Pastorenhaus kernsaniert

Kirchenkreis Syke-Hoya eröffnet Außenstelle der Kita Rentei in Bassum

Viele Gäste kamen zur Kita-Einweihung.
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Beten, Basteln, Kinder bestärken: Pastorin Maria Kuschmann (links) sprach Gottes Segen.

Bassum – Der Kirchenkreis Syke-Hoya hat am Donnerstag sein zweites Kita-Haus in Bassum feierlich durch Vertreter von Kirche und Politik eröffnet. An der Bürgermeister-Bernhard-Straße 6 wurde das alte Pastorenhaus von 1820 durch das Architektenbüro Keese Ingenieure und Planer kernsaniert. Dafür haben unterschiedliche Gewerke das Bauwerk für rund 550 000 Euro modernisiert und umgebaut.

Die evangelisch-lutherische Kita „Rentei“ wird dort zukünftig einen Außenstandort betreiben. Zwei Kindergarten-Gruppen mit je 25 Mädchen und Jungen sollen in dem Haus regelmäßig betreut werden.

„Früher hieß es, wir haben zu viele Erzieherinnen“, sagte Bassums Bürgermeister Christian Porsch. Der Kinderrückgang sei jedoch vorbei. „Heute steigen die Kinderzahlen wieder.“ Er freue sich über die neue Einrichtung und sei stolz auf das „sehr, sehr breite Angebot an Kita-Plätzen in der Stadt“.

Als politisches Ziel nennt Porsch den sogenannte Erziehungs-Campus – Krippe, Kita und Grundschule in unmittelbarer Nähe zu den Siedlungen.

In der Hochphase der Pandemie habe die Gesellschaft gemerkt, dass „Kinder Kinder brauchen, um sich zu entwickeln und ihren Charakter zu bilden“, sagte Superintendent Dr. Jörn-Michael Schröder zur Eröffnung. „Ich bin dankbar für unsere evangelische Kirche, dass wir nun diesen schönen Kindergarten haben.“ Auch wenn evangelische Kinder wohl mittlerweile in Bassum in der Minderheit seien, so der geistliche Leiter des Kirchenkreises, wolle die Kirche dennoch weiterhin die christlichen Werte pflegen und leben.

Früher wohnte der Pastor in dem altehrwürdigen Haus. Zwischenzeitlich waren nach dem Jahr 2015 Flüchtlinge in dem Gebäude untergebracht. Seit einiger Zeit kann das Haus für die Betreuung von Kindern genutzt werden.

Bauingenieur Oliver Keese und seine Frau, die Architektin Franziska Keese, sind sichtlich stolz auf ihre Arbeit am alten Pastorenhaus in Bassum. Ihr Architektenbüro, das laut eigenen Angaben zu 95 Prozent öffentliche Aufträge bearbeitet, zeichnet für die Planung und Durchführung des baulichen Vorhabens verantwortlich. Das Büro gibt es seit 2004 und beschäftigt sieben feste Angestellte. Als Weisheit empfahl Oliver Keese den Anwesenden am Donnerstag folgendes: „Die Welt aus der Sicht der Kinder sehen, um eine Welt für Kinder zu entwerfen.“ Derzeit ist das Architektenbüro zudem verantwortlich für den Bau einer Kita in Twistringen.

Thorsten Runge, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, erinnerte daran, dass die Stadt Bassum an den Kindertagestättenverband herangetreten war. Das Gebäude musste für den neuen Zweck nahezu vollständig entkernt werden, um heutige Kita-Anforderungen einzuhalten. „Wir wollten dennoch das Alte bewahren“, sagte er, und „in seinen bestehenden Mauern erneuern“.

Rund 20 Fenster wurden laut Keese erneuert, einige 15 Jahre alte behalten. Die gesamte Elektronik musste auf den Stand der Technik gebracht werden. Der Fußboden ist neu, die Anschlüsse für Wasser sind erneuert worden, und anstatt der alten Boiler-Tanks gibt es nun Durchlauferhitzer. „Das hat auch etwas mit Salmonellen zu tun“, so Keese.

„Teilweise mussten wir in die Substanz eingreifen“, sagte der Bauingenieur. Die Statik des Gebäudes habe überarbeitet und angepasst werden müssen. Mehrere Gruppenräume im Erdgeschoss sowie der Aufenthaltsraum der Erzieher im ersten Obergeschoss bekamen großzügige Wanddurchbrüche. Abgestützt mit schweren Stürzen, tragen sie die oberen Stockwerke. Die Träger hätten enormes Gewicht. „Die Arbeiter haben die per Hand in Position gehoben“, so Keese.

Der Bauingenieur erinnert sich auch an überraschende Momente. So waren die Handwerker dabei, an einer Stelle im Obergeschoss die alte Tapete abzunehmen, als sie laut seiner Schilderung einen Teil der Wand in der Hand hielten. „Da war dann ein Loch drin. Das sind so Überraschungen, die tauchen erst bei der Arbeit auf.“

Die alte Haustreppe im Gebäudeinneren wurde behalten und aufgewertet. Stellenweise seien einzelne Streben im Geländer nach dem historischen Original nachgebaut und ausgetauscht worden. Eine zusätzliche Treppe sorgt für den Brandschutz.

Der Haupteingang der kernsanierten Kita wurde zur Straßenseite verlegt. Die alte – aber schon modernere – Seitentür wurde als zusätzlicher Windfang hinter den Haupteingang umgesetzt.

Ein Sicherungshebel an der Türklinke sorgt dafür, dass die Kita-Kinder nicht Richtung Straße ins Freie laufen können, und dafür, dass Eltern in letzter Zeit versehentlich Alarm auslösten.

Im Außenbereich hingegen ist noch nicht alles fertig. Die Sandgrube hinter dem alten Pfarrhaus soll noch aufgehübscht werden, und eventuell würden noch Wasserspiele installiert, so Keese. Er gibt zu bedenken, dass das Areal hinter dem Haus vor Kurzem quasi noch ein Urwald war.

Der aktuelle Baustoffmangel auf dem Markt habe das Sanierungsprojekt laut Keese nicht beeinflusst.

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