Angebot erweitert

Testzentrum in Bruchhausen-Vilsen jetzt auch sonntags geöffnet

Menschenschlange vor Corona-Testzentrum
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Viele wollten mit einem bestätigten Corona-Test ins Pfingstwochenenden starten. Dafür brauchten sie im Testzentrum etwas Geduld.

Update vom 3. Juni: Br.-Vilsen – Das Testzentrum in Bruchhausen-Vilsen wird jetzt auch sonntags geöffnet, das teilt Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann mit. „Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Testmöglichkeiten am Wochenende habe ich das Gespräch mit Betreiber Oliver Bender gesucht“, so Bormann. Ab Sonntag ist es möglich, sich zwischen 10 und 14 Uhr auf das Corona-Virus testen und sich das Ergebnis bestätigen zu lassen. „Damit endlich auch die Gastronomie von den Lockerungen profitieren kann“, so Bender.

Darüber hinaus bleibt das Testzentrum am Gasthaus Mügge am Marktplatz bis auf Weiteres montags, mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr und 16 bis 19 Uhr geöffnet. „Seit dem Start am 17. Mai hatten wir täglich mindestens 150 Besucher“, sagt Bender auf Anfrage. Erst diese Woche lasse die Resonanz nach, liege aber immer noch deutlich über 100. Daher werde er das Personal ab nächster Woche reduzieren. Waren seit Pfingsten je vier Mitarbeiter im Dienst, werden die Teams ab Montag wieder in ihrer üblichen Stärke zu dritt arbeiten. In Absprache mit Apothekerin Esther Suhr aus Martfeld, die die Unterstützung aller Apotheken aus der Samtgemeinde koordiniert hatte, kann der Betreiber dann auf die Hilfe des lokalen Fachpersonals verzichten. Da im Landkreis Verden derzeit keine Tests mehr benötigt und zwei Teststellen geschlossen können, stehe ausreichend eigenes Personal zur Verfügung. „Wir werden das Zentrum in Bruchhausen-Vilsen über den Sommer geöffnet lassen“, laute der Plan, so Bender.

Warum die Infektionszahlen in Bruchhausen-Vilsen seit Tagen wieder verhältnismäßig hoch, in unmittelbarer Nachbarschaft aber vergleichsweise niedrig sind – Oliver Bender hat keine Erklärung dafür. Eines wisse der Betreiber des Testzentrums am Marktplatz jedoch: Zwischen den täglich mehr als 150 Tests auf das Corona-Virus und den täglichen Neuinfektionen bestehe kein Zusammenhang. „Bisher waren ausnahmslos alle Testergebnisse negativ“, sagte er gestern im Gespräch mit der Kreiszeitung.

In der Samtgemeinde sind immer noch 24 Menschen akut infiziert (Stand 3. Juni), eine Person hat sich seit Mittwoch neu angesteckt, teilt der Landkreis mit. „Als vorrangige Infektionsquelle ist in Bruchhausen-Vilsen wie auch im gesamten Kreisgebiet nach wie vor das familiäre und private Umfeld auszumachen“, teilte Landkreissprecherin Mareike Rein Donnerstag auf Nachfrage der Kreiszeitung mit.

Im Landkreis Diepholz stieg die Inzidenz Mittwoch erstmals seit neun Tagen wieder auf über 50 (51,1). Im benachbarten Landkreis Nienburg lag sie stabil bei 21,4, im Landkreis Verden stieg sie auf immer noch moderate 21,2.

Vom 21. Mai: „Es war richtig, sich für Bruchhausen-Vilsen zu entscheiden.“ Das steht für Oliver Bender an Tag 3 des Projekts Testzentrum fest. Mehr als 150 Nutzer pro Öffnungstag, diese Quote übertreffe seine Erwartungen an die erste Woche. Gestern, am Freitag, vor dem langen Pfingstwochenende, kamen sogar 251 Menschen, um sich ihren Test bestätigen zu lassen.

Bleibt es bei diesem Zulauf, werde er sein Angebot ausweiten. So wie an seiner Pilotstation in Morsum in Bruchhausen-Vilsens Nachbarkommune Thedinghausen.

„In Morsum öffnen wir unser Testzentrum an der Raiffeisenstraße 1 mittlerweile an fünf Tagen der Woche“, berichtet Bender im Gespräch mit der Kreiszeitung: montags, mittwochs und freitags wie im Flecken von 9 bis 12 Uhr und 16 bis 19 Uhr, dienstags und donnerstags jeweils von 9 bis 12 Uhr. „Das entzerrt die Abläufe“, sagt er aus Sicht des Dienstleisters.

