78er-Trakt: Detailplanung beginnt

Finanzierung birgt noch Fragezeichen

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Der 78er-Trakt.

Br.-Vilsen - Klar ist: Der 78er-Trakt am Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen soll saniert werden. In welcher Form genau, steht indes noch nicht fest – und auch die Finanzierung des rund 4,5 Millionen Euro teuren Projekts birgt einige Fragezeichen. Am Donnerstagabend stellte Heiko Jahn vom Architekturbüro KMS aus Walsrode dem Schulausschuss der Samtgemeinde im Rathaus verschiedene Möglichkeiten vor. Die Fraktionen wollen nun über die Details beraten.

Zunächst ging Jahn auf die Ziele der Arbeiten am 1978 errichteten Gebäudetrakt ein: Neben der energetischen Sanierung von Fassaden, Fenstern und Dächern soll mehr Platz für Gymnasium und Oberschule geschaffen werden. Die Schulen gehen davon aus, künftig unter anderem weitere Unterrichts- und Fachräume sowie mehr Fläche in den Lehrerzimmern, einen neuen Aufzug und ein neues barrierefreies WC zu benötigen. Grund sind unter anderem strukturelle Veränderungen, zum Beispiel die Einrichtung der Ganztagsschule, die Inklusion und die Umstellung aufs Abitur nach 13 statt 12 Jahren.

Die erste Variante, die Jahn vorstellte, kommt ohne einen Anbau aus: Durch Umbaumaßnahmen im Gebäude entstehen weitere Räume, große Zimmer werden zu mehreren kleinen umgebaut. Der Nachteil: „Teile des Gebäudes würden komplett entkernt. Wir hätten in der Zeit eine erhebliche Beeinträchtigung des Schulbetriebs und bräuchten Mobilbauklassen“, sagte der Architekt.

Die zweite Variante sieht sowohl Umbauten im 78er-Trakt als auch eine Erweiterung des Erdgeschosses vor. „Dadurch gäbe es weniger Beeinträchtigungen des Schullebens, weniger Mobilbauklassen wären nötig“, verglich Jahn mit der ersten Variante. Ein Anbau sei im Erdgeschoss im Bereich der Oberschul-Verwaltung sowie auf der gegenüberliegenden Seite denkbar.

In Variante drei werde der Trakt nicht nur im Erd-, sondern auch im Obergeschoss erweitert.

Anschließend thematisierte Jahn die energetische Sanierung. Er sprach von einem „sehr großen Energieeinsparpotenzial“: „Wir packen 75 bis 80 Prozent des Gebäudes an und bringen es auf einen neuen Stand.“ Gleichwohl werde es weiter Energieverluste etwa durch den alten Fußboden und die Heizung geben. Jahn hielt verschiedene Vorschläge parat, wie man die Fassaden, Fenster und Dächer erneuern und gestalten könnte.

Wenn die Entwurfsplanung und die Kostenberechnung im September dieses Jahres abgeschlossen würden, könnte der erste von zwei Bauabschnitten laut Jahn im Mai 2016 beginnen, der zweite könnte im Jahr 2017 folgen.

Der Architekt warb für die beiden Varianten, die eine Erweiterung des 78er-Trakts beinhalten: „Das Raum- und Unterrichtsklima in Containern ist nicht schön, außerdem sind sie teuer.“ Tatsächlich kostet Variante eins nach seinen Schätzungen – bei der günstigsten energetischen Sanierung – mit rund 4,455 Millionen Euro nur 25000 Euro weniger als die zwei anderen Varianten. Wenn sich die Politiker für eine teurere energetische Sanierung entscheiden, können noch bis zu 60000 Euro dazu kommen.

Ferner rechnete Jahn vor, dass die Samtgemeinde weitere 1,2 Millionen Euro ausgeben müsste, um auch die nicht von der Sanierung umfassten Bereiche des Trakts zu modernisieren. „Dieser Betrag ist nicht zu wuppen“, betonte Ausschussvorsitzender Wolfgang Griese (CDU). Tatsächlich sei die Finanzierung „ein Problem“, sagte Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann. Die Samtgemeinde, die rund 8,7 Millionen Euro Schulden hat, müsse auf jeden Fall einen Kredit aufnehmen. Sie verhandle zurzeit mit dem Landkreis über Gelder aus der Schulbaukasse.

mah

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