forsthaus betreibt. Es wird zurzeit umgebaut.

Der Besitzerwechsel bei der Klostermühle traf die Kulturschaffenden keinesfalls überraschend. „Wir waren von Beginn an über den Eigentumsübergang informiert“, erzählt der frühere langjährigen Vorsitzenden des Vereins Art-Projekt, Gert Schröder, der sich immer noch stark engagiert. „Die neuen Besitzer, die Familie Brüning, hatten uns signalisiert, dass uns Galerieräume auch nach dem Umbau wieder in gewohnter Weise zur Verfügung stehen.“

Vor Beginn der Bauarbeiten haben die Mitglieder von Art-Projekt vereinseigene Gegenstände wie Galerieleisten und Beleuchtungselemente demontiert. Auch wurden diverse Skulpturen im Außenbereich und auf den Kunstwegen entfernt und eingelagert. Alles geschah laut Schröder im gegenseitigen Einvernehmen und ohne Streit mit den alten und neuen Eigentümern.

„Wir warten jetzt erst mal das Ende der Bauarbeiten ab und weichen mit unseren Vereinsaktivitäten bis dahin auf externe Standorte aus“, erläutert Gert Schröder den derzeitigen Planungsstand bei Art-Projekt. „Nach Fertigstellung der Innenarchitektur unterhalten wir uns mit den neuen Besitzern über die Präsentationsmöglichkeiten und -formen im Galeriebereich. Im Moment ist Abwarten die Devise.“

Wenn möglich, will der Kunstverein dem alten Standort und seinem Ausstellungskonzept treu bleiben. Geplant ist nach Fertigstellung eine Gemeinschaftsausstellung aller Mitglieder in einem optimierten Umfeld. Details müssen aber noch besprochen werden. Das gilt auch bezüglich der Kunstwege auf dem Außengelände: Die verwaisten Betonsockel für die Skulpturen gehörten ursprünglich der vormaligen Klostermühlen-Wirtin Christa Hufnagl und sind zwischenzeitlich in das Eigentum der Samtgemeinde übergegangen.

„Es gibt noch vieles zu besprechen und zu realisieren“, lautet Schröders Zwischenbilanz. „Aber alle daran Beteiligten sind Willens und guten Mutes, gemeinsam den Kulturbetrieb in der Klostermühle in der zweiten Jahreshälfte wieder aufzunehmen.“

Eine unschöne Begebenheit in eigener Sache hat Gert Schröder abschließend noch zu berichten. Im Rahmen des Vereinsprojekts Kunstwege hatte er seine 2012 geschaffene Skulptur „Das blaue Wunder“ auf dem Heiligenberg aufgestellt. Beim Manövrieren ihres Autos verwechselte eine Fahrerin kürzlich die Bremse mit dem Gaspedal, kollidierte mit dem Kunstwerk und katapultierte es samt Betonsockel auf den Asphalt. „An fünf Stellen brachen Teile der Plastik ab, der Schaden ist irreparabel“, ärgert sich der Bildhauer. „Sie ist aus einem seltenen Halbedelstein, dem Namibischen Sodalith, gefertigt. Binnen einer Sekunde wurde aus einem Kunstobjekt ein Versicherungsfall. Traurig.“

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