Sibylle Kynast vermittelt Botschaft der Nächstenliebe

Ein Abend zwischen Träumerei und Melancholie

Die Musiker bescherten den Besuchern ein ungewöhnliches Konzerterlebnis. - Foto: Jana Wohlers

Hollen - Von Jana Wohlers. Folkloristische Gesänge, Lieder aus der ganzen Welt und eine Botschaft der Nächstenliebe – mit Sibylle Kynast und ihrem Ensemble standen kürzlich in der „Kastanie“ in Martfeld-Hollen vier ganz besondere Musiker auf der Bühne.

Von Melancholie über träumerische Lebensfreude bis hin zu wahrer Euphorie wussten die Freunde jede erdenkliche Stimmung zu erzeugen. Sie bescherten den zahlreich erschienenen Besuchern ein außergewöhnliches Konzerterlebnis.

Sibylle Kynast, die seit über einem halben Jahrhundert auf den Bühnen der Welt steht, machte ihrem Titel als „Grande Dame“ der Hamburger Musikszene alle Ehre. In ein feuerrotes Kleid gewandt, wusste sie das Publikum mit ihrer mal rauchigen, mal glockenhellen Stimme sofort um den Finger zu wickeln. Ihre sympathische, humorvolle Art füllte den Konzertraum schnell mit Wärme. „Falls Sie sich wundern: Der Gips an meinem Arm gehört natürlich nicht zum Outfit, den verdanke ich einem Sturz auf der Kellertreppe“, witzelte die Sängerin. Ihre Karriere hatte sie in den 60er-Jahren als Mitglied der ersten Folklore-Gruppe Deutschlands begonnen, der „City Preachers“, zu denen auch Musiklegende Udo Lindenberg zählte.

Bei dem von der Kulturplattform Martfeld organisierten Konzert hatte Kynast drei weitere Musiker dabei, die ihre Instrumente mit faszinierendem Können spielten und dabei perfekt harmonierten: Horst Memmen begleitete das Ensemble mit eindrucksvoller Fingerfertigkeit an der Gitarre, während Kynasts Ehemann Paul Rudolf die Zuhörer mit seinen Künsten am Kontrabass in den Bann zog. Bewundernde Blicke erntete auch das Violinen-Spiel von Sorin Ferat, der es verstand, der niveauvollen musikalischen Darbietung eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen.

Träumerisch, leicht und stimmungsvoll

Je nach Stimmung eines Lieds wechselte das Ensemble auf mitreißende Art sein Zusammenspiel: Klangen viele jiddische Stücke sowie Lieder der Sinti und Roma träumerisch, leicht und stimmungsvoll, so hatte die Musik bei einigen ernsten Songs eine fast melancholische, erdrückende Wirkung.

Kynast und ihre Freunde übermittelten bei ihrem Auftritt auch eine Botschaft: Mit ihrer bunten Vielfalt an Liedern aus verschiedenen Ländern, Religionen und Kulturen setzten sie ein klares Zeichen „gegen Hass, Fremdenfeindlichkeit und rechtsradikale Gedankenzüge“, wie Kynast erklärte. Die Musik stehe für eine weltumspannende Verbundenheit und schlage Brücken. Wegen der fremdsprachigen Texte vieler Lieder erklärte die Sängerin vor dem ersten Ton jeweils den Inhalt und die Geschichte.

Die Themen – dessen war sich das Publikum schnell bewusst – sind in vielen Liedern, egal aus welchem Land, die gleichen. Es geht um Liebe, Angst und Trauer, Lebensfreude und -ereignisse, Glücksgefühle sowie den Drang nach Freiheit und Gemeinschaft.

Kynast und ihr Ensemble ernteten nach jedem Stück tosenden Applaus – ein verdienter Dank für dieses tolle Konzert.

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