Groß Mackenstedt und Fahrenhorst müssen Bevölkerungsrückgang verkraften / Zahlreiche Altbauten werden frei

Brinkum bleibt Stuhrer „Boomtown“

„Boomtown“ Brinkum aus der Luft gesehen: Kein anderer Ortsteil ist im vergangenen Jahrzehnt so stark gewachsen.Foto; hu

Stuhr - Von B. PetersSTUHR · Nirgends boomt Stuhr so sehr wie im Ortsteil Brinkum: Dieser legte im vergangenen Jahrzehnt so stark wie sonst keiner zu. Die Einwohnerzahl schnellte von 8 934 Ende 2000 auf 10 515 Ende Dezember 2009 empor – ein Zuwachs von 17,7 Prozent. Nur Moordeich verbuchte im vergangenen Jahrzehnt einen ähnlich starken Zuzug, nämlich um knapp 14 Prozent von 4 730 auf 5 386 Einwohner.

Unter dem Strich wuchs die Gemeinde von 32 156 auf 34 570 Bürger – und bleibt damit unangefochten die größte im Landkreis Diep-holz, geht aus der Statistik des Standesamtes hervor.

Allerdings gewannen nicht alle Ortsteile in der vergangenen Dekade Einwohner hinzu. Varrel und Altstuhr stagnieren, Fahrenhorst und Groß Mackenstedt mussten sogar leichte Rückgänge der Einwohnerzahl hinnehmen. Trotz reger Bautätigkeit in den vergangenen Jahren gewann Seckenhausen unter dem Strich nur knapp drei Prozent mehr Bürger hinzu, Heiligenrode immerhin gut vier Prozent.

Nicht etwa einen Babyboom, sondern die großen Baugebiete führt man im Rathaus auf den Bevölkerungszuwachs zurück.

Dauert der an? „Nein“, sagt Jörg Städtler, Leiter des Immobilienservice der Kreissparkasse Syke in Brinkum. Die Nachfrage nach Baugrundstücken sei im Lebensraum Stuhr-Weyhe im Vergleich zu den Nachbarkommunen zwar immer noch rege. Die Chance, ein großes Baugebiet wie Briseck in den kommenden Jahren zu vermarkten, sieht der Immobilienfachmann aber nicht. Sinnvoll könne es sein, ein Baugebiet auszuweisen und Grundstücke je nach Marktlage nach und nach zu verkaufen, meint Städtler.

Die Politik in Stuhr schreckt jedoch vor neuen Projekten dieser Art zurück, so die einhellige Aussage der Fraktionen.Neue Siedlungen bedeuteten immer Folgekosten für Kindergärten, Schulen oder Sportanlagen.

Eine Möglichkeit, zunächst günstig in die eigenen vier Wände zu kommen, sei der Erwerb eines Altbaus. Viele schmucke Einfamilienhäuser aus den 1950er, 1960er oder 1970er Jahren würden frei, weil die inzwischen in die Jahre gekommenen Besitzer sich nach kleineren Wohnungen umsähen, meint Immobilienfachmann Jörg Städtler.

Trotz des allgemein guten und gepflegten Zustands der Häuser müssten sich Käufer aber auf höhere Unterhalts- und Folgekosten einstellen, warnt er. Denn in puncto Dämmung und Energieverbrauch kämen die Altbauten bei weitem nicht an moderne Gebäude heran.

Wobei sich selbst Altbauten problemlos auf den Stand von Niedrigenergie- und sogar Passivhäusern sanieren ließen, sagt Hartmut Grimm-Georgi, Architekt beim Umweltzentrum in Stuhr. „Doch das hat seinen Preis“, weiß der Fachmann. Allein neue Fenster und Türen könnten bei einem Einfamilienhaus schon mal mit 40 000 Euro zu Buche schlagen, selbst 100 000 Euro seien schnell ausgegeben, um zum Beispiel ein Siedlerhaus auf den Stand der Zeit zu bringen. Da müssten Bauinteressenten genau nachrechnen, ob sich eine Sanierung im Vergleich zum Neubau überhaupt lohne.

Unter diesem Aspekt seien die Preisforderungen von Eigenheimbesitzern nicht immer realistisch, betonen Städtler und Grimm-Georgi einhellig.

Der Architekt sieht hier für die kommenden Jahre einen riesigen Markt, „der allerdings noch nicht in Bewegung gekommen ist.“ Immer mehr ältere Menschen würden sich schon jetzt beim Umweltzentrum für ihr Eigenheim einen Energiepass ausstellen lassen, weil sie für die kommenden Jahre mit einem Verkauf rechnen.

Hier böten sich für junge Familien Chancen, wenn die Altbesitzer realistische Preise aufrufen, sagt Hartmut Grimm-Georgi. Der Architekt fordert die Politik auf, über Hilfspakete für junge Käufer von alten Häusern nachzudenken.

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