Die neuen Taxi-Preise

Hallo, Taxi: Ab morgen Mindestlohn

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Günter Schweers ist Vorsitzender der Kraftdroschken- und Mietwagenvereinigung im Landkreis Diepholz und betreibt ein Taxi-Unternehmen in Bruchhausen-Vilsen.

Br.-Vilsen - Von Anke Seidel. Kaum ein Gewerbe startet so schwungvoll in das neue Jahr: Die Taxi-Branche im Landkreis Diepholz hat in der Nacht zu Neujahr Hochkonjunktur. 2015 steht für die Unterrnehmer in der Personenbeförderung unter besonderen Vorzeichen, denn der Kreistag hat neue Beförderungsentgelte beschlossen, weil auch das Taxi-Gewerbe Mindestlohn zahlen muss. Dazu sechs Fragen an Günter Schweers, den Vorsitzenden der Kraftdroschken- und Mietwagenvereinigung im Landkreis Diepholz.

Herr Schweers, die Taxi-Kunden müssen sich heute also auf höhere Preise einstellen?

Günter Schweers: Dieser Beschluss ist ja erst am 22. Dezember gefasst und am 23. Dezember gültig geworden. In der Zwischenzeit war wegen der Feiertage die technische Umsetzung nicht möglich. Die neuen Tarife sind also noch nicht in den Taxametern programmiert. Deshalb bleibt es erstmal bei den bisherigen Preisen – in unserem Betrieb etwa noch 14 Tage. Bei den Mietwagen-Unternehmern kann das anders aussehen, die Entscheidung trifft ja jeder Unternehmer für sich.

8,50 Euro Mindestlohn müssen jetzt auch Taxi-Unternehmer ihren Mitarbeitern zahlen. Wie viele Menschen profitieren in Ihrer Branche im Landkreis Diepholz davon, haben also mehr Geld im Portemonnaie?

Schweers: Wir haben im Landkreis Diepholz knapp 60 Unternehmen in der Taxi-Personenbeförderung. Ich schätze, dass im Durchschnitt zwischen zehn und 15 Angestellte in einem Unternehmen arbeiten. Damit würden also im Landkreis Diepholz knapp 1000 Menschen von der neuen Regelung profitieren.

Wird sich die Preisschraube weiter nach oben drehen?

Schweers: Wir drehen nicht an der Preisschraube, weil wir Profit machen wollen. Nein, wir müssen die gestiegenen Kosten weitergeben. In zwei Jahren wird der Mindestlohn neu festgelegt. Das muss man erstmal abwarten. Erst im Sommer 2016 werden wir wissen, wie es mit dem Mindestlohn weitergeht.

Glauben Sie, dass die Taxi-Branche in der immer älter werdenden Bevölkerung, also durch den demografischen Wandel, eine Renaissance erlebt?

Schweers: Der Mobilitätsbedarf wird sicher steigen. Wenn das Taxi-Gewerbe innovativ ist und kreative Lösungen bieten kann, dann kann es vom steigenden Mobilitätsbedarf durchaus profitieren.

Der Jahreswechsel ist die Zeit der Feten und Feste. Mit wie vielen Kunden rechnen Sie in der Nacht zu Neujahr im Landkreis Diepholz?

Schweers: Erst einmal wünschen wir allen unseren Kunden einen schönen Jahreswechsel und ein gutes neues Jahr. Heute Nacht sind alle Taxen im Landkreis Diepholz im Einsatz. In der Zeit zwischen ein und fünf Uhr haben wir hundertprozentige Auslastung. Mehr noch: Um alle Kunden bedienen zu können, bräuchten wir in diesen wenigen Stunden das Zehnfache an den vorhandenen Taxis.

Was wünschen Sie sich für das neue Jahr und für die Zukunft?

Schweers: Vor allem Wertschätzung für die Dienstleistung Taxi und dass die Menschen sich Gedanken darüber machen, was wir leisten. Wertschätzung bedeutet für mich auch, dass man einem bereits bestellten Taxi-Fahrer absagt, wenn man seine Dienstleistung nicht mehr braucht – weil man überraschend noch ein anderes Taxi gefunden hat vielleicht. Das ist in Ordnung. Aber leider passiert es oft, dass der ausdrücklich bestellte Taxi-Fahrer dann ins Leere fährt. Das bedeutet für uns unnötige Lohn- und Spritkosten.

Die neuen Preise auf einen Blick

Die Grundbeträge in Höhe von 5,50 (Taxen) und 7,50 Euro (Großraumtaxen) bleibt unverändert, aber die darin enthaltene freie Fahrtstrecke wird von 1,8 auf 1,25 Kilometer gekürzt.

Die danach zu zahlenden Entgelte steigen bei Taxen um 30 Cent auf zwei Euro pro Kilometer, bei Großraumtaxen um 20 Cent auf 2,20 Euro.

Ab 12,01 Kilometer wird der Tarif wieder gesenkt – für Taxen auf 1,70 Euro pro Kilometer, für Großraumtaxen auf zwei Euro pro Kilometer. n Der Preis für die Wartezeit wird für Taxen und Großraumtaxen von 26,40 Euro pro Stunde auf 30 Euro pro Stunde erhöht.

Der Aufschlag für Nachtfahrten (22 bis 6 Uhr) bleibt unverändert bei einem Euro. n Zuschläge für Sonn- oder Feiertagsfahrten werden nicht erhoben.

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