Erfolgsmodell Kindertagespflege

21 Tageseltern in Bruchhausen-Vilsen kümmern sich um 100 Kinder

Eliza (3. von rechts) ist das 100. Kind in der Tagespflege von Bruchhausen-Vilsen: Darüber freuen sich auch (von links) Tagesmutter Renate Müller, Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann, Fachberaterin Gisela Ravens, Mutter Jennifer Brunhorn und Fachdienstleiterin Bildung Cattrin Siemers.
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Eliza (3. von rechts) ist das 100. Kind in der Tagespflege von Bruchhausen-Vilsen: Darüber freuen sich auch (von links) Tagesmutter Renate Müller, Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann, Fachberaterin Gisela Ravens, Mutter Jennifer Brunhorn und Fachdienstleiterin Bildung Cattrin Siemers.

Samtgemeinde – Eliza ist eines von 100 Kindern, die in der Samtgemeinde BruchhausenVilsen von Tagespflegepersonen – auch Tageseltern genannt – betreut werden. Auf diese Zahl ist die Verwaltung so stolz, dass Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann Eliza und ihrer Tagesmutter Renate Müller jetzt Präsente zur Feier des 100. Kindes in der Tagespflege überreicht hat.

Zahl der Kinder in Tagespflege steigt an

Angefangen hat alles im kleinen Rahmen, als das Familien- und Kinderservicebüro der Samtgemeinde die Berechnung von 16 Betreuungen in der örtlichen Tagespflege übernommen hat. Bis zum Jahr 2012 habe sich die Zahl der in dieser Form betreuten Kinder in der Samtgemeinde auf etwa 80 eingependelt, erzählt Kerstin Schnichels, Sachbearbeiterin im Familien- und Kinderservicebüro. Bis zum vergangenen Jahr sei diese Zahl recht konstant gewesen. Erst in diesem Jahr stieg die Anzahl der Tagespflegekinder rasant an, sodass die Samtgemeinde jetzt die Marke von 100 erreichte.

„Eine genaue Erklärung für den Anstieg gibt es nicht“, gibt Kerstin Schnichels zu. Sie vermutet aber, dass es an einem Zusammenspiel mehrerer Komponenten liege. Zum einem seien in den vergangenen zwei Jahren zwei Großtagespflegestellen hinzugekommen, in denen je acht bis zehn Kinder zeitgleich von zwei Tagespflegekräften betreut werden. Ansonsten betreuen Tagesmütter die Kinder in der Regel bei sich zu Hause. „Außerdem gab es in letzter Zeit viele Baugebiete. Vielleicht spielt das auch eine Rolle“, vermutet die Sachbearbeiterin.

Ein dritter ganz wesentlicher Punkt sei die steigende Bereitschaft von Müttern, möglichst früh wieder in das Berufsleben einzusteigen. „Im Vergleich zu Krippen und Kitas ist die Tagespflege insgesamt individueller“, erklärt Kerstin Schnichels. Während die Angebote der Kitas und Krippen nach dem Prinzip „Ganz oder gar nicht“ wahrgenommen werden müssen – das heißt, das Angebot gilt für alle Tage von Montag bis Freitag oder eben gar nicht – können Eltern, die ihre Kinder in die Obhut einer Tagesmutter geben, selbst entscheiden, an wie vielen Tagen sie das Angebot nutzen. „Das ist eine sehr charmante Option“, kommentiert Kerstin Schnichels.

Vorwiegend sehr junge Kinder in Betreuung

Das mache sich auch in den puren Zahlen bemerkbar. War die Hälfte der Kinder in der Tagespflege im Jahr 2011 noch zwischen drei bis sechs Jahre alt, so werden jetzt bereits 51 Kinder zwischen einem und drei Jahren von Tagesmüttern betreut.

Die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen müsste vier weitere Krippengruppen einrichten, wenn diese Kinder nicht in die Tagespflege gehen würden. „Das ist auch eine finanzielle Entlastung für die Kommune“, sagt Kerstin Schnichels. Die Organisation der Tagespflege liege zwar im Aufgabenbereich der Samtgemeinde, die Kosten seien aber Sache des Landkreises Diepholz.

Insgesamt 21 Tagespflegepersonen kümmern sich derzeit um 100 Kinder. „Im Schnitt betreut jede Tagesmutter zwischen vier und fünf Kinder“, rechnet Kerstin Schnichels hoch. Die Tagespflegepersonen in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen leisten wöchentlich insgesamt rund 1 600 Gesamtbetreuungsstunden. Somit sei jedes Tagespflegekind im Durchschnitt 16 Stunden pro Woche in der Betreuung einer Tagesmutter. „Damit sind wir noch nicht am Maximum, aber schon sehr gut ausgelastet“, erklärt Kerstin Schnichels.

In einem Rundschreiben wendet sich Cattrin Siemers, Fachbereichsleiterin Bildung, an die Eltern aller Kindergartenkinder in der Samtgemeinde. Daraus geht hervor, dass der harte Lockdown auch Auswirkungen auf Kindertagesstätten haben werde. „Es erfolgt zwar keine generelle Schließung, aber dennoch sollen die Kinder nur in die Einrichtung gebracht werden, wenn es keine andere Möglichkeit der Betreuung gibt“, schreibt sie an die Eltern. Auf Nachfrage der Kreiszeitung sagt Cattrin Siemers: „Es ist so etwas wie eine Notbetreuung.“ Allerdings ohne die aus dem ersten Lockdown im Frühjahr bekannten Schemata der Systemrelevanz. „Wer Not hat, kann sein Kind in den Kindergarten bringen“, sagt die Fachbereichsleiterin verbunden mit dem dringenden Appell der Verwaltung, dass Eltern die Betreuung ihrer Kinder in den Kitas nur in Anspruch nehmen sollen, wenn es keine anderen Lösungen gebe.

Darüber hinaus sollen sich Eltern an die zuständige Kindergartenleitung wenden, um einen möglichen Betreuungsbedarf bis zum 8. Januar zu klären, heißt es aus dem Rathaus.

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