In dieser Woche haben sich die Mitarbeiter ihren Lohn nämlich hart erarbeiten müssen. Sie wiederholten nicht nur unablässig alle nötigen Informationen, auf die jeder „Neukunde“ beim ersten Besuch Anspruch haben soll. Sie beeilten sich auch, damit niemand zu lange warten musste. Im Idealfall könne man das Zentrum mit Bescheinigung nach 20 Minuten wieder verlassen, meint Oliver Bender. Eine halbe Stunde Zeit einzukalkulieren, war in dieser Woche jedoch ratsam. Gestern dauerte es phasenweise deutlich länger; dass 20 und mehr Personen vor der Teststelle anstehen, war schon am Vormittag eher Regel denn Ausnahme.

„Wir haben kurzfristig eine zusätzliche Kraft aus Morsum hertelefoniert“, sagt Bender. Zu viert statt zu dritt wickelten die Mitarbeiter die hinter den Kulissen aufwendige Prozedur ab, die für den Nutzer umso unkomplizierter verläuft. Auch auf einen geregelten Feierabend hätten seine Kollegen diese Woche vor allem gestern verzichtet. „Wir schicken niemanden weg, weil es 12 oder 19 Uhr schlägt“, sagt er. Und bittet im Sinne der Mitarbeiter aber gleichzeitig, sich spätestens eine halbe Stunde vor Schließzeit zur Testung einzufinden.

Wie berichtet, sind Anmeldung und Abstrich eine Sache von Minuten. „Die Auswertung dauert“, erklärt er den Ablauf. Erst nach mindestens 15 Minuten liege eine verlässliche Auswertung des Ergebnisses vor. Erst dann wird das Zertifikat ausgefüllt. Von Hand. Ein Punkt, den viele Nutzer in dieser Woche monierten. Geht zumindest das nicht schneller?

„Eine App zu nutzen, erscheint uns nicht sicher genug“, antwortet Oliver Bender darauf. Bleibe es bei der Resonanz, werde er die Erfassung jedoch kurzfristig auf eine EDV umstellen. „Dann könnten wir das Ergebnis auch per E-Mail übermitteln“, nennt er den entscheidenden Vorteil. In Morsum laufe das ohne Probleme. Aus der ersten Teststation der Region stamme aber auch die Erkenntnis, dass viele Nutzer das Ergebnis direkt in Papierform in die Hand bekommen wollen, sagt er.

Blieben bestätigte Tests weiterhin Voraussetzung, von den Lockerungen auch als Nicht-Geimpfter zu profitieren, könnte und würde er als Betreiber die Öffnungszeiten ausweiten. Auch aufs Wochenende. „In Thedinghausen, Riede und Kluvenhagen haben wir schon Drive-Ins aufgebaut, das kann ich mir hier auf dem Marktplatz auch vorstellen“, so Bender. Für den Test nicht einmal das eigene Auto verlassen müssen, in vielen Kommunen wird das seit Wochen gut angenommen.

Die Tests sind derzeit 24 Stunden gültig. Das Interesse, sich (auch) samstags oder sonntags testen zu lassen, um das Maximum an persönlicher Freiheit aus dem Wochenende herauszuholen, wäre dann wohl groß genug, damit sich eine Teststation für einen Betreiber auch wirtschaftlich lohnt. Für den Kunden sind die Tests samt Bestätigung kostenlos, hat die Bundesregierung entschieden. Und das nicht nur einmal in der Woche, wie man leicht missverstehen kann. Jeder kann eine offizielle Teststation jederzeit und an jedem Ort aufsuchen.

Mangels eigener Anlaufstelle machten davon vor allem Schwarmer und Martfelder bisher Gebrauch. Sie trugen dazu bei, dass sich in den ersten vier Wochen seit Bestehen im nahen Morsum etwa 4 000 Menschen testen ließen. Diese Zahl nannte Oliver Bender gestern. Davon seien drei Tests positiv gewesen. Die Betroffenen würden darüber „äußerst diskret“ informiert, so Bender.

Das Testzentrum am Gasthaus Mügge am Marktplatz in Bruchhausen-Vilsen besuchten diese Woche vor allem Einwohner direkt aus dem Flecken einschließlich der ehemals selbstständigen Gemeinden Süstedt und Engeln, sahen die Mitarbeiter anhand der Anmeldungen, gefolgt von Martfeldern und Schwarmern, berichtet Oliver Bender. Aus anderen um liegenden Orten kämen die Menschen ebenfalls, allerdings vereinzelt.

„Die meisten wollen vor einem Verwandtenbesuch ein gutes Gefühl haben“, höre er zur Motivation. Andere nutzen den Test als Eintrittskarte für die Gastronomie. „Bleiben die Regeln so, wird deren Anteil bestimmt noch größer“, vermutet er.

Pfingstmontag bleibt das Testzentrum am Marktplatz geschlossen. Die nächste Testung ist am Mittwoch ab 9 Uhr möglich.

In Morsum waren bei 4 000 Tests bisher drei positiv, sagt Oliver Bender. Die Betroffenen würden darüber „äußerst diskret“ informiert.

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