Brite Chris Harnell begleitet die Fahrten des „Pingelheini“

„Bobby“ nimmt Kindern Angst vorm Nikolaus

Chris Harnell tritt zu den Nikolausfahrten des „Pingelheini“ immer in britischer Bobby-Uniform an.

Weyhe - LEESTE (yk) · Zwischen den Jahren hatte er ein wenig Ruhe: Chris Harnell (57), Mitglied des Museumsbahnervereins „Pingelheini“ in Leeste. Denn seine Haupteinsatzzeit ist während der Nikolausfahrten, den Kohlfahrten, die nun bald wieder anstehen, und den sonstigen Ausflugsfahrten des „Pingelheini“ das Jahr über.

Zu den Nikolausfahrten der Bahn tritt Chris Harnell in britischer Bobby-Uniform auf, um die Kinder zu unterhalten. „Die ist ein Geschenk, aber ohne Rangabzeichen“, erklärt der gebürtige Brite aus Welwyn Garden City, rund 50 Kilometer nördlich von London.

Sein Lebenslauf ist wechselvoll. Unter anderem war er Schiffskoch, „ich bin mit Fahrgastschiffen zwischen Groß Britannien und Südafrika hin- und hergefahren“. Gearbeitet hat er auch in Französisch-Guayana, beim Start der „Ariane“-Raketen. Schließlich packte er seine Koffer in England und wanderte aus, nach Bremen. Das war 1993. Dort arbeitet er heute in einer Baustoffgroßhandlung.

„In Bremen bin ich immer in den englischen Club gegangen. Da kann ich mich in meiner Muttersprache unterhalten, und ich hatte es übernommen, die Kohlfahrten zu organisieren.“ Da sei er auf ein Angebot des „Pingelheini“ gestoßen. „Das war sehr gut gemacht, und ich habe es im kommenden Jahr wieder gebucht.“

Es habe ihn aber auch das ganze Drumherum an diesem Verein interessiert, „und schließlich bin ich Mitglied geworden“. Immerhin fließe ja auch in ihm irgendwie Eisenbahnerblut, „mein Großvater war Signalaufseher bei der englischen Bahn. Aber noch zu den Dampflokzeiten. Der hat mich immer mitgenommen. Da wurde wahrscheinlich der Grundstein gelegt“.

Bei den Museumsbahnern hat er auch seine Freundin Ingrid kennengelernt, und arbeitet bei den Fahrten stets mit ihr zusammen. „Eigentlich bin ich Mädchen für alles. Ob es nun Wartungsarbeiten sind oder wie jetzt die Instandsetzung eines weiteren Waggons ansteht, ich bin immer und vor allem gern dabei.“

Allerdings ist es im Winter stiller, „die Arbeiten am Waggon im kalten Schuppen sind eingestellt, und bis zu den Kohlfahrten dauert es noch etwas“.

Dann zieht er sich seine Eisenbahneruniform an, kümmert sich um die Fahrgäste, bringt auch die Bestellungen an die Tische; aber immer sorgt Chris Harnell für gute Stimmung in den Waggons. Seine Freundin ist ebenfalls stets dabei, „denn ich konnte sie davon überzeugen, bei den Fahrten mitzumachen“. So sind also beide in der Saison fast an jedem Wochenende auf Tour.

Doch wenn Chris zu den Nikolausfahrten in seine Bobby-Uniform schlüpft, dann ist er in seinem Element. „Erst staunen die Kinder, dann freunden sie sich schnell mit mir an.“ Er sei ein sehr kontaktfreudiger Typ, gehe gern auf Menschen zu, „und wenn dann eines von den Kindern etwas ängstlich ist, beruhige ich es, erzähle ihm was, und nach kurzer Zeit freut sich auch dieses Kind, den Nikolaus begrüßen zu können“.

Im Verein gefällt es ihm sehr gut. „Wir sind rund 40 Leute, alle haben ihren festen Aufgabenbereich, zu den ,Dienststunden‘ am Sonnabend kommen auch immer regelmäßig Aktive. Aber im Winter ist es eben friedlicher, weil wir da kaum renovieren können.“ Im Frühjahr und Sommer gehe es dann wieder richtig los.

Besondere Freude macht es ihm, in der warmen Jahreszeit unterwegs zu sein, „und es macht sehr viel Spaß, auf den so genannten Hauptstrecken zu fahren – nach Worpswede oder Hamburg. Oder zum Weihnachtsmarkt nach Oldenburg. Das ist immer etwas Besonderes.”

